Die Fangemeinde von leichten MTB-Hardtails darf sich über Familienzuwachs freuen. Simplon hat sich nach drei Jahren seinen Klassiker Razorblade vorgenommen und bei den Eurobike Media Days die Evolution seines Carbon-Hardtails präsentiert. Vor allem an der Gewichtsschraube haben die Entwickler aus Vorarlberg um Rainer Sebal gedreht. Durch ein optimiertes Layup der Carbonfasern und ein noch cleaneres Design ohne unnötigen Schnickschnack haben sie das Rahmengewicht des Razorblade 29 SL – der Superlight-Version – auf 850 Gramm gedrückt. Das Carbon-Chassis des „normalen“ Razorblade 29 bringt für 2019 etwa 1000 Gramm auf die Waage. Damit spielt Simplon wieder in der Champions League der leichtesten MTB-Hardtails mit, die aktuell vom Stoll R1 mit 829 Gramm angeführt wird. Trotzdem sollen keine Abstriche in Sachen Tretlager- und Lenkkopfsteifigkeit gemacht werden, die Werte sollen auf dem Niveau des Vorgänger-Bikes liegen – und die waren sehr gut. Die leichteste angebotene Version des Razorblade 29 SL kommt auf ein Gesamtgewicht von 8,65 kg.
Für den nötigen Sitzkomfort nutzt Simplon eine hauseigene Carbon-Sattelstütze mit 27,2 mm Durchmesser und den Flex der filigran konstruierten Sitzstreben. Ein pfiffiges Detail ist die Kabelführung am Steuerrohr: Wie bei Simplons Aero-Rennrad Pride verschwinden die Züge von Schaltung und hinterer Bremse in der oberen Steuersatz-Schale. Bis zum Ausgang aus den Kettenstreben sind die Kabel also komplett im Rahmen integriert. Für diese Lösung hat Simplon mit Acros einen speziellen Steuersatz entworfen. Durch den Eintritt über den Steuersatz spart sich Simplon am Razorblade die seitlichen Eingänge am Steuerrohr, was wieder ein paar Lagen Carbon und dadurch Gramm spart. Weiterer Vorteil: Es scheuert nichts bei Lenkeinschlägen. Zusätzlich schützt ein Lenkanschlag an der Unterseite des Steuerrohrs vor Einschlägen der Bremshebel ins Oberrohr.
Damit der leichte Rahmen bei Matschfahrten keine Schrammen abbekommt, werden auf der Innenseite der Kettenstreben Edelstahl-Plättchen ins Carbon einlaminiert. Das neue Razorblade kann man auch weiterhin mit 2fach-Schaltungen fahren, wer Einfach-Antriebe fährt, kann die Umwerferaufnahme für eine Kettenführung nutzen. Um beim Razorblade SL alles herauszuholen, kommt das Bike serienmäßig mit superleichter Tune-Steckachse am Hinterrad.
Wie bei Simplon üblich kann man sich das Razorblade 29 und die SL-Version nach seinen Wünschen im Konfigurator zusammenstellen. Komplettbikes gibt es ab 3000 Euro, vom Superlight ab 3900 Euro.