Max Fuchs
· 22.09.2026
Das Fuel MX 9 X0 AXS Gen 7 beweist, dass ein schweres Alu-Trailbike kein zäher Kletterer sein muss. 16,4 Kilo sind keine Ansage an Gewichtsfetischisten. Auf dem Trail kaschiert das Trek sein Übergewicht aber erstaunlich geschickt: Der steile effektive Sitzwinkel platziert den Fahrer vortriebsorientiert, die hohe Front schafft Langstreckenkomfort, und der Hinterbau bleibt auch ohne aktivierte Dämpferplattform auffällig ruhig.
Bergab setzt das Fuel MX klar auf Sicherheit. Der lange Reach, die hohe Front und der flache Lenkwinkel sorgen für eine aufrechte, vertrauenerweckende Fahrposition, besonders in steilen Abfahrten und bei Tempo. Das kleine Hinterrad hält das Bike in engen Kurven handlich genug, ohne aus ihm einen nervösen Trail-Floh zu machen. Insgesamt überwiegt die Laufruhe gegenüber der Agilität.
Haupt-USP bleibt jedoch die Plattform. Dank verschiedener Umlenkhebel, Flipchips und Dämpferaufnahmen könnte man unser Testbike Fuel MX auch als kurzhubigeres Trailbike EX oder in der LX-Konfiguration als vollgas Enduro mit 29er-Laufrädern aufbauen. Einen derart großen Einsatzbereich deckt kaum eine andere Plattform ab. Dieses Feature lässt sich das Fuel MX 9 X0 AXS zwar auch bezahlen, für Trek-Verhältnisse ist es zum aktuellen Kurs dennoch erstaunlich fair ausgestattet.
| Merkmal | Angabe |
| Modell | Trek Fuel MX 9 X0 AXS Gen 7 |
| Modelljahr | 2026 |
| Rahmen | Alpha NEXT Platinum Aluminium |
| Gewicht | 16,4 kg in Größe L, BIKE-Messung |
| Serienkonfiguration | Fuel MX: 29 Zoll vorn, 27,5 Zoll hinten |
| Federweg | 160 mm vorn, 150 mm hinten |
| Fahrwerk | Fox Factory, vorn Fox 36, hinten Float X |
| Schaltung | SRAM X0 AXS Transmission, 12-fach, elektronisch und kabellos |
| Bremsen | SRAM Maven, 4 Kolben |
| Cockpit | Race-Face-Komponenten |
| Plattformdetails | Umbau zwischen EX, MX und LX mit passenden Komponenten möglich; ZS-Steuersatz, integriertes Staufach, ABP-Hinterbau, UDH, BSA-Tretlager |
| Größen | S, M, L, XL |
| Konfiguration | Laufräder | Federweg hinten/vorn | Lenkwinkel |
| Fuel EX | 29/29 Zoll | 145/150 mm | 64,5 Grad |
| Fuel MX | 29/27,5 Zoll | 150/160 mm | 64,2 Grad |
| Fuel LX | 29/29 Zoll | 160/170 mm | 63,5 Grad |
Im MX-Aufbau rollt vorn ein 29er, hinten ein 27,5er. Das große Vorderrad bringt Ruhe und Überrollverhalten, das kleinere Heck schafft auf steilen Passagen mehr Bewegungsfreiheit hinter dem Sattel und hilft beim Umsetzen in engen Kurven. Diese Vorteile spürt man auch auf unserem Testbike.
Trotzdem fährt das Fuel nicht hyperaktiv. Die 440 Millimeter langen Kettenstreben und die insgesamt stabile Geometrie verhindern, dass das Trek bei Highspeed und im Groben nervös wird. Es ist ein sicheres, laufruhiges Trailbike, das seine Agilität kontrolliert dosiert.
