EinzeltestCrema Cycles Loam 2014

Stefan Frey

 · 16.06.2014

Einzeltest: Crema Cycles Loam 2014Foto: Daniel Simon
Einzeltest: Crema Cycles Loam 2014
Eine seltene Gattung: Edel Twentyniner mit Stahlrahmen. Wir haben das Loam von Crema Cycles getestet.

Der Amerikaner Ken Bloomer fuhr semi-professionell Radrennen. Jetzt lebt er als eine Art Bike-Juwelier im Allgäu. Neben dem Vertrieb von Enve und den ultra-exklusiven Firefly-Rahmen aus Boston bedient er die qualitätsbewusste Custom-Zielgruppe auch noch mit seiner Eigenmarke Crema Cycles. Die Bikes vereinen moderne Bauweise und klassische Optik. Bloomer berät, konzipiert, vermisst und designt, sein Partner in US-Amerika schweißt und lackiert.

Das Loam ist ein hardcore-taugliches Langstrecken-Bike, das aus Gründen der Simplizität auf eine anfällige Heckfederung verzichtet. Statt auf Dämpfer, Schwinge und Lager, setzt Bloomer auf dicke 2,4er-Reifen und einen entsprechend üppig dimensionierten Hinterbau. Clou sind die schmucken, verstellbaren Sichel-Ausfallenden aus Edelstahl, mit denen Hinterbaulänge und Radstand um siebzehn Millimeter variiert werden können. Zudem lassen sich mit Hilfe von Adaptern alle Arten von Achsen verwenden.

Das Loam lechzt förmlich nach heftigem Geläuf. Zwar ist das Oberrohr marathontypisch lang, was eine Race-mäßige Sitzposition bedeutet. Dennoch hat man nicht die geringste Mühe, das Bike im forschen Tempo durch enge Kurven oder steile Abfahrten zu steuern. Die dicken Schlappen krallen sich hungrig in den Boden. Der breite Lenker sorgt für Kontrolle. Und auch wenn das Konzept für ein Hardtail nicht gerade typisch ist, gelingt das Zusammenspiel von 120-Millimeter-Gabel und starrem Heck dank voluminös und schlauchlos bereiften 29-Zoll-Laufrädern perfekt. Die Steifigkeit ist gut, aber weit entfernt von Carbon-Niveau. Stahl-Fans ist das egal. Sie nennen es Komfort.


Fazit Robustes, spurtstarkes All Mountain im edlen Gewand. Ein zeitloses Custom-Bike für Marathon-Einsätze, Eisdielenauftritte und anspruchsvolle Touren.

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PLUS Edle Optik, robuster Rahmen, breites Einsatzspektrum, Custom-Optionen, fünf Jahre Rahmen-Garantie
MINUS Lieferzeit (etwa drei Monate), Probefahrt nur bedingt möglich, brillanter, aber leider verhältnismäßig empfindlicher Lack

  BIKE-Redakteur Stefan Frey beim Test des Crema Cycles Loam 2014Foto: Robert Niedring BIKE-Redakteur Stefan Frey beim Test des Crema Cycles Loam 2014  Die Ausfallenden aus Edelstahl sehen schick aus und sind multifunktional. Der Radstand lässt sich verstellen, alle Achsen passen.Foto: Daniel Simon Die Ausfallenden aus Edelstahl sehen schick aus und sind multifunktional. Der Radstand lässt sich verstellen, alle Achsen passen.  Ein Kettenblatt reicht, zumindest wenn es eins von Wolf Tooth ist. Der 1x10-Antrieb am Crema Cycle ist Custom made. Foto: Daniel Simon Ein Kettenblatt reicht, zumindest wenn es eins von Wolf Tooth ist. Der 1x10-Antrieb am Crema Cycle ist Custom made.   Ken Bloomer ist Kaffee-Gourmet. Der Espresso-Drücker im Ritzel ist das Wahrzeichen seiner Firma. Es prangt auf jedem Crema-Steuerrohr. Foto: Georg Grieshaber Ken Bloomer ist Kaffee-Gourmet. Der Espresso-Drücker im Ritzel ist das Wahrzeichen seiner Firma. Es prangt auf jedem Crema-Steuerrohr. 
Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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