Die leichtesten Mountainbikes15 Race- & Allround-Hardtails im Gewichts-Ranking

Jan Timmermann

 · 04.02.2026

Sie sind die schnellsten Pfeile im Köcher der Mountainbike-Industrie: Leichte Hardtails faszinieren!
Foto: Max Fuchs
Beim Hardtail-MTB spielt ein geringes Gewicht eine besonders große Rolle. Ein guter Wert an der Waage bringt nicht nur Prestige, sondern kann auch Vorteile im Wettkampf bedeuten. In unserem BIKE-Testlabor vermessen wir deshalb Race-Hardtails besonders genau. Jetzt veröffentlichen wir unser Gewichts-Ranking der leichtesten Hardtails aus aktuellen BIKE-Tests.

Konzeptbedingt hat das Hardtail-MTB gegenüber dem Fully einen Gewichtsvorteil. Ohne Federungssystem am Hinterbau mit zusätzlichen Lagern und weiteren Bauteilen kann ein Hardtail-Rahmen aus Carbon besonders leicht konstruiert werden. Gerade im High-End-Bereich der Race-Bikes lieferten sich Hersteller lange einen spannenden Wettlauf um das leichteste Rahmengewicht.

Heute ist bei immer weniger Hardtails ein geringes Gewicht Priorität Nummer eins. Dropper-Posts, breite Reifen, steifere und längere Gabeln haben den Geländeradsport revolutioniert, wiegen aber auch mehr als konservative Ansätze. Auch in der aktuellen Modellgeneration der Cross-Country- und Marathon-Hardtails finden sich aber leichte Kandidaten. Wir zeigen, welche das sind.

Hardtails müssen nicht nur gut bergauf fahren, um konkurrenzfähig zu bleiben. Nur wer Gewicht und Fahreigenschaften in Einklang bringt, konstruiert 2026 noch ein Gewinner-Hardtail.Foto: Max FuchsHardtails müssen nicht nur gut bergauf fahren, um konkurrenzfähig zu bleiben. Nur wer Gewicht und Fahreigenschaften in Einklang bringt, konstruiert 2026 noch ein Gewinner-Hardtail.

Das BIKE-Gewichtsranking

Für ein Ranking müssen die berücksichtigten Daten vergleichbar sein. Bei BIKE betreiben wir einen beispiellosen Aufwand, um Mountainbikes zu testen. Das BIKE-Testsystem ist einzigartig und beinhaltet auch eine Vermessung im hauseigenen Testlabor. Die Hardtails wiegen wir stets im Auslieferungszustand ohne Pedale und sonstiges Zubehör, wie etwa Flaschenhalter oder GPS-Mounts.

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Zwecks Vergleichbarkeit nahmen wir in unsere Liste ausschließlich Bikes mit Rahmengröße L auf. Außerdem berücksichtigten wir nur Räder der letzten zwei Jahren mit aktuellen Standards. Sprich: Hardtails mit 29-Zoll-Laufrädern und maximal 120 Millimeter Federweg. Außerdem schlossen wir Modelle aus, die wir zwar getestet haben, welche in der Zwischenzeit aber ein Update am Rahmen erfahren haben. Übrig bleiben 15 Race- und Allround-Hardtails ab knapp 8,2 Kilo.

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Ins BIKE-Gewichtsranking nahmen wir nur Hardtails mit vergleichbarer Rahmengröße auf. Die leichtesten bestehen am Rahmen ausnahmslos aus Carbon.Foto: Max FuchsIns BIKE-Gewichtsranking nahmen wir nur Hardtails mit vergleichbarer Rahmengröße auf. Die leichtesten bestehen am Rahmen ausnahmslos aus Carbon.

Platz 1: VPace C4M - 8,19 kg

Das VPace C4M ist ein gertenschlanker Sportler. Mit Starrgabel, starrer Stütze, federleichtem Carbon-Rahmen und einem gewichtsoptimierten Ausstattungspaket holt sich das besondere Hardtail die Krone im Gewichtsranking. Unter 8,2 Kilo sind eine Ansage für Bergsprints und schnelle Trainingsrunden.