Die hohe Front, der lange Reach und der flache Lenkwinkel verstärken diesen Eindruck. Der Fahrer steht aufrecht und sicher hinter dem Cockpit, was in steilen Abfahrten und schnellen Passagen spürbar Vertrauen schafft. Das Fuel MX fordert keine akrobatische Grundhaltung. Es gibt dem Fahrer Platz und Ruhe, wenn der Trail anspruchsvoll wird.
16,4 Kilogramm in Größe L fühlen sich beim Klettern normalerweise träge an. Das Fuel MX kann seine Masse dennoch gut überspielen. Der steile effektive Sitzwinkel positioniert den Fahrer zentral und vortriebsorientiert im Bike. Zusammen mit der moderaten Kettenstrebenlänge und der hohen Front entsteht eine Sitzposition, die komfortabel genug für lange Tage, aber dennoch sportlich genug ist, um steile Rampen kontrolliert zu erklimmen.
Entscheidend ist der Hinterbau. Selbst ohne zugeschaltete Dämpferplattform wippt das Trek beim Pedalieren auffällig wenig. Auch im Wiegetritt bleibt das Heck stabil und sackt nicht mit jedem Kurbelimpuls weg. Dieser antriebsneutrale Charakter zahlt direkt auf die Kletterstärke ein.
Auch wenn das effiziente Fahrwerk bergauf Freude bereitet, bringt der höhere Anti-Squat-Wert im Gelände bergab konstruktionsbedingt aber auch mehr Pedalrückschlag mit sich. Auf ruppigen, griffigen Trails kann das störend wirken. Wer darauf empfindlich reagiert, dem empfehlen wir, das Trek mit einem Ochain oder Rimpact Spider zu kombinieren, um das Pedalfeedback zu reduzieren.
Ansonsten liefert der Viergelenker-Hinterbau keine Überraschungen. Das Heck bietet beim Abdrücken an Sprüngen und beim Pushen in Anliegern ausreichend Gegenhalt, sodass aktiver Körpereinsatz nicht versandet. Gleichzeitig spricht das System gut an, generiert viel Traktion und bietet ausreichend Komfort. Keine Offenbarung, aber dennoch kein Grund zur Kritik.
Die SRAM Maven-Bremsen passen zum Sicherheitsfokus des Bikes. Sie liefern viel Biss und damit die nötige Reserve, wenn es schneller und steiler wird. Auch die Race-Face-Parts passen gut ins hochwertige Bild. Trek verzichtet hier auf dekoratives Tuning und stattet das Bike mit Komponenten aus, die zur vorgesehenen Belastung passen. Gemessen an Treks üblichen Preisregionen fällt das Gesamtpaket erfreulich preisleistungsstark aus.
Das Trek Fuel MX 9 X0 AXS Gen 7 ist gelungen, weil es zwei Dinge glaubwürdig miteinander verbindet: Serienmäßig fährt es als sicheres, komfortables und überraschend kletterstarkes Mullet-Trailbike mit hoher Abfahrtsreserve. Gleichzeitig bleibt der Rahmen offen für einen noch vortriebsorientierteren Trail- oder abfahrtslastigeren Enduro-Umbau.
Der Aluminiumrahmen und die 16,4 Kilo Gesamtgewicht machen das Fuel nicht zum Leichtgewicht. Der Fahrspaß leidet darunter aber weniger als erwartet, weil Sitzposition, Hinterbau und Geometrie das Gewicht gut kaschieren. Bergab liefert die hohe Front viel Sicherheit, das kleine Hinterrad bewahrt ausreichend Wendigkeit. Nur wer einen extrem verspielten Kurvenräuber sucht, findet die 440er-Kettenstreben möglicherweise etwas zu spurtreu.
Die Kehrseite der hohen Effizienz ist der spürbare Pedalrückschlag auf rauen Trails. Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern der technische Preis für den hohen Anti-Squat-Wert. Unterm Strich ist das Fuel MX 9 X0 AXS Gen 7 ein gelungener, fahrstarker Allrounder mit viel Reserven für anspruchsvolles Gelände und genug Vortrieb, um auch im Toureneinsatz zu funktionieren.

Redakteur
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