Ein düsterer Schleier aus Wolken und Nieselregen hängt über den Dächern von Neustadt an der Weinstraße. Unsere Test-Bikes sind abgestimmt. Doch wir knüllen uns noch etwas unmotiviert in unsere Regenjacken. Zugegeben: Um diese Jahreszeit hätten wir uns für unsere Etappen-Tour eine angenehmere Location gewünscht – zumindest was das Wetter angeht. Im Hinblick auf das bevorstehende Duell der beiden Down-Country-Bikes, die da vor uns im Niesel stehen, hätten wir es aber besser nicht treffen können. Denn unsere Route führt uns einmal quer von Süd nach Nord durch das Singletrail-Paradies Pfälzer Wald und wieder zurück. 200 Kilometer mit 3900 Höhenmetern verteilt auf drei Etappen scheinen dieser Bike-Kategorie als Teststrecke wie auf den Leib geschneidert.
Entgegen dem Trend, Trailbikes auf Kosten des Gewichts für immer garstigere Abfahrten zu wappnen, lechzen die beiden Konkurrenten Santa Cruz Blur TR und Cannondale Scalpel SE förmlich nach Kilometern. Grundvoraussetzung für die Langstreckentauglichkeit ist immer noch ein möglichst geringes Gewicht. Um unterhalb der magischen Zwölf-Kilo-Marke zu landen, bedienen sich beide Hersteller bei den zierlichen Carbon-Chassis der hauseigenen Marathon-Fullys. Dadurch sparen Santa Cruz und Cannondale allein beim Rahmen im Schnitt 500 Gramm gegenüber den ausgewiesenen Trailbikes mit eigenständigen Rahmenplattformen.
Mit etwas mehr Hub am Dämpfer, 120er-Gabeln und Teleskopstützen für eine bessere Downhill-Performance ausgerüstet, verlagert sich der Einsatzbereich der Fliegengewichte spürbar Richtung Tour. Down Country – so wird die Kreuzung aus Racefully und Trailbike im Fachjargon genannt. Doch bevor die beiden US-Bikes ihre Muskeln auf unserem Ritt durch den Pfälzer Wald spielen lassen durften, mussten sie sich noch im BIKE-Testlabor beweisen.
Wie das Test-Duell "Santa Cruz Blur TR CC X01 AXS RSV gegen Cannondale Scalpel Carbon SE Ltd." ausgeht, erfahren Sie im Test aus BIKE 4/2022. Den Testbericht können Sie bequem unter dem Artikel als PDF herunterladen.

Redakteur