Im Gelände muss das minimalistische VPace Bikes mit Federgabel und mehr Komfort ziehen lassen. Dafür bleibt das Komplettbike vom deutschen Direktversender im Vergleich zur leichtgewichtigen Konkurrenz unschlagbar günstig.

  • Federweg: Starrgabel
  • Laufradgröße: 29”
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Preis: 3199 Euro
Mit einer Starrgabel und einem federleichten Gewicht schlägt das VPace C4M die Brücke zwischen Mountain- und Gravelbike.Foto: Georg GrieshaberMit einer Starrgabel und einem federleichten Gewicht schlägt das VPace C4M die Brücke zwischen Mountain- und Gravelbike.

Platz 2: Bike Ahead The Frame - 8,34 kg

Die deutsche Carbon-Manufaktur Bike Ahead hat sich für leichte Parts einen Namen gemacht. Als die Bayern einen eigenen Rahmen “made in Portugal” herausbrachten, stand bereits fest: Dieses Hardtail kann richtig leicht bauen. Am persönlichen The Frame von Bike-Ahead-Mastermind Christian Gemperlein wurde zwar aufs Gewicht geachtet, hinsichtlich der Fahrqualität sollten jedoch keine Kompromisse eingegangen werden. Ein superleichtes Gewicht trotz Federgabel, Vario-Sattelstütze und breiten Reifen plus überzeugende Fahreigenschaften bescherten den Bike einen Testsieg unter den High-End-Hatdtails.

  • ​Federweg: 100 mm
  • Laufradgröße: 29”
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Preis: 8850 Euro
Trotz Federgabel und Dropper-Post unschlagbar leicht: Das Bike Ahead The Frame steht nicht nur bei Gewichtsfetischisten ganz oben auf der Liste.Foto: Max FuchsTrotz Federgabel und Dropper-Post unschlagbar leicht: Das Bike Ahead The Frame steht nicht nur bei Gewichtsfetischisten ganz oben auf der Liste.

Platz 3: Cannondale Scalpel HT Lab71 - 9,01 kg

Als das Cannondale Scalpel mit der charakteristischen Einseiter-Gabel Lefty Ocho in seiner aktuellsten Ausbaustufe vorgestellt wurde, staunten wir nicht schlecht: 110 Millimeter Federweg und ein verhältnismäßig flacher Lenkwinkel waren damals die absolute Ausnahme im Cross-Country-Startblock.

Inzwischen haben auch andere Hersteller nachgezogen, doch gerade in der gewichtsoptimierten und streng limitierten Lab71-Variante bringt das teure Scalpel Fahrreserven und einen guten Wert an der Waage weiterhin perfekt in Einklang.

  • ​Federweg: 110 mm
  • Laufradgröße: 29”
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Preis: 10.500 Euro
Bis in die letzte Carbonfaser optimiert: Der Lab71-Rahmen des Cannondale Scalpel HT baut herrlich leicht.Foto: Max FuchsBis in die letzte Carbonfaser optimiert: Der Lab71-Rahmen des Cannondale Scalpel HT baut herrlich leicht.

Platz 4: Pinarello Dogma XC - 9,05 kg

Der Name Pinarello Dogma dürfte vor allem bei Rennrad-Fans einen hohen Bekanntheitsgrad genießen. Spätestens aber seit die Radsport-Superstars Tom Pidcock und Pauline Ferrand-Prévot den Cross-Country-Worldcup im Namen der italienischen Marke aufmischen, ist Pinarello auch in der Mountainbike-Szene ein Begriff.

Im BIKE-Test präsentierte sich das Dogma XC Hardtail besonders angriffslustig und stellte seine Rennfahrer-Attitüde unverhohlen zur Schau. Das Pinarello verpasst die Top-Drei nur haarscharf.

  • ​Federweg: 100 mm
  • Laufradgröße: 29”
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Preis: 11.000 Euro
Auf diesem Bike wurde bereits Olympia-Gold gewonnen: Das Pinarello Dogma XC ist aufgeladen mit Prestige.Foto: Max FuchsAuf diesem Bike wurde bereits Olympia-Gold gewonnen: Das Pinarello Dogma XC ist aufgeladen mit Prestige.

