32 Zoll Stahl-Hardtail made in GermanySour Pasta Party 32 Singlespeed im Spotlight

Jan Timmermann

 · 26.10.2026

Sour vereint am Pasta Party 32 einen Singlespeed-Antrieb mit lokal gefertigtem Stahlrahmen und der neuen 32"-Laufradgröße.
Foto: Jan Timmermann
Wie seht ihr das: Macht Singlespeed am 32 Zoll Hardtail überhaupt Sinn? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

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​Das Sour Pasta Party 32 kombiniert einen in Deutschland handgefertigten Stahlrahmen mit 32-Zoll-Laufrädern. Auf Wunsch erstrahlt das Stahl-Hardtail im Custom-Aufbau und rockt einen Singlespeed-Antrieb. Wir haben uns das Sour Pasta Party 32 im Detail angeschaut.

32-Zoll-Laufräder sind im Mountainbike-Sport bislang eine Ausnahme. Das Sour Pasta Party 32 nutzt das neue Laufrad-Format für ein Hardtail, dessen Konzept auf effizientes Vorankommen über längere Distanzen ausgelegt ist. Der Dresdner Hersteller übernimmt dabei die Grundidee des bewährten Pasta Party, passt die Rahmengeometrie aber gezielt an den größeren Laufraddurchmesser an. Als Rahmenmaterial dient CrMo-Stahl, die Fertigung erfolgt in der eigenen Werkstatt in Sachsen. Ein exzentrisches Tretlager erlaubt die Verwendung eines Singlespeed-Antriebs. Individualisten können sich mit dem Stahl-Hardtail von Sour also ein ganz besonderes Mountainbike auf 32 Zoll Laufrädern aufbauen.

Fazit

Ich fahre selbst ein Sour Pasta Party im Singlespeed-Custom-Aufbau. Der Stahlrahmen ist nicht unbedingt leicht, dafür aber definitiv kein Null-Acht-Fünfzehn-Chassis. Auch die Fertigung im eigenen Land darf man betonen. Mit der Option auf 32 Zoll Laufräder ist Sour gerüstet für die Zukunft. Zum Konzept des Pasta Partys passen die großen Laufräder gut. Hoffentlich stehen bald mehr Teile-Optionen zur Wahl. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

Sour Pasta Party 32 im Detail

  • Einsatzbereich: Cross Country / Marathon / Bikepacking
  • Federweg: 100-120 mm
  • Laufradgröße: 32”
  • Rahmenmaterial: Stahl
  • Gewicht Rahmen: ca, 2325 g
  • Preis Rahmen: 1299 Euro
  • Besonderheiten: exzentrisches Tretlager, externe Zugführung,Custom-Aufbau und -Lackierung möglich, made in Germany

Stahlrahmen aus Dresden

Die Geschichte von Sour beginnt 2018 im Umfeld der Dresdner Binova GmbH. Aus der Verbindung von technischer Entwicklung und persönlicher Begeisterung für den Radsport entstand eine eigenständige Fahrradmarke. Im März 2019 ging Sour mit einem eigenen Onlineshop an den Start. Das Modellprogramm entwickelte sich anschließend über verschiedene Kategorien hinweg. Ein wichtiger Schritt war das Projekt „Homebrew“, mit dem Sour die Rahmenfertigung nach Deutschland holen wollte. Die Erfahrungen mit internationalen Lieferketten während der Corona-Pandemie verstärkten den Wunsch, mehr Kontrolle über die Produktion zu gewinnen. Seit 2022 fertigt Sour seine Rahmen in einer eigenen Werkstatt in Sachsen, nahe Dresden

