Falsche Bremskraftangabe bei Trickstuff

Sebastian Brust

 · 04.04.2017

Falsche Bremskraftangabe bei TrickstuffFoto: Georg Grieshaber
Falsche Bremskraftangabe bei Trickstuff
Trickstuff bremste diesmal knapp am Testsieg vorbei. Einem aufmerksamen Leser ist ein Fehler im Bremsbelagtest aufgefallen, der aber auf das Testergebnis keinen Einfluss hatte. Wir klären auf.

"Hallo Bike-Redaktion,

aus Eurem Bremsbeläge-Test in Heft 04/2017 werde ich nicht schlau: Auf Seite 60 werden den Trickstuff Standard-Belägen eine höhere Bremskraft und niedrigeren Verschleiß bescheinigt als dem Testsieger Sram organisch (es geht um die Sram Guide RSC), auf Seite 62/63 dann taucht in der Bewertung ein gegensätzliches Urteil auf - Bremsleistung nur 3 von 6 Punkten, Urteil "gut" für Trickstuff, SRAM-Beläge dagegen 6 von 6 Punkten bei Bremsleistung und "super". Beim Verschleiß habt Ihr beiden dieselbe Note gegeben obwohl laut Schaubild Seite 60 Trickstuff deutlich besser ist. Also was nun, liebe Redaktion?

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg"


Antwort:

Die Verwunderung unseres Lesers Hans-Georg ist berechtigt, denn in das Diagramm auf Seite 60 hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen und die Bremskraftwerte der beiden Trickstuff-Beläge vertauscht. Der "Power" erreichte mit 408 Newton im Vergleich die höchste Bremskraft auf der Sram Guide RSC, der "Standard" nur 296 Newton. Die Angaben zur Laufleistung und die Urteile im Testbrief sind so aber korrekt.

Die Bewertung der Bremsleitung setzt sich aus der erzielten Bremskraft und der Standfestigkeit im Wärmestandfestigkeitstest zusammen. Der Original-Belag lag bei der reinen Bremskraftentwicklung zwar hinter dem Trickstuff Power nur auf Rang zwei, erhielt allerdings die vollen sechs Punkte, weil er a) kein Initialfading zeigte und gleichzeitig b) unseren kompletten Wärmestandfestigeitstest vollständig durchlief, ohne bereits vorzeitig die Centerline-Scheibe zu zerstören.

Auch der Trickstuff Power zeigte kein Initialfading. In der letzen Teststufe setzte allerdings leichtes Belagfading ein. Das kam zwar spät und auch nicht plötzlich, bewirkte aber, dass er den Test eben nicht bis zum Ende durchhielt. Daher "nur" fünf von sechs möglichen Punkten.

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In der Verschleißwertung verfehlte der Trickstuff Standard nur um Haaresbreite die volle Punktzahl, während der Original-Belag gerade noch die fünf Punkte schaffte.

Wir hoffen, so die Klarheit wieder zufriedenstellend herbeigeführt haben zu können. Der Fehler ist in der Digitalausgabe bereits korrigiert.

Sebastian Brust ist Jahrgang 1979 und ursprünglich vom Klapprad der Oma sozialisiert, seit seinem fünften Geburtstag aber hauptsächlich auf Stollenreifen unterwegs. Liebt alle Arten Bikes – und das Verschmelzen mit der Natur. Findet, dass Scheibenbremsen heute viel sicherer sind als vor 15 Jahren und glaubt, mit seinen Bremsen- und Belagstests dabei geholfen zu haben. Dass sich die Fahrradindustrie an anderer Stelle ausgerechnet an für ihn falschen Idealen der Autobranche orientiert, bedauert der gelernte Ingenieur für Fahrzeugtechnologie allerdings sehr. Bei BIKE korrigiert, produziert und organisiert er digitalen Content auf der Webseite.

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