Cube Stereo One22 C:62 TM 29 im CheckFahrspaß-Trailbike für unter 3000 Euro

Jan Timmermann

 · 20.06.2026

Auf den ersten Blick ist es kaum zu glauben, dass das Carbon-Trailbike von Cube unter 3000 Euro kosten soll.
Foto: Georg Grieshaber

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Stimmt bei diesem Bike eigentlich alles? Das Cube Stereo One22 C:62 TM 29 vereint einen leichten Carbonrahmen mit einer funktionalen Ausstattung, einer modernen Geometrie und einem attraktiven Preis. Das Trailbike scheint für 2999 Euro ein echter No-Brainer-Deal zu sein. Wir haben die Fakten gecheckt, um doch noch ein Haar in der Suppe zu finden.

Themen in diesem Artikel

Auf den ersten Blick wirkt das Cube Stereo One22 C:62 TM 29 wie der Traum jedes Bike-Käufers. Leichte Trailbikes gelten seit Jahren als echte Super-Kategorie mit breitem Einsatzbereich - auch hier in der BIKE-Redaktion. Leider stehen ein geringes Gewicht, eine starke Performance und ein schlanker Preis viel zu oft im Widerspruch. Trailbikes um 13 Kilo kosten gerne mal 7000 Euro und mehr. Wie kann es da sein, dass das nicht einmal halb so teure Cube Fully nur 13,3 Kilo wiegt? Da muss es doch einen Haken geben! Wir haben das Stereo One22 C:62 TM 29 unter die Lupe genommen.

Cube Stereo One22 C:62 TM 29 im Detail

  • Einsatzbereich: Trail
  • Federweg: 130 / 120 mm
  • Laufradgröße: 29”
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Gewicht: 13,3 kg (BIKE-Messung, Größe M)
  • Preis: 2999 Euro >> hier erhältlich
  • Besonderheiten: Tool-Mount, Lenkwinkelanpassung über Steuersatzschalen

Ausstattung

  • Gabel: Fox 34 Rythm Grip
  • Dämpfer: Fox Float
  • Antrieb: Shimano XT (1 x 12), 30; 10-51
  • Bremsen: Shimano XT, 203/180 mm
  • Dropper-Posz: Cube Dropper
  • Laufräder: Newmen Beskar 30 light/base
  • Reifen: Maxxis Forekaster MaxxTerra Exo, 29 x 2,4 WT

Schlank und rank

Basis des Cube Stereo One22 C:62 TM 29 ist ein schlanker Rahmen aus Carbon. Die Züge laufen durch den Steuersatz ins Rahmeninnere, was für eine aufgeräumte Optik sorgt, Service-Arbeiten jedoch erschweren kann. Über Steuersatzschalen lässt sich der Lenkwinkel an persönliche Vorlieben und das Gelände anpassen. Die Niederbayern schützen das Chassis mit vielen Protektoren und gönnen dem Trailbike einen Tool-Mount unter dem Oberrohr. Das Stereo One22 stellt 130 Millimeter Federweg vorne und 120 Millimeter hinten parat. Geschaltet wird mit einer leichten Shimano XT Zwölffach-Gruppe. Deren mechanische Funktion ist bewährt, unter Last jedoch nicht ganz so präzise, wie Alternativmodelle. Typisch Cube stammen die Verschleißteile des Antriebs nur aus der etwas günstigeren SLX-Familie.

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So fährt sich das Trailbike von Cube

​Bereits mit den ersten Tritten in die Pedale zeigt das Stereo One22 einen ausgeprägten Vorwärtsdrang. Trotz seines günstigen Preises fällt das Gewicht erfreulich niedrig aus und liegt auf Augenhöhe mit vielen Highend-Trailbikes im ähnlichen Federwegsbereich. Auch progressive Cross-Country-Fullys stoßen inzwischen in die 120-130-Millimeter-Kategorie vor, sind fast immer nochmals deutlich leichter aber meist auch deutlich teurer. Auch die Aluminium-Laufräder von Newmen wiegen verhältnismäßig wenig und sorgen gemeinsam mit den schnell rollenden Maxxis-Reifen für einen vorbildlichen Vortrieb. Das Cube Stereo One 22 C:62 klettert effizient über kurze Gegenanstiege und lässt sich mühelos durch verwinkelte Trails manövrieren - top für sportliche Trailrunden!

Die ausgewogene Sitzposition, welche aus einem moderaten Reach, einem angenehm steilen Sitzwinkel und einer vergleichsweise hohen Front entsteht, sorgt für hohen Komfort. So bleiben selbst lange Touren im Sattel angenehm. Kritik gibt es lediglich in steilen Anstiegen: Durch die kurzen Kettenstreben neigt die Frontpartie dazu, früh abzuheben. Zudem zeigt der Hinterbau im Wiegetritt leichte Wippbewegungen. Der gut erreichbare Plattformhebel schafft hier jedoch wirksam Abhilfe und reduziert die Antriebseinflüsse deutlich.

Fahrspaß-Kumpel

​Auch in der Abfahrt profitiert das Cube Bike von seiner gelungenen Geometrie. Der hohe Stack vermittelt viel Sicherheit und positioniert den Fahrer souverän hinter dem Cockpit. Dadurch fühlt man sich auf steilen Trails stets sicher. Das kurze Heck verleiht dem Bike ein sehr agiles Handling, insbesondere in engen Kehren. Zudem lässt sich das Vorderrad leicht entlasten und das Bike spielerisch aufs Hinterrad ziehen. Entsprechend hoch fällt der Fahrspaß an Bord des Stereo One22 aus. Sobald das Gelände jedoch anspruchsvoller wird, stößt das Trailbike an seine Grenzen. Die Reifenbestückung schränkt die Performance im schwierigen Terrain etwas ein. Der Maxxis Forekaster überzeugt in der harten Gummimischung zwar durch einen geringen Rollwiderstand, bietet gerade an der Front jedoch noch Potenzial des Grips. In steilen Abfahrten dürften sich Cube-Piloten mehr Dropper-Hub wünschen, denn das Sitzrohr baut kurz.

Zwar spricht das Fahrwerk des Cube Stereo One22 C:62 TM 29 sensibel auf kleine Unebenheiten an, bei schnellen Schlägen und harten Schlagserien stellt es seine Reserven jedoch nur begrenzt zur Verfügung. Das Fahrgefühl wirkt dann wenig satt und vermittelt weniger Sicherheit. Schläge von Wurzelfeldern oder groben Steinen gelangen häufig spürbar bis zum Fahrer durch. Leider bieten die einfachen Fox-Federelemente nur wenige Einstell-Optionen, um die Dämpfungseigenschaften zu optimieren. Insgesamt jedoch ist die Ausstattung angesichts des Kaufpreises außergewöhnlich stark. Die Shimano Scheibenbremsen mit vier Kolben vorne und zwei Kolben hinten sind eine ausgezeichnete und kräftige Wahl für das leichte Trailbike von Cube.

Fazit

​Das Cube Stereo One 22 C:62 TM 29 ist preislich eine krasse Ansage. Hier gibt’s jede Menge Fahrspaß und sehr gute Touren-Kompetenzen für wenig Geld. Aufgrund der begrenzten Fahrwerksreserven entfaltet das Bike seine größten Stärken vor allem bei einem sportlichen Fahrstil. Für besonders raues und technisches Terrain existieren in dieser Klasse geeignetere Trailbikes. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

Pro

  • sehr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis
  • guter Vortrieb punktet auf langen Touren
  • spaßige Geometrie

Contra

  • suboptimale Fahrwerks-Performance
  • Dropper-Hub und Reifenwahl für extremes Gelände zu zahm
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Jan Timmermann

Jan Timmermann

Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

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