Marcus Klausmann beendet Rennkarriere

Am Ende ein neuer Anfang

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 4 Jahren

Er war der Vorzeige-Downhiller Deutschlands: 15 deutsche Meistertitel, ein Worldcup-Sieg, ein Vize-Weltmeistertitel. Nun muss Marcus Klausmann seine Profikarriere an den Nagel hängen.

Im vergangenen Jahr ist es ruhig geworden um Deutschlands erfolgreichsten Downhill-Mountainbiker Marcus Klausmann. Ein Wechsel von Ghost zur Berliner Bikeschmiede Nox im Winter 2015/16, ein Auftritt bei der deutschen Enduro-Meisterschaft und ein paar spärliche Renneinsätze hier und da. Viel mehr war nicht zu hören vom Vize-Weltmeister, Worldcup-Sieger und 15-fachen Deutschen Meister im Downhill. Kein Wunder, denn ausgerechnet das Herz spielt nicht mehr mit und zwingt Klausmann nun dazu, seine Karriere als Profisportler an den Nagel zu hängen. Warum genau, das verrät er Euch am besten selbst:

Marcus Klausmann: Abschied von der Profikarriere

"Lebwohl zu sagen ist nicht immer einfach. Nach 20 Jahren exzessivem Radsport beginnt für mich ein neuer Lebensabschnitt. Ich muss zugeben, dass sich mein Ego nur sehr langsam an das gewöhnliche Leben fernab der Rennstrecken, ohne Adrenalin und Männerschweiß gewöhnt. Über die Hälfte meines Lebens waren internationale und nationale Wettkampferfolge wie ein Weltcupsieg, zwei Vizeweltmeistertitel und 15 deutsche Meistertitel mein Lebenselixier und meine Lorbeeren, auf denen ich mich nie ausruhen wollte. Es war mein Alltag, Körper und Geist darauf zu trimmen, die eigenen Grenzen zu ignorieren, immer noch einen Schritt weiter zu gehen (auch wenn es verdammt schmerzte), um ein Leben am Limit zu führen.
Für viele hört sich das nach Irrsinn an – für mich war es über Jahre normal und ich habe es geliebt. Genau diese Konstellation macht einen Profi aus und genau diese Tatsache macht es so schwer, am Ende einen Schlussstrich unter eine Sportlerkarriere zu ziehen. In diesem Sommer setzte mir mein eigenes Herz diesen Schlussstrich. Aufgrund einer Herzrhythmusstörung wurde eine Ablation an meinem Herzen vorgenommen. Leider brachte diese nicht den gewünschten Erfolg und die Rhythmusstörungen traten nach der deutschen Enduromeisterschaft wieder verstärkt auf. Ohne Diskussion und ohne Hintertürchen ist nun der Zeitpunkt für mich gekommen, dem Leistungssport den Rücken zu kehren – aber keine Angst, gelegentlich wird man sich im Bikepark wiedersehen.
Viele stellen sich jetzt bestimmt die Frage, wie es in Zukunft weitergeht: Mit vielen meiner Sponsoren werde ich weiterhin zusammenarbeiten und ihr werdet einiges von mir hören, sei es in den Bereichen Produktoptimierung, Neuentwicklungen oder schlichtweg als Markenbotschafter. Zusätzlich werde ich meine Fahrtechnikschule www.optimalline.de intensiver betreiben und ein neues Projekt in Sachen Suspension Service und Tuning ins Leben rufen. 20 Jahre Rennerfahrung wollen genutzt werden. Mehr dazu zu einem späteren Zeitpunkt. Bis dahin alles Gute und Danke."
Euer
Marcus

Die Karriere-Highlights von Marcus Klausmann

Mit Trial hat alles angefangen. Da war der eigene Spielplatz lebensnotwendig.

Sein erstes Trial-Rennen gewann Klausmann mit einem fetten Bienenstich im Gesicht.

Auch im Straßenrennen versuchte sich der junge Marcus. Und war erfolgreich, wie man sieht.

Kurz darauf, im Jahr 1991, gewann Marcus Klausmann den ersten seiner zwei WM-Titel im Trial.

Das heilige Trikot: Regenbogenstreifen für Klausmann bei der Trial-WM.

Marcus Klausmann gewann 1997 seinen ersten deutschen Meistertitel im Downhill. Mit gebrochenem Lenker!

Selbst in Maui wurden damals Downhill-Rennen ausgetragen. Und Marcus Klausmann war dabei.

Immer zur Stelle. Marcus Klausmanns Vater unterstützte seinen Sohn nach Kräften.

Beim Worldcup in Vigo im Jahr 2006. Am Ende reichte es für Platz zehn.

Auch einstecken musste Marcus Klausmann in seiner Karriere. Bei einem Genickbruch schrammte er nur haarscharf an einer Lähmung vorbei.

Im Bikepark fühlte sich Marcus Klausmann immer zu Hause.

Noch 2013 machte Marcus Klausmann beim Worldcup in Leogang eine gute Figur.

2013 holte Marcus Klausmann seinen letzten deutschen Meistertitel. Es war der fünfzehnte.

Auch der 15. Meistertitel war für Marcus Klausmann noch ein besonderer.

Die alte Leidenschaft Downhill lässt Marcus Klausmann bis heute nicht los.

Egal ob bei Ghost oder Nox – Hauptsache MTB-Downhill.

Mama Klausmann und Junior Klausmann. Nichts geht über Familie.

Auch Klausmann junior trainiert schon kräftig. Auf dem Pumptrack werden die wichtigsten Bike-Skills für schnelle Zeiten und sicheres Fahren geschult.

Vielleicht finden wir den Namen Klausmann in einigen Jahren wieder in den Ergebnislisten…

Für Nox ist Marcus Klausmann Teamleiter, Markenbotschafter und Testfahrer in einer Person.

Unterwegs im Bikepark mit dem Nox DHR.

Themen: Deutsche MeisterschaftDownhillKarriereMarcus KlausmannWeltcup


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