Avinox MG ConceptAvinox zündet Motor-Getriebe-Revolution

Florentin Vesenbeckh

 · 25.06.2026

Die Motor-Getriebeeinheit MG Concept von Avinox fällt verhältnismäßig kompakt aus.
Foto: Adrian Kaether
Die Kombination aus E-Bike-Motor und integriertem Schaltgetriebe gilt als Königsweg - doch bisher konnte sich noch keine Lösungen im Markt durchsetzen. Jetzt versucht sich Avinox an einem innovativen Antrieb. Auf der Eurobike präsentiert die DJI-Tochter sein MG Concept - das bärenstark und verhältnismäßig kompakt ausfallen soll.

Meinung der BIKE Redaktion

Avinox hält an seiner krassen Taktung fest und zeigt den nächsten Kracher! Die Entwicklungsgeschwindigkeit der Chinesen ist enorm - bleibt die Frage wie schnell und gut das MG Concept in ein serienreifes Produkt gewandelt wird. Die Einheit könnte das nächste Produkt von Avinox sein, das die E-Bike-Branche so richtig aufwirbelt.


Es ist die Überraschung der Eurobike 2026. Erst im Frühjahr brachte Avinox den bahnbrechenden M2S auf den Markt. Jetzt zeigen die Chinesen den nächsten Kracher. Einen E-Bike-Motor mit integriertem Getriege. Eine Königslösung, an der sich schon viele Hersteller versucht haben. Doch so richtig durchsetzen konnte sich bisher keine Lösung.

Die Vorteile des Konzepts liegen auf der Hand: ​Kein Schaltwerk und keine Kassette, das bedeutet weniger Defektanfälligkeit und geringere Wartungskosten. Die Kette oder ein wartungs- und geräuscharmer Carbonriemen haben keinen Schräglauf, das reduziert den Verschleiß zusätzlich. Außerdem ist die Gewichtsverteilung ideal: Die schwere Schaltung sitzt zentral und tief im Bike - anstatt als ungefederte Masse am Hinterrad. Das verbessert die Fahrdynamik und Federungsperformance des Hinterbaus. Klappergeräusche werden minimiert und außerdem ist Schalten zu jedem Zeitpunkt möglich - auch im Stillstand.

Die Fakten zum MG Concept

  • Leistung und Drehmoment auf Niveau des Avinox M2S
  • Stufenloses Getriebe mit 520 % Bandbreite
  • Manuelles oder automatisches Schalten möglich
  • Ganganzahl und Gangsprünge konfigurierbar
  • Schaltgeschwindigkeit <0,1 Sekunden, ohne Zugunterbrechung
  • Für alle E-Bike-Kategorien gedacht
  • Mit Riemen oder Kette
  • Wartungsfrei für die gesamte Lebensdauer
  • Serienproduktion für 2027 geplant
  • Gewicht: rund 4 Kilo
  • Elektrische Bremsfunktion und Rekuperation perspektivisch möglich

Im Unterschied zu Pinions MGU E 1.12 setzt Avinox auf ein stufenloses Getriebe, das einem ECVT (Electronically-Controlled Continuously Variable Transmission) gleicht. Statt definierter Gangsprünge kann die Übersetzung kontinuierlich und stufenlos angepasst werden. So hat der Fahrer zu jedem Zeitpunkt die ideale Trittfrequenz parat. Das System bietet sich für eine automatische Schaltung an, doch es kann auf Wunsch auch manuell geschaltet werden. Besonderheit dabei: Die Gänge können frei gewählt werden, Ganganzahl und Gangsprünge sind also variabel. Insgesamt liefert das Getriebe eine Bandbreite von 520 Prozent. Identisch mit einem Sram Eagle Transmission-Antrieb.

Leistungsmäßig lässt sich Avinox natürlich nicht lumpen. Die “Performance-Variante” soll ähnliche Leistungswerte liefern wie der M2S. Das wären 1500 Watt und 150 Newtonmeter. Vermutlich wird es auch die MG-Motoren in mehreren Leistungsklassen geben. Eine konkrete Gewichtsangabe gibt es für die Einheit noch nicht. In Summe soll das Gewicht vergleichbar mit einer Kombi aus M2S-Motor und Sram-Kettenschaltung sein. Avinox spricht vage von rund 4 Kilo.

Bei den gezeigten Motoren handelt es sich noch um frühe Prototypen. Avinox spricht nicht von einem fertigen Produkt, sondern von einem Konzept. Auf der Messe waren allerdings bereits fünf Rahmen (Prototypen) von namhaften Herstellern ausgestellt, die explizit auf die neue Avinox-Einheit ausgelegt sind: Canyon, Commencal, Forbidden, Megamo und Mondraker. Laut Avinox haben diese Hersteller schon fest zugesagt, Bikes mit dem Antrieb umzusetzen. Noch im Laufe des Jahres 2027 sollen die ersten Bikes fertig zum Verkauf sein, sagt Avinox.

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Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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