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Zwei Stunden Fahrt, und genügend Saft in der Powerstation, um zwei E-Bikes zu laden. Die Kfz-Schnellladegeräte von DJI, Bluetti und Co. ändern das Roadtrip-Game für E-Mountainbiker grundlegend. Wer aber ohne Recherche loskauft, erlebt Überraschungen: Die Lichtmaschine des eigenen Fahrzeugs bestimmt nämlich, wie schnell die Powerstation während der Fahrt wirklich geladen wird. Und nicht jedes Schnellladegerät passt zu jeder Powerstation. Wer das vorher checkt, fährt autark. Wer das nicht tut, sitzt womöglich mit einem 300-Euro-Gerät da, das an seiner schwachen Lichtmaschine nur halb so schnell lädt, wie versprochen. – Max Fuchs, BIKE-Redakteur
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E-Bikes im Camper oder im Auto zu laden, ohne auf Landstrom angewiesen zu sein, ist grundsätzlich schon lange möglich. Vorausgesetzt, die Kapazität der Versorgungsbatterie reicht aus – sie muss also mindestens so viel nutzbare Kapazität bieten wie der Akku des E-Bikes. Ist das der Fall, können die meisten Wohnmobile mit einer 230‑V-Stromverteilung problemlos E-MTBs mit Strom versorgen. Nach dem Laden sorgt entweder eine Solaranlage auf dem Dach oder die Lichtmaschine während der Fahrt dafür, dass die Batterie wieder aufgefüllt wird – idealerweise stehen beide Optionen zur Verfügung.
Die Nachteile liegen dabei auf der Hand: Wohnmobile mit leistungsfähigen, vorinstallierten Stromsetups sind teuer, und auch ein nachgerüstetes System vom Fachmann kostet schnell ein kleines Vermögen. Zwar kann man sein eigenes Setup auch selbst bauen, dafür sollte man aber über ein gewisses Maß an Know-how verfügen – Fehler bei Elektroinstallationen im Auto können – insbesondere, wenn 230 Volt im Spiel sind – brandgefährlich sein.
Besitzt man bislang weder ein passendes Wohnmobil noch das Know-how für ein eigenes Setup, bleibt also nur noch eine Powerstation. Wirklich autark war man damit bis jetzt aber trotzdem nicht: Zu Hause aufgeladen, reicht die Kapazität je nach Modell für ein bis vier Akku-Ladungen, bevor die Powerstation selbst wieder ans Netz muss. Wer autark bleiben will, kann viele Powerstations zwar auch über Solarpanels betreiben – die Leistung tragbarer Module reicht jedoch selbst an sonnigen Tagen kaum aus, um die Energiespeicher täglich vollständig wieder aufzuladen. Von Schlechtwettertagen einmal ganz abgesehen. Auch 12‑V-Ladegeräte für den Zigarettenanzünder bieten mangels Ladeleistung keine ernsthafte Alternative.
Die von uns getestete Bluetti Apex 300 gibt es gegen Aufpreis auch mit einem faltbaren 200‑Watt-Solarmodul. Watt ist die Einheit, mit der sich die Leistung eines Solarmoduls beziffern lässt. Unter perfekten Bedingungen – Hochsommer, Mittagszeit, wolkenloser Himmel und ein perfekt ausgerichtetes Modul – liefert das Panel theoretisch 200 Watt pro Stunde. Speist man diese Energie vier Stunden lang in eine ausreichend große Powerstation, wäre sie voll genug, um den 800‑Wh-Akku eines E-MTBs einmal komplett aufzuladen.
Die Praxis sieht jedoch anders aus: Selbst bei optimalen Bedingungen erreichen Solarmodule meist nur 70 bis 80 Prozent ihrer Nennleistung. Das 200‑Watt-Panel kommt dann nur noch auf 140 bis 160 Watt pro Stunde. Wird es wolkig, fällt die Ausbeute noch drastischer – dann bleiben oft nur 10 bis 25 Prozent der Nennleistung übrig.
Unter solchen Bedingungen müsste die Powerstation mindestens 16 Stunden laden, um einen 800-Wh-E-Bike-Akku zu laden. Besonders an den kurzen Tagen in den Frühlings- und Herbstmonaten wird schnell klar: Um E-Biker auf Roadtrips über mehrere Tage autark zu versorgen, taugen auch Powerstations nur begrenzt – zumindest, wenn man sie ausschließlich über Solarenergie wieder aufladen kann.
Viele Powerstations bieten auch eine 12‑V-Ladefunktion über den Kfz-Stecker. Nett. Aber: Die meisten Fahrzeug-Steckdosen laden gerade mal mit 120 bis 180 Watt. Für eine 2000‑Wh-Powerstation bedeutet das über zehn Stunden Fahrt bis sie wieder voll ist. Der Zigarettenanzünder ist für Navis, Handys oder Kühlboxen gebaut, nicht um eine Powerstation in Rekordzeit wieder aufzuladen.
