Nicolai Helius RC

BIKE Magazin

 · 29.06.2008

Nicolai Helius RCFoto: Unbekannt
Nicolai Helius RC
Nicolais neuester Ableger des „Helius“ trägt den Zusatz „RC“ und will reinrassiger Sportler sein. Wir haben dem schnellen Teil auf den Zahn gefühlt.

In gewohnter Nicolai-Manier basiert auch das neue “Helius RC” auf einem Viergelenker. So weit das altbekannte Bild. Doch worin liegen die Unterschiede zum leichten All Mountain “Helius CC”? In erster Linie im Gewicht. Jedes Bauteil wurde nach strengem Diätplan neu konstruiert: ein leichterer Rohrsatz, ausgesparte Frästeile, keramikbeschichtete Aluachsen, Titanschrauben-Kit und serienmäßig ein DT Swiss-“XR”-Carbon- Dämpfer. Macht zusammen ein Gewicht von 2408 Gramm in Größe S, für den Rahmen inklusive Dämpfer. Das von uns gefahrene “RC” in Größe M kam entgegen der Serie mit einem Rock-Shox-Dämpfer sowie schwereren Schrauben und Achsen – und landet damit bei einem Gesamtgewicht von 10,65 Kilogramm. In der Serie sollen davon nochmal 150 Gramm runter. Ein Wert, der sich für ein Bike mit Alu-Chassis mehr als sehen lassen kann.

Weitere Neuheit: Während sich der langhubigere Hinterbau des “Helius CC” in einer Kombination aus Nadel- und Gleitlagern drehte, setzt Nicolai beim “RC” erstmals auf eine komplette wartungsarme und langlebige Gleitlagerung. Zusätzlich kann das Lagerspiel an allen Drehpunkten via axialer Vorspannung eingestellt werden. Die absolute Steifigkeit des Alu-Racers liegt mit 56,88 Nm/Grad im Bereich eines Scott “Spark”. Wegen des schwereren Rahmens zieht das Nicolai in der STW-Wertung (22,76 im Vergleich zu 27,9 beim Scott) aber den Kür zeren. Der leichte Gesamtaufbau des Bikes verleiht dem “RC” dennoch Flügel. Von einer mangelnden Steifig keit des Rahmens merkt man auf den Trails herzlich wenig. Was der Fahrer jedoch deutlich zu spüren bekommt, ist der überzeugende Vortrieb.

Sehr ausgewogen gestaltet sich auch die Sitzposition – sportlich, aber nicht überstreckt. Ein gelungener Kompromiss aus perfektem Handling für zügige Singletrail-Einsätze und Leichtfüßigkeit. Durch die moderate Sattelüberhöhung schreckt das “RC” selbst vor steilen Bergab-Passagen nicht zurück und bietet nicht zuletzt wegen des breiten 650er Lenkers Kontrolle vom Feinsten. Heftige Wiegetrittattacken quittiert der Hinterbau selbst bei geöffnetem Lockout mit wenig Beachtung, ohne dabei unsensibel auf Hindernisse zu reagieren. Wählt man die lange Einstellung des Heckfederwegs, fällt die Federkennlinie sehr flach aus. Die kurze Einstellung macht das Fahrwerk deutlich straffer.

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FAZIT: Das “Helius RC” trägt eine Menge Race- Gene in sich: satt im Vortrieb, sensibel im Hinterbau und dennoch perfekt im Handling. Ein gelungenes Bike von Marathon bis zur sportlichen Tour.


Fotos: W. Watzke, G. Grieshaber

bike/M3981904Foto: Unbekannt  Kurz oder lang? Durch Umhängen des Dämpfers variiert der Hinterbau-Federweg – je nach Geschmack zwischen straffen 109 und sehr linearen 130 Millimetern.Foto: Unbekannt Kurz oder lang? Durch Umhängen des Dämpfers variiert der Hinterbau-Federweg – je nach Geschmack zwischen straffen 109 und sehr linearen 130 Millimetern.  Typisch Nicolai: das wechsel- und justierbare Schaltauge. Der gleitgelagerte Hinterbau mit einstellbarem Lagerspiel dreht sich um keramikbeschichtete Achsen.Foto: Unbekannt Typisch Nicolai: das wechsel- und justierbare Schaltauge. Der gleitgelagerte Hinterbau mit einstellbarem Lagerspiel dreht sich um keramikbeschichtete Achsen.

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