Platz 5: Merida Big.Nine 10K - 9,4 kg

Als sich Merida nach jahrelangen Erfolgen auf der großen Cross-Country-Bühne aus dem Rennsport zurückzog, wurde es still ums Hardtail-Modell Big.Nine. Die Rückkehr gleicht einem Paukenschlag. Die Mischung aus lang-flacher Geometrie, breiten Reifen und leichtem Gewicht räumt im BIKE-Test Bestnoten ab. Das High-End-Modell 10K mit neuem elektronischen Shimano-XTR-Antrieb lässt bis auf eine Kleinigkeit keine Ausstattungswünsche offen - wer eine will, muss die absenkbare Sattelstütze nachrüsten.

  • ​Federweg: 100 mm
  • Laufradgröße: 29”
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Preis: 7699 Euro
Bereits optisch eine Waffe: Das Merida Big.Nine 10K macht auf der Rennstrecke keine Gefangenen.Foto: Max FuchsBereits optisch eine Waffe: Das Merida Big.Nine 10K macht auf der Rennstrecke keine Gefangenen.

Platz 6 bis 10

Auf den Plätzen sechs bis zehn unseres Gewichts-Rankings werden die Hardtails schon deutlich schwerer aber auch bedeutend günstiger. Nur das Carbon-Bike von Storck bleibt noch unter der magischen Zehn-Kilo-Grenze. Das Scott Scale kommt in der Gravel-Version mit Starrgabel. Wegen seines im Vergleich zu den High-End-Modellen erschwinglichen Preises bricht es aber keine Gewichts-Rekorde.

Es gibt sie noch, die klassischen 100-Millimeter-Hardtails: Das Cube Reaction stößt konservative Klänge an.Foto: Max FuchsEs gibt sie noch, die klassischen 100-Millimeter-Hardtails: Das Cube Reaction stößt konservative Klänge an.

Platz 11 bis 15

Auf den Plätzen elf bis 15 dieser Gewichts-Wertung tummeln sich ausschließlich preiswerte Hardtails. Der Bikepacking-Spezialist von Kona kommt mit Stahlrahmen, ansonsten setzen alle Hersteller bei diesen günstigen Mountainbikes auf einen Rahmen aus Aluminium.

Jenseits der 13 Kilo leidet die Fahrdynamik eines Hardtails im Gelände erfahrungsgemäß stark. Diese Modelle müssen mit anderen Qualitäten punkten, wie etwa einer robusten Konstruktion und Schnäppchen-Preisen.

Auch ein Bike mit Starrgabel kann schwer sein: Das Kona Unit X ist mit fetten Schlappen, Stahlrahmen und diversen Anschraubpunkten eine regelrechte Bikepacking-Dampfwalze.Foto: Georg GrieshaberAuch ein Bike mit Starrgabel kann schwer sein: Das Kona Unit X ist mit fetten Schlappen, Stahlrahmen und diversen Anschraubpunkten eine regelrechte Bikepacking-Dampfwalze.

Außer Konkurrenz

Vier weitere Hardtails wollen wir unserer Auflistung nicht vorenthalten. Im Ranking fahren sie jedoch außer Konkurrenz, denn getestet haben wir sie nicht in einer vergleichbaren Rahmengröße.

Ghost beschenkte das Lector HT zum 30. Firmenjubiläum mit einem besonders leichten Rahmen. Wir testeten den Rennwagen in Größe XL.Foto: Thomas WeschtaGhost beschenkte das Lector HT zum 30. Firmenjubiläum mit einem besonders leichten Rahmen. Wir testeten den Rennwagen in Größe XL.

Fazit

Einen raketenschnellen Antritt bringt kein Mountainbike so kompromisslos wie ein richtig leichtes Hardtail. Die teure Creme de la Creme schafft es auch heute noch unter die magische Zehn-Kilo-Grenze. Minimalismus hat aber auch seine Grenzen: Starre Sattelstützen und Starrgabeln beschneiden die Fahrqualität im Gelände. Günstige Hardtails erreichen heute locker Fully-Gewichte. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
BIKE-Redakteur Jan Timmermann mit dem 11.000 Euro teuren Pinarello Dogma XC Hardtail.Foto: Max FuchsBIKE-Redakteur Jan Timmermann mit dem 11.000 Euro teuren Pinarello Dogma XC Hardtail.

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