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Der Rahmen des Sour Pasta Party besteht aus mehrfach konifizierten, teilweise wärmebehandelten Chromoly-Stahlrohren. Die Stahlrohre stammen unter anderem von Herstellern in Taiwan und Europa. Rahmenbau, Entwicklung und Lackierung sind dagegen eng mit dem eigenen Standort verbunden. Das Ziel des Materialeinsatzes ist eine Kombination aus direkter Kraftübertragung, kontrolliertem Fahrverhalten und ausreichender Haltbarkeit. Durch unterschiedliche Wandstärken und Rohrdimensionen lässt sich die Konstruktion gezielt auf die auftretenden Belastungen abstimmen. Sour verfolgt dabei das Ziel, eine direkte Kraftübertragung mit kontrolliertem Fahrverhalten und hoher Dauerhaltbarkeit zu verbinden. Charakteristisch sind das ovalisierte Oberrohr und die entsprechend geformte Unterseite des Sitzrohrs. Auch die Ausfallenden sind auf eine langfristige Nutzung ausgelegt. Ein austauschbares Schaltauge erleichtert Reparaturen. Züge werden extern geführt, was Schrauber freuen dürfte. Eine Dropper-Post mit interner Anlenkung lässt sich dennoch verbauen.

Das Rahmengewicht gibt Sour für Größe M mit rund 2325 Gramm an, ohne Steckachse, Schrauben und Bremsaufnahme. Der Aufbau ist damit nicht ausschließlich auf geringes Gewicht ausgelegt. Vielmehr stehen die konstruktiven Eigenschaften des Stahlrahmens und die Anforderungen des vorgesehenen Einsatzbereichs im Vordergrund. Trotz der Herstellung in Deutschland bleibt der Rahmenpreis mit 1299 Euro vergleichsweise fair. Gegen Aufpreis setzt Sour individuelle Custom-Lackierungen um, inkludiert Steuersatz und Variostütze. Sogar spezielle Aufnahmen und Anschraubpunkte lassen sich ordern. Eine passende Starrgabel aus Stahl ist für 299 Euro im Programm.

Geometrie für lange Touren im Gelände

Sour hat die Geometrie des Pasta Party 32 entsprechend angepasst. Ziel ist es, die Vorteile der größeren Räder zu nutzen, ohne die Lenkung unnötig träge auszulegen. Das Konzept richtet sich vor allem an Fahrer, die lange Strecken auf Waldwegen, Schotterpassagen und Trails zurücklegen. Der Lenkwinkel beträgt moderne 66,6 Grad, der Sitzwinkel steht 75,6 Grad steil. Um die großen 32 Zoll Laufräder aufzunehmen, bauen die Kettenstreben 450 Millimeter lang. In Rahmengröße L misst der Radstand 1225 Millimeter. Sour verspricht sich davon eine stabile Fahrposition, insbesondere bei höherem Tempo und auf unebenem Untergrund. Freigegeben ist das Pasta Party 32 auch für Federgabeln mit 100 bis 120 Millimetern Federweg. Bislang schaut es bei der Verfügbarkeit entsprechender Teile jedoch mau aus. Der Rahmen ist für Reifen bis 32 mal 2,4 Zoll ausgelegt.

Für längere Touren stehen zwei Flaschenhalteraufnahmen im Rahmendreieck und eine weitere unter dem Unterrohr zur Verfügung. Das ermöglicht unterschiedliche Lösungen für die Trinkwasserversorgung und den Transport zusätzlicher Ausrüstung. Insgesamt ist das Sour Pasta Party 32 ist nicht auf einen eng definierten Einsatz beschränkt. Seine Ausrichtung macht es für ausgedehnte Trainingsrunden und Marathonstrecken interessant. Gleichzeitig bietet der Rahmen praktische Voraussetzungen für längere Bikepacking-Exkursionen.

Singlespeed 32-Zoll-Hardtail

Eine Besonderheit des Sour Pasta Party 32 ist die Option auf einen Singlespeed, wie ihn das deutsche Label auch an seinem Show-Aufbau zeigt. Dafür nutzt der deutsche Rahmenbauer ein schillerndes Singlespeed-Ritzel von Cyber-Cycles und eine verchromte Klassik-Kurbel von White Industries. Gespannt wird die Kette mittels eines exzentrischen Tretlagers. Am Showbike gibt es eine Prototypen-Version für die Weiterentwicklung der bestehenden Lösung zu entdecken. Bereits das 29er Sour Pasta Party setzte auf die optisch cleane Lösung eines Exzentrers, welcher horizontal verschiebbare Ausfallenden zum Spannen der Kette überflüssig macht.

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Jan Timmermann

Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

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