Vollgas-Bio-EnduroGoodbye Yeti SB160, hello Yeti LT

Laurin Lehner

 · 14.07.2026

Fresh: Das neue Yeti LT löst das SB160 und SB165 ab. Der