Jetzt aber genug gemeckert – Zeit für gute Nachrichten. Denn auch mit einem stromhungrigen E-Bike im Gepäck lassen sich mehrtägige Roadtrips mittlerweile autark bewältigen. Die Lösung liefern Powerstations mit speziellen Ladegeräten, die den Energiespeicher während der Fahrt direkt über die Lichtmaschine laden.
Diese Ladegeräte werden mit massiven Kabeln, meist im Lieferumfang enthalten, direkt an die Starterbatterie angeschlossen und können so deutlich höhere Ladeleistungen erzielen. Das Kfz-Schnellladegerät von DJI etwa lädt die dazugehörige Powerstation während der Fahrt mit bis zu 1000 Watt. In der Theorie heißt das: Rund zwei Stunden Fahrt genügen, um die 2048 Wattstunden große DJI Power 2000 vollständig aufzuladen.
Allerdings variiert die maximale Stromstärke der Lichtmaschine je nach Fahrzeugmodell und Motorleistung. Die meisten Modelle erzeugen zwischen 60 und 120 Ampere. Da sich die theoretische Ladeleistung der Lichtmaschine in Watt aus dem Produkt von Stromstärke und Bordspannung, etwa 14,8 Volt, ergibt, können nicht alle Lichtmaschinen die vollen 1000 Watt Ladeleistung bereitstellen.
Aber halb so wild: Auch mit einer eher schwachen Lichtmaschine mit 60 Ampere bringt es das 1000-W-Schnellladegerät bei 14,8 Volt Bordspannung noch auf 880 Watt Ladeleistung – berücksichtigt man den Fahrzeug-Eigenbedarf, etwa Radio, Klimaanlage und Beleuchtung, reicht das immer noch, um die Powerstation während einer anderthalbstündigen Fahrt so weit zu füllen, dass sie zumindest einen 800er-E-Bike-Akku wieder vollständig aufladen kann.
| Therotische Ladezeiten im Überblick (je nach Schnellladegerät und Lichtmaschine) |
| 500 W Ladeleistung: ca. 120 Minuten für eine 1000‑Wh-Powerstation |
| 800 W Ladeleistung: ca. 75 Minuten Stunden für eine 1000‑Wh-Powerstation |
| 1000 W Ladeleistung: ca. 60 Minuten für eine 1000‑Wh-Powerstation |
| → Zum Vergleich: Zigarettenanzünder braucht für dieselbe Kapazität 8–10 Stunden. |
Auf dem deutschen Markt kristallisieren sich zwei besonders spannende Geräte heraus: der DJI Super Fast Car Charger (1000 W) und der Bluetti Charger One (560 W). Beide werden mit vorgefertigten Kabeln direkt an die Starterbatterie angeschlossen, beide haben Auto-Start und Auto-Stopp – laden also automatisch, wenn der Motor läuft, und stoppen, wenn er aus ist. Doch sie verfolgen unterschiedliche Philosophien.
| Kriterium | DJI Super Fast Car Charger | Bluetti Charger One |
| Preis (UVP) | 269 Euro >> hier erhältlich | 249 Euro >> hier erhältlich |
| Ladeleistung | 1000 W | 560 W |
| Ladezeit für 1000 Wh | ~60 Minuten | ~1 Stunde 50 Minuten |
| Kompatible Powerstations | Nur DJI Power 1000 / 2000 | 95 % aller Marken |
| App-Steuerung Ladeleistung | Ja | Ja |
| Auto-Start / Auto-Stopp | Ja | Ja |
1000 Watt Ladeleistung, Leistungsregulierung in 1-Watt-Schritten, automatisches Rückladen in die Starterbatterie, wenn die Spannung sinkt – der DJI ist technisch der vollständigste Kfz-Schnelllader auf dem Markt. Die Verarbeitung ist hochwertig: Alle Kabel sind sauber vorgecrimpt, die Leitungen mit reißfesten Kabelschläuchen ummantelt. Das wirkt professionell.
Das große Aber: Das DJI-Schnellladegerät lädt ausschließlich die DJI Power 1000 (649 Euro) und Power 2000 (1099 Euro). Wer eine andere Powerstation besitzt, schaut in die Röhre.
Der Charger One lädt 95 Prozent aller Powerstations auf dem Markt – das ist sein entscheidender Vorteil. Wer bereits eine Powerstation einer anderen Marke besitzt, muss sie nicht ersetzen. Einzige Grundvoraussetzung: ein Anschluss für ein Solarladekabel, um den Charger anzustecken.
Fortschrittlich: Statt einer einfachen Schmelzsicherung verbaut Bluetti einen Leitungsschutzschalter – einfach umlegen statt Sicherung wechseln. Intelligentes Spannungsmonitoring passt die Ladeleistung automatisch ans Bordnetz an.
Die Schwäche: 560 Watt maximale Ladeleistung – halb so viel wie beim DJI. Stark motorisierte Fahrzeuge mit leistungsstarken Lichtmaschinen können die maximale Ladeleistung mit dem Bluetti-Charger nicht voll ausreizen.

Redakteur