Mit dem Ultra 1964 gibt KTM Hardtail-Bikern eine Option, die trotz Chassis aus Aluminium nicht auf eine funktionale Ausstattung verzichten wollen. Die österreichische Traditionsmarke geht den Trend zur “Verramschung” günstiger Alu-Hardtails nicht mit. Gerade viele Fachhandelsmarken stutzten zuletzt die Ausstattungspakete ihrer Hardtails stark zusammen. Schuld ist die rückgängige Marktbedeutung in Europa durch Gravelbike-Trend etc. Anders als viele Konkurrenten am Markt gönnt KTM dem Ultra 1964 in der Topversion für knapp über 2000 Euro jedoch eine respektable Ausstattung. Ist das ein gutes Rezept für Mountainbike-Spaß trotz fairem Preisschild? Wir haben das KTM Ultra 1964 Pro im Detail ausgecheckt.
Das KTM Ultra 1964 Pro bietet trotz Alu-Rahmen ein spannendes Hardtail-Paket. Die Ausstattung ist wertig und sportiv ausgerichtet. So erreicht das Bike trotz Verzicht auf Carbon ein akzeptables Gewicht. Eine schmale Laufrad-Reifen-Kombi, eine starre Stütze und eine konservative Geometrie dürften den Fahrspaß allerdings auf sanftes Gelände beschränken. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Die Ultra-1964-Baureihe beginnt bei KTM bereits ab 999 Euro. Die Modellvariante Pro ist die Spitze des Lineups und kostet mehr als doppelt so viel. Dafür können sich Kunden auf “echte” Mountainbike-Komponenten freuen. Angeführt wird das Hardtail von einer Fox-Federgabel mit 100 Millimetern Federweg, der einfachen aber bewährten Rhythm-Dämpfung und einem Lenker-Lockout. Der Shimano Einfach-Antrieb mit zwölf Schaltstufen besitzt dieselbe Übersetzungsbandbreite wie viele hochwertigere Mountainbikes. Die Kombination aus XT- und Deore-Parts überzeugt funktional. Allerdings spezifiziert KTM ein 34er Kettenblatt - etwas Power sollte man für steile Anstiege also schon mitbringen.
Neben dem dicken Race-Gang zeigt das KTM Ultra 1964 Pro noch andere sportive Eigenschaften. So bauen die Bremsscheiben mit 160 Millimetern klein. Auf langen Abfahrten besteht Überhitzungs-Gefahr. Besonders schmal fällt der Innendurchmesser der Felgen aus. Dadurch können sich die ohnehin schmalen Reifen nicht weit aufstellen und das KTM verschenkt Gript, Traktion und Effizienz. Einen mehr alltagspraktischen Nutzen versprechen Aufnahmen für Gepäckträger, Schutzbleche und Seitenständer. Trotz praktischem Alu-Rahmen muss sich das Gesamtgewicht mit 12,6 Kilo nicht verstecken. Allerdings bieten andere Fachhandelsmarken ein vergleichbares Gewicht mit Carbonrahmen bereits 600 Euro günstiger an.
Der Name des KTM Ultra 1964 ist übrigens eine Hommage ans Gründungsjahr der Fahrrad-Firma. Klassische Töne schlägt das Hardtail aber nicht nur beim Namen und in Teilen der Ausstattung, sondern auch bei der Geometrie an. Die Sitzrohre bauen in allen Größen lang. Hinzu kommt eine starre Sattelstütze, die sich aufgrund des Klemmmaßes von 27,2 Millimetern auch nicht ganz einfach durch eine Dropper-Post ersetzen lässt. So wirkt das Rad zu sperrig für technische und steile Trails. Der Reach baut kompakt, der Lenkwinkel steil. Insgesamt dürfte das Einsatzgebiet des Hardtails eher bei entspannten Touren als bei anspruchsvollem Geländeeinsatz liegen.
Was meint ihr: Haben Aluminium-Hardtails eine gute Ausstattung verdient oder setzt ihr lieber gleich auf Carbon? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

Redakteur
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.