Ein E-Bike-Akku überwintert am besten trocken, frostfrei und mit mittlerem Ladestand. Entscheidend sind etwa 10 bis 20 Grad Celsius sowie regelmäßige Kontrollen, damit keine Tiefentladung entsteht. Bei fest integrierten Akkus braucht das komplette E-MTB einen möglichst geschützten Stellplatz. Fahrradabdeckungen helfen gegen Wetter, Thermohüllen gegen Auskühlung während der Fahrt. Zum Laden sollte ein kaltes Bike übrigens immer erst trocken und temperiert sein.
Der Sommer neigt sich dem Ende zu, der Herbst verschafft uns noch ein paar Wochen Galgenfrist. Für viele Biker aber rückt nun die Zeit näher, wo das Bike nur noch sporadisch aus Keller oder Garage gezogen wird. Gerade jenen Bikern, die im Sommer gerne nach Feierabend noch eine Runde über die Hometrails gedreht haben, werden nun die kurzen Tage zum Verhängnis. Dem Akku wiederum kann zum Verhängnis werden, wenn die Temperaturen länger unter den Gefrierpunkt fallen. Einzelne frostige Nächte, die das E-Bike nicht bewegt wird, sind für einen Lithium-Ionen-Akku normalerweise kein Drama. Problematisch werden dauerhafte Minusgrade, Feuchtigkeit, ein sehr niedriger Ladestand und das Laden im kalten Zustand. Für längere Winterpausen gilt deshalb: trocken lagern, Frost vermeiden und den Ladezustand regelmäßig prüfen.
Der ideale Platz für einen E-Bike-Akku ist ein trockener Innenraum mit gleichmäßiger Temperatur. Etwa 10 bis 20 Grad Celsius sind ein guter Zielbereich. Eine kalte Garage, ein feuchter Keller oder ein offener Fahrradport sind für eine lange Standzeit deutlich schlechter geeignet.
E-Bike-Motorenhersteller Bosch beispielsweise empfiehlt für seine Batterien die Winterlagerung in einem trockenen Raum bei moderaten Temperaturen, Shimano nennt einen kühlen Innenraum mit rund 10 bis 20 Grad Celsius.
Für die Winterpause braucht der Akku keine Dauerladung. Das Ladegerät sollte nicht über Wochen angeschlossen bleiben. Besser ist ein mittlerer Ladezustand von 30 bis 60 Prozent. Damit wird sowohl die Lagerung mit voller Batterie als auch eine schädliche Tiefentladung vermieden.
„Erhaltungsladung“ bedeutet beim E-Bike also nicht, den Akku permanent am Strom zu lassen. Gemeint ist, ihn während der Pause im sicheren Bereich zu halten. Bosch empfiehlt 30 bis 60 Prozent, Shimano etwa 70 Prozent. Ein Blick auf die Anzeige alle ein bis zwei Monate ist ebenfalls sinnvoll.
Streusalz, Schmutz und Kondenswasser können Kontakte an Akkuaufnahme, Ladebuchse, Display und Steckverbindungen angreifen. Vor der Winterpause sollten diese Bereiche sauber und vollständig trocken sein. Auch wer im Winter bikt und dann das E-Bike wieder für längere Zeit nicht benutzt, sollte darauf achten, dass alle korrosionsgefährdeten Teile am Rad gesäubert sind – das gilt nicht nur für die elektronischen Teile. Für normale Verschmutzung reicht ein trockener, fusselfreier Lappen. Bei stärkeren Ablagerungen an Akkuaufnahme, Ladebuchse, Display und Steckverbindungen kann vorsichtig mit einem Wattestäbchen und wenig Isopropanol gearbeitet werden.
Auf keinen Fall mit Schraubendreher, Schleifpapier oder anderen spitzen Werkzeugen in Kontaktöffnungen kratzen. Auch Kontaktspray, Vaseline oder Polfett sollten nur verwendet werden, wenn der Hersteller des Systems das ausdrücklich freigibt. Geschlossene Abdeckungen an Akkuaufnahme und Ladebuchse schützen zusätzlich vor Feuchtigkeit.
Bei vielen modernen E-MTBs ist der Akku fest im Unterrohr integriert und kann vom Besitzer nicht entnommen werden. Dann muss das ganze Bike möglichst gut durch den Winter kommen.Im Prinzip gilt für das Komplettbike dann das gleich wie für den Akku: Man lagert es an einem trockenen, kühlen, aber nicht zu alten Ort bei niedrigem bis mittlerem Ladestand. Wenn das E-Bike bei Minustemperaturen gelagert wurde, sollte es vor dem Laden in einem moderat temperieren Raum “auftauen”.
Wenn ein fest integriertes E-MTB nicht in einem temperierten Raum stehen kann, ist eine trockene Garage die beste Notlösung. Ein offener Fahrradport sollte nur die letzte Wahl sein. Entscheidend ist, dass das Bike vor Regen, Schnee, Spritzwasser und Dauerfeuchte geschützt wird.
Eine wetterfeste, atmungsaktive Fahrradabdeckung kann sinnvoll sein. Sie schützt das E-MTB vor Regen, Schnee und Staub. Wichtig: Das Bike muss vor dem Abdecken trocken sein, sonst kann sich Feuchtigkeit darunter sammeln.
Neopren- oder Thermohüllen am Unterrohr können während der Fahrt helfen, die Auskühlung des Akkus zu verlangsamen. Das kann bei Kälte die verfügbare Reichweite etwas stabilisieren. Als Lösung für eine monatelange Lagerung im Freien taugen sie aber nicht. Sie erzeugen keine Wärme und ersetzen keinen frostfreien Raum. Solche Hüllen empfehlen sich deshalb vor allem für den Fahrbetrieb.
Stand das E-Bike lange bei minus 10 Grad Celsius oder kälter, ist der Akku nicht automatisch kaputt. Seine Leistung kann aber vorübergehend deutlich sinken. Das größte Risiko ist das sofortige Laden im ausgekühlten Zustand.
Das gilt nicht erst bei winterlichem Dauerfrost. Schon im Herbst liegen Tages- und Nachttemperaturen oft weit auseinander. Tagsüber steht das E-Bike vielleicht noch in der Sonne, nachts kühlt es im Schuppen oder Carport stark aus. Deshalb sollte ein kaltes Bike vor dem Laden immer erst in Ruhe Raumtemperatur erreichen. Was man dagegen nicht machen sollte: Das E-Bike aus dem Frost direkt in einen heißen Heizungskeller stellen, auch nicht aktiv erwärmen (zum Beispiel mit einem Fön).

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