Interview Susi Buchwieser

Kennen Sie noch Susi Buchwieser?

  • Almuth Gierse
 • Publiziert vor 16 Jahren

Mit ihrer Schwester Regina Stiefl war Susi Buchwieser (heute Dahlmeier/34) ein Star im Worldcup. Nach einer Babypause feierte sie 1999 ein glanzvolles Comeback und gewann die BIKE Transalp Challenge.

Siegertypen: Susi zusammen mit Superstar John Tomac auf dem Podest des Grundig Cups


Wobei stören wir dich gerade?
Ich bin Goldschmiedin und war gerade am Löten. Meine Schwester hat Geburtstag und ich muss noch ihr Geschenk fertig machen.


Wie wird man vom Bike-Profi zur Goldschmiedin?
Ich wollte ein Handwerk lernen, wie alle in meiner Familie. In den Schulferien habe ich einmal in einer Goldschmiede in Mittenwald ein Praktikum gemacht. Ich hatte so viel Spaß, dass ich fast geweint habe, als die Ferien vorbei waren. Heute habe ich ein eigenes Atelier im Garten: ein kleines Hexenhäuschen mit Schindeln auf dem Dach.


Vor fünf Jahren warst du noch bei der Transalp Challenge auf Goldkurs ...
Ja, das war mein Höhepunkt beim Biken. Die erste Transalp bin ich zusammen mit meinem Mann gefahren, da war unser Sohn noch nicht mal ein Jahr alt. Wir haben das Ganze eher als Urlaub geplant und dann gewonnen. Das war toll. Man merkt, dass der Körper doch noch kann, der Kopf dabei aber über 50 Prozent ausmacht.


War das Rennen auch eine Bewährungsprobe für euch als Paar?
Nein. Bei uns hat alles gepasst. Man muss gemeinsam losfahren und auch gemeinsam ankommen wollen. Wenn der eine mal schwächelt, muss ihn der andere mitziehen, aber nicht überheizen. Der Zusammenhalt ist das Schönste auf so einer Tour.


Wie hast du den Worldcup in Erinnerung?
Unheimlich positiv. Ich hatte Glück, zu Beginn des Bike-Booms zu fahren. Damals war das noch wie eine große Familie. Das Geld stand noch nicht im Vordergrund. Da hat man noch zusammen am Rad geschraubt oder Trainingspläne ausgetauscht.


Was war dein schönstes Erlebnis?
Das war in Garmisch bei der Grundig Challenge. Ich war erst 17 und noch im ersten Lehrjahr zur Goldschmiedin. Mein Chef hat mich immer unterstützt und ich konnte die 2000 Mark Preisgeld gut gebrauchen. Damals musste ich mir mein Rad und die Klamotten noch bei Bekannten und Verwandten leihen.


An was denkst du nicht so gern zurück?
An Oslo. Da hab ich auch gewonnen, stand auf dem Siegerpodest und wir haben alle gejubelt – die Betreuer auch. Da hat mir jemand mein Fahrrad geklaut. Das hat mich richtig traurig gemacht, denn ich habe sehr daran gehangen. Auch als ich dasselbe Fahrrad wieder bekam, war es nicht mehr dasselbe.


Fährst du heute noch Rad?
Ja, Mountainbike. Das Rennrad habe ich den ganzen Sommer nicht aus dem Keller geholt. Zeiten und Platzierungen sind nicht mehr wichtig. Das habe ich lange genug gemacht. Jetzt fahre ich lieber durch die Natur und messe mich daran, ob ich die Strecken von früher noch rauf und runter schaffe.

Egal ob Cross Country ...

...oder Downhill – das bayerische Energiebündel war immer vorne mit dabei

Schlagwörter: Interview Susi Buchwieser


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