Das ist keine knappe Mehrheit. Das ist ein Klassenunterschied in der Verkaufsstatistik. Auf ein neu verkauftes Mountainbike ohne Motor kommen rechnerisch gut 13 verkaufte E-MTBs. Das sagt die Statistik zum Fahrrad-Markt 2025, und für das laufende Jahr dürfte das Endergebnis nicht gänzlich anders aussehen.
Die Zahlen stehen in den 2026er Marktdaten des VDZ (Verband des Deutschen Zweiradhandels), basieren allerdings auf einer Erhebung des Zweirad Industrie Verbandes (ZIV) für 2025. Entscheidend ist der Maßstab: Gezählt werden neu verkaufte Bikes in Deutschland, nicht die Bikes, die sich über die Trails bewegen. Die Zahlen spiegeln also die aktuelle Nachfrage wieder, sind aber kein Spiegelbild der Fahrradkultur hierzulande. Ganz sicher ist das Verhältnis MTB versus E-MTB draußen in den Wäldern, Fluren, auf den Bergen und in den Parks ein ganz anderes als in den Statistikbüchern der Wirtschaftsverbände – ohne dass dies mit konkreten Zahlen belegt ist.
| MTB-Kategorie | Verkäufe 2025 in Deutschland | Anteil innerhalb der MTB-Gruppe |
| E-MTB | 741.000 | 93,4 % |
| MTB ohne Motor | 52.500 | 6,6 % |
| Gesamt | 793.500 | 100 % |
Wer ausschließlich auf den Neukauf blickt, muss deshalb festhalten: Das unmotorisierte Mountainbike ist innerhalb dieser Modellgruppe mengenmäßig die klare Minderheit. Noch viel dramatischer ist aber die wirtschaftliche Bedeutung dieser beiden Fahrradkategorien. Der VDZ legte dazu keine konkreten Zahlen vor, doch da die durchschnittlichen Verkaufspreise von E-Mountainbikes erheblich über denen der unmotorisierten MTBs liegen, fällt das Umsatz-Verhältnis noch deutlicher zugunsten der E-MTBs aus.
Dabei ist die MTB-Gruppe keineswegs eine kleine Ecke des Fahrradmarktes. Mit und ohne Motor erreicht sie laut Modellgruppen-Auswertung 21,4 Prozent aller Fahrrad- und E-Bike-Verkäufe. Nur Trekkingräder liegen mit 31,3 Prozent davor. Innerhalb des E-Bike-Marktes wiederum führt das E-MTB mit 38 Prozent die Modellgruppen an.
Aus der Dominanz beim Verkauf folgt aber eben nicht, dass klassische Mountainbikes von den Trails verschwunden sind. Bereits vorhandene Räder tauchen in dieser Jahresstatistik nicht auf. Ebenso wenig lässt sich daraus ablesen, wie häufig ihre Besitzer fahren oder wie sportlich sie unterwegs sind. E-Mountainbikes werden – das sagen frühere Umfragen in den Leserschaften unserer Fahrrad-Titel – häufiger für den Alltag und zum Pendeln eingesetzt als normale Mountainbikes. Das dürfte sich in der Trail-Präsenz dieser beiden Kategorien weiter zugunsten des unmotorisierten MTB auswirken. Dazu kommt: Die Innovationssprünge sind bei Mountainbike kleiner als bei E-Mountainbikes. Das wirkt sich auf die Kauf-Frequenz aus: Ist der Kaufanreiz durch Innovation groß, wird in kürzeren Intervallen gekauft. Mit der reinen Anzahl der Mountainbiker und E-Mountainbiker hat das wiederum nicht direkt zu tun.
741.000 zu 52.500: Beim MTB-Neukauf ist der Motor nicht mehr die Ausnahme, sondern der Normalfall. Das klassische Mountainbike bleibt in dieser Statistik eine kleine Minderheit. Sein Ende belegen die Zahlen jedoch nicht. Sie vermessen den Absatz eines Jahres, nicht die gesamte Mountainbike-Kultur. Wer beides auseinanderhält, erkennt die Dimension der Elektrifizierung, ohne das Bio-Bike vorschnell abzuschreiben.

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