Der amerikanische Hersteller Specialized steigert die Leistungsfähigkeit seines aktuellen E-Mountainbikes Levo 4 per Over-the-Air-Update. Die neue Software erhöht die Leistung des 3.1-Motors um 18 Prozent, beim 3.1 S-Works sind es sogar 22 Prozent.
Doch die Aktualisierung beschränkt sich nicht allein auf nackte Leistungsdaten. Das Update bringt unter anderem eine neue Dynamic MicroTune-Funktion für eine maximal natürliche Kraftentfaltung des Motors, einen optimierten Nachlauf sowie eine überarbeitete Schiebehilfe. Damit unterstreicht Specialized seinen Ansatz, E-Bikes durch regelmäßige Software-Updates kontinuierlich weiterzuentwickeln. Das Update steht allen Kunden zur Markteinführung auf der Specialized-App zum Download zur Verfügung.
Mit Over-the-Air-Updates wird jedes Turbo-Bike zu einer lebendigen, sich weiterentwickelnden Maschine, die mit der Zeit immer besser wird. Mit einem einfachen Software-Update, das bequem von zu Hause aus durchgeführt werden kann, werden die Bikes leistungsstärker, raffinierter und personalisierter. - Marco Sonderegger, Leiter der Turbo-Technologie bei Specialized
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850 Watt Spitzenleistung und 111 Newtonmeter maximales Drehmoment – diese Werte ruft Specializeds upgedateter 3.1-Motor in der S-Works-Ausführung ab. Modelle unterhalb des S-Works-Levels bremst der US-Hersteller wie gewohnt softwareseitig ein. Dort liefert das Aggregat 810 Watt Peak-Power und 105 Newtonmeter Drehmoment. Zum Vergleich: Der Bosch Performance Line CX kommt seit dem jüngsten Software-Update auf 100 Newtonmeter und 750 Watt Spitzenleistung.
Schon gewusst? Das Ur-Levo war das erste E-Mountainbike mit eigener App. Als App-Pionier hat Specialized auch für dieses Update fleißig an der Smartphone-Schnittstelle gefeilt. Die Specialized-App bündelt nach wie vor Personalisierung, Systemdiagnose und Sicherheit in einer zentralen Plattform. Fahrer können ihre Fahrdaten analysieren, Informationen zum Bike abrufen abrufen und Daten mit Strava und Garmin synchronisieren.
Mit dem aktuellen Update legt Specialized in erster Linie beim Diebstahlschutz nach. Neu ist die Option, das Turbo-System zu sperren. Ist das Bike gelockt, lässt es sich – ähnlich einer Zwei-Faktor-Authentifizierung – nur per PIN in der App wieder aktivieren. Und sollte das Bike dennoch in falsche Hände geraten, zeigt die integrierte Apple-Find-My-Funktion auf iOS-Geräten jederzeit, wo es sich befindet.
Specializeds MicroTune-Funktionen sind kein Neuland: Wer maximale Kontrolle über die Motorleistung will, justiert Unterstützung und maximale Power synchron in 10-Prozent-Schritten. Die Dynamic-MicroTune-Funktion arbeitet ähnlich, hier passt man die Motorunterstützung ebenfalls in 10-Prozent-Schritten an.
Die maximale Motorleistung bleibt jedoch immer bei 100 % und wird nur freigesetzt, wenn man zum Sprint ansetzt. So fährt man mit wenig Unterstützung sparsam lange Strecken, kann aber bei einem plötzlichen Gegenanstieg die volle Power abrufen – automatisch, allein durch kräftigere Tretimpulse. Und das Beste: das ganze Feintuning geling auch ohne App direkt am Bike.
Wirklich neu im Dynamic-MicroTune-Modus ist die Einstellung 0/100, oder von Specialized „1x You“ genannt. Hier reagiert die Motorunterstützung eins zu eins auf den Tretinput: Liegen 200 W Tretleistung an, liefert das Specialized-Aggregat 200 W Unterstützung, 250 Watt Beinarbeit erzeugen 250 Watt Motoroutput – und das proportional bis zur maximalen Systemleistung.
Fans des bisherigen Specialized-Motors dürfen sich freuen: Der starke, gutmütige Charakter bleibt auch den aktualisierten Aggregaten erhalten – nur in Summe noch einen Tick kräftiger und feiner abgestimmt. Der 3.1-Motor schiebt steile Rampen nun noch souveräner hinauf und entfaltet selbst bei niedrigen Trittfrequenzen beeindruckende Kraftreserven.
Trotz der Leistungssteigerung lässt sich der Motor nach wie vor präzise dosieren und wirkt zu keiner Zeit ungestüm. Gerade das langsame, kontrollierte Erklimmen technischer Schlüsselstellen – dort, wo maximale Traktion und viel Drehmoment gefragt sind – gehört zur Paradedisziplin des 3.1-Antriebs.
Auch der optimierte Nachlauf greift nun noch unmittelbarer ein und schubst den Piloten schön kraftvoll über Geländekanten oder Stufen, an denen man ohne Nachlauf droht, mit den Pedalen aufzusetzen.
Was das Update allerdings nicht beheben kann, ist die Geräuschkulisse: Im ruppigen Gelände ist das bekannte Getriebeklappern aus dem Tretlagerbereich weiterhin hörbar.
Aus Marketingsicht ist es verständlich, dass auch Specialized mit besseren Leistungsdaten in das Motorwettrüsten einsteigt. Auch der ein oder andere Endverbraucher wird sich freuen, dass ihn das Specialized Levo nun noch schneller bergauf schieben kann.
Wirklich nötig hatte der Specialized-Motor das Leistungsupdate aber nicht. Denn selbst dem normalen 3.1-Aggregat mangelt es auch ohne das Update keinesfalls an Kraft und Leistung.
Viel spannender als die nachgeschärften Leistungsdaten finde ich deshalb den supernatürlichen 0/100 Dynamic-Micro-Tune-Modus. So natürlich und gleichzeitig kraftvoll fühlt sich in meinen Augen kein zweiter Full-Power-Motor an. Auch der Diebstahlschutz und die Apple-Find-My-Funktion bieten einen sehr großen Mehrwert.

Redakteur