Das Chumba Slackr will es richtig krachen lassen. Hardtails mit 140 oder 150 Millimetern Federweg sind längst keine exotische Erscheinung mehr. Trotzdem fällt das Chumba Slackr aus dem Rahmen. Der Grund liegt nicht allein in der langen Gabel, sondern in der Kombination aus langhubiger Front, tiefem Schwerpunkt, steilem Sitzwinkel und kurzen, verstellbaren Kettenstreben. Chumba selbst bezeichnet das Slackr als das bislang „slackste“ Bike der eigenen Modellpalette. Hier kommen alle Infos zum Stahl-Hardtail made in USA.
Chumba baut bereits seit über 30 Jahren verdammt schicke Hardtails aus Stahl und Titan. Das Sclackr ist das radikalste Modell im Lineup und schlägt trotzdem nicht über die Stränge - ein Bike, das die Freude am Fahren im Gelände in den Mittelpunkt stellt. Wer sich für handgemachte Stahlrahmen aus den USA fasziert sollte unbedingt auf der gut gemachten Chumba-Homepage vorbeischauen. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Die Geschichte von Chumba reicht bis ins Jahr 1993 zurück, als Ted Tanouye die Marke mit dem Ziel gründete, hochwertige Fahrräder in kleinen Stückzahlen in den USA zu bauen. Bekannt wurde Chumba zunächst vor allem für robuste Mountainbikes, aufwendige Schweißnähte und ungewöhnliche Rahmenkonstruktionen. Nach wechselnden Besitzverhältnissen und einer zwischenzeitlichen Neuausrichtung wurde die Marke ab 2013 unter neuen Eigentümern neu aufgebaut und in Austin, Texas, verankert. Der Neustart erfolgte mit dem klaren Anspruch, wieder handgefertigte Fahrräder in Kleinserie zu produzieren – zunächst unter anderem mit dem XC-Hardtail Stella und einem frühen 29-Plus-Modell. Heute umfasst das Portfolio neben Stahl- und Titan-Mountainbikes auch Gravel-, Allroad- und Fatbikes.
Das Chumba Slackr ist als langhubiges Trail-Hardtail konzipiert. Je nach Auslegung arbeitet an der Front eine 140- oder 150-Millimeter-Gabel. In der aktuellen Modellpalette gibt es das Bike sowohl als Titan- als auch als Stahlrahmen. Beide Varianten sind für 29-Zoll-Laufräder ausgelegt und nehmen Reifen bis 29 x 2,6 Zoll auf. Die Idee dahinter ist nachvollziehbar: Auf schnellen, technischen Trails soll die lange Front für Reserven sorgen, während das ungefilterte Feedback des Hardtails erhalten bleibt. Wo ein Fully vieles glattbügelt, gibt das Slackr seinem Fahrer unmittelbar Rückmeldung vom Untergrund. Chumba positioniert das Bike deshalb ausdrücklich nicht als Parkmaschine. Vielmehr soll es ein Trailbike für lange Tage sein – eines, das auch nach mehreren Stunden im Sattel noch effizient bergauf fährt und bergab trotzdem ordentlich Reserven bereithält.
Besonders interessant wird das Slackr beim Blick auf die Geometrie. Der Lenkwinkel liegt unbelastet bei 64,5 Grad und wird unter einem angegebenen Sag von 20 Prozent mit rund 65,8 Grad angegeben. Gleichzeitig liegt der Sitzwinkel je nach Rahmengröße ungefähr bei 75 bis 76 Grad. Der flache Lenkwinkel sorgt zusammen mit der langen Gabel für Laufruhe, wenn der Trail steil und ruppig wird. Der relativ steile Sitzwinkel bringt dagegen den Fahrer beim Klettern nach vorn und soll verhindern, dass sich die Front an steilen Anstiegen zu leicht macht. Chumba verfolgt damit einen Ansatz, den der Hersteller selbst als „slacker where it counts“ beschreibt: möglichst viel Stabilität dort, wo sie im Gelände gebraucht wird, ohne das komplette Bike in Richtung schwerfälliger Enduro-Bolide zu entwickeln.
Ein weiterer wichtiger Punkt in der Geometrietabelle des Chumba Slackr sind die verstellbaren Kettenstreben. Chumba kombiniert die lange Front mit einem kurzen Heck – eine Kombination, die das Slackr trotz seiner progressiven Geometrie verspielt halten soll. So soll der direkte, verspielte Charakter eines Hardateils erhalten bleiben. Damit richtet sich das Slackr an Fahrer, die nicht einfach möglichst schnell über einen Trail rollen wollen. Es soll vielmehr ein Bike sein, mit dem man Linien ausprobiert, Wellen mitnimmt, Absätze springt und technische Passagen aktiv fährt. Mit der Möglichkeit, die Kettenstreben anzupassen, lässt sich das Fahrverhalten stärker in Richtung Wendigkeit oder Stabilität verschieben. Außerdem ermöglicht diese Lösung den Einsatz mit Singlespeed-Antrieb.
Beim Material bietet Chumba zwei Optionen fürs Slackr an. Die Titan-Version setzt auf in den USA gefertigte Titanrohre. Das Material ist leicht, korrosionsbeständig und bekannt für seine hohe Dauerfestigkeit. Beim Slackr Ti kommt außerdem Chumbas Anspruch an individuelle Rahmen und Builds besonders zum Tragen. Das Unternehmen fertigt die Räder auf Bestellung und bietet neben Standard- auch individuelle Geometrien an. Wer weniger Wert auf Titan und mehr auf ein möglichst attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis legt, findet mit dem Stahl-Slackr eine Alternative. Auch hier setzt Chumba auf eigenes Custom-Tubing und positioniert das Bike ausdrücklich als robustes, langstreckentaugliches Trail-Hardtail.
Eine Besonderheit des Chumba Slackr stellt die Wahl-Option des Kettenstreben-Yokes dar. Die Standard-Option umfasst klassisch doppelt konifizierte, ovale Rohre. Die Lösung ist einfach und verspricht durch eine ausgeprägte Dämpfung einen hohen Komfort. gegen 500 US-Dollar Aufpreis kommt das Yoke aus dem 3D-Drucker, baut kompakter und steifer. Daraus soll sich ein besonders direktes Fahrverhalten bei grober Gangart ergeben. Kunden können außerdem alle möglichen Anschraubpunkte oder eine Custom-Geometrie ordern. Auch individuelle Lackierungen und Aufbauten sind möglich.
Wie seht ihr das: Was macht für euch den größten Reiz eines Hardtail-Mountainbikes aus Stahl aus? Schreibt es uns in die Kommentare!

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