Wer auf dem Podest seine Nationalhymne mitträllern will, braucht einen federleichten Untersatz, der Sprünge runtersegelt, durch Steinfelder zirkelt und Steilrampen emporfliegt. Dieser Leichtbau ohne Kompromisse gipfelt bei Cannondale im neuen F-Si – dem Primus der Systemintegration. Während andere Hersteller bei Kurbel, Gabel und Laufrädern auf universelle Einbaustandards angewiesen sind, drehen die Amis den Spieß um. Das super leichte Flash-Chassis (996 Gramm) verschmilzt mit den hauseigenen Spezialteilen wie Lefty-Gabel, SI-Kurbeln und -Antrieb. Das macht die Team-Version des 29ers zur effizienten Kletterrakete, auf dem man die Steigung erst spürt, wenn die Prozentzahlen zweistellig werden.
Über die "Sprinter-Wellen" im Olympiapark kann die neue Kartusche in der Lefty-2.0-Gabel nur lachen. Trotz lediglich 84 Millimetern Hub vermittelt die Einarmige viel Feingefühl bei kleinen, und Komfort bei schnellen Schlägen. Die Sitzposition fällt – im Vergleich zum Vorgänger – deutlich sportlicher aus, da die Front durch die neue Lefty-Klemmung tiefer baut. Das kommt vor allem kleinen Rennfahrern entgegen, die zu den Rahmengrößen S und M greifen müssen. Im staubigen Singletrail vom Olympiaberg hinunter hängt das F-Si ununterbrochen am Gas. Blitzschnelle Korrekturen in der Linienwahl oder ein spontanes Abziehen über eine Querwurzel – kein Problem. Schon erstaunlich, wie verspielt das Handling dieser Worldcup-Rakete ausfällt. Für tollen Komfort am Sattel sorgt die Save-2-Stütze durch den Knick, der einen Versatz von zwei Zentimetern nach hinten bewirkt.
Fazit Der neue Stern am Worldcup-Himmel. Der Primus der Systemintegration vereint kompromisslosen Vortrieb mit wendigem Präzisions-Handling.
PLUS Extrem guter STW-Wert, sehr leicht, hervorragende Beschleunigung, hohe Reifenfreiheit trotz kurzer Kettenstreben
MINUS Offener, schmutzanfälliger Schaltzug, der unterm Tretlager verläuft, nur 84 Millimeter Federweg