Max Fuchs
· 28.03.2026
Durch seinen gemäßigten Anstrich spricht das Levo R neben ein paar ambitionierten Fahrern vor allem Einsteiger sowie jene an, die anspruchsvolles Gelände sowieso meiden. Genau diese Zielgruppe ist in der Regel nicht auf hochpreisige Vollcarbon-Bikes angewiesen. Umso schlüssiger, dass Specialized jetzt auch eine erschwinglichere Aluminium-Version anbietet – vermutlich genau die Variante, die den Bedürfnissen der Zielgruppe am ehesten entspricht. - Max Fuchs, BIKE-Redakteur
Specialized stellt mit dem Levo R – R steht für Rallye – Ende Februar ein neues Trail-E-Bike vor, das bewusst eine sehr breite Zielgruppe anspricht. Vom Gelegenheitsfahrer über Einsteiger bis hin zu erfahrenen Bikern, die ihr agiles Trailbike durch eine motorisierte Variante ersetzen möchten, sollen sich hier wiederfinden. Anders gesagt: Der Neuzugang richtet sich an alle, die das enorme Abfahrtspotenzial des klassischen Specialized Turbo Levo 4 – ebenso wie das vieler anderer vollgefederter E-Mountainbikes – weder ausschöpfen können noch unbedingt benötigen.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Oft fehlt es an Fahrtechnik oder an der Bereitschaft, ans Limit zu gehen. Manchmal liegt es auch am eher behäbigen Handling solcher Bikes oder an Strecken, die schlicht nicht anspruchsvoll genug sind. Gerade auf weniger fordernden Hometrails kann ein stark gefedertes E-MTB schnell an Reiz verlieren. Doch unabhängig von den individuellen Ursachen bietet ein leichtes, lebendiges E-Bike vielen Fahrern einen größeren Mehrwert als extreme Federwegsreserven.
| Federweg | 130 mm (hinten), 140 mm (vorne) |
| Rahmen | Aluminium |
| Laufräder | 29 Zoll |
| Geometrie | 65° Lenkwinkel, 77° Sitzwinkel |
| Motor | Specialized 3.1, 105 Nm, 810 W Peak |
| Akku | 840 Wh |
| Größen | 6 Größen verfügbar |
| Preis | 6.499 € |
| Gewicht | 24,24 kg |
Technisch basiert das Levo R klar auf dem aktuellen Levo 4 und ist eher als gezielte Weiterentwicklung denn als kompletter Neustart zu verstehen. Rahmenplattform und bewährte Features bleiben erhalten, werden jedoch zu einem leichteren Gesamtpaket gebündelt. Für den breiten Einsatz im Trail-Alltag reduziert Specialized den Federweg vorne und hinten um jeweils 20 Millimeter auf 140 bzw. 130 Millimeter.
Dadurch verändert sich auch die Geometrie: kürzer, weniger flach und nicht mehr auf maximale Fahrsicherheit ausgelegt. Stattdessen steht ein ausgewogenes, agiles und direktes Fahrverhalten im Vordergrund. Zudem setzt Specialized nun konsequent auf 29-Zoll-Laufräder an Front und Heck und verabschiedet sich von der Mullet-Bauweise.
Das Levo R war bislang nur in drei Carbon-Varianten erhältlich: S-Works (13.999 Euro), Expert (9.999 Euro) und Comp (7.999 Euro). Mit dem taufrischen Levo R Comp Alloy erweitern die Amerikaner die Modellpalette um eine erschwinglichere Alu-Variante. Kostenpunkt: 6.499 Euro.
Angetrieben wird das Bike vom Specialized 3.1 Motor in der Basis-Ausführung mit 105 Nm Drehmoment und einer Spitzenleistung von 810 Watt. Nur das Levo R S-Works kommt mit dem noch leistungsfähigeren S-Works-Aggregat. Der serienmäßig verbaute 840 Wh Akku sitzt mit nur einer Schraube gesichert im Unterrohr und kann im Handumdrehen zur Seite herausgenommen werden. Specialized bietet alternativ auch einen kleineren und leichteren 600 Wh Akku an. Der 280 Wh Range Extender ist ebenfalls mit dem Levo R Comp Alloy kompatibel und kann entweder als Reichweiten-Boost mit dem Hauptakku kombiniert werden oder das Specialized-Antriebssystem ganz alleine mit Strom versorgen. Die neueste Firmware des Levo-Systems bringt verschiedene Fahrmodi, Sicherheitsfunktionen und weitere Einstellmöglichkeiten mit. Hier findet ihr alle Infos zum Update.
Auch die Aluminium-Version nutzt einen Dämpfer mit Specializeds patentierter Genie-Technologie. Übrigens: Wer mehr Federweg wünscht, kann eine 150-mm-Gabel montieren. Der Rahmen ist dafür freigegeben. Das Genie-Federbein arbeitet mit zwei Luftkammern: einer zentralen Hauptkammer und einer kleineren äußeren Kammer. Durch das vergrößerte Luftvolumen spricht das Fahrwerk sensibler an und erzeugt besonders im mittleren Federwegsbereich mehr Schluckvermögen. Sobald rund 70 Prozent des Federwegs genutzt sind, schließt sich die äußere Kammer. Das Luftvolumen schrumpft, wodurch die Progression ansteigt. Das Ergebnis: viel Komfort und gute Traktion bei gleichzeitig hoher Endprogression mit viel Durchschlagsschutz.
Flip-Chips an der unteren Dämpferaufnahme und an der Kettenstrebe ermöglichen Geometrie-Feintuning, sodass Piloten mit den verschiedensten Vorlieben mit dem Bike auf ihre Kosten kommen. Der Lenkwinkel beträgt 65 Grad, der Sitzwinkel 77 Grad. Mit exzentrischen Steuersatzschalen lässt sich auch der Lenkwinkel um ±1 Grad anpassen.
Das Levo R Comp Alloy kommt mit einer Fox Performance 36SL-Gabel und einem Genie-Dämpfer, ebenfalls auf Fox-Performance-Basis. Der Antrieb: eine SRAM Eagle 90 T-Type-Schaltung. SRAM Motive Bronze-Bremsen sorgen für Verzögerung. Außerdem kommen hauseigene Alu-Laufräder zum Einsatz. Das Bike ist in sechs Größen erhältlich. Die kleinste Größe S1 ist nur mit Mullet-Bereifung erhältlich. Alle anderen Größen rollen einheitlich auf 29er-Laufrädern.
Durch seine gemäßigte Ausrichtung spricht das Levo R neben ein paar ambitionierten Fahrern vor allem Einsteiger sowie jene an, die anspruchsvolles Gelände sowieso meiden. Genau diese Zielgruppe ist in der Regel nicht auf hochpreisige Vollcarbon-Bikes angewiesen. Umso schlüssiger, dass Specialized jetzt auch eine erschwinglichere Aluminium-Version anbietet – vermutlich genau die Variante, die den Bedürfnissen der Zielgruppe am ehesten entspricht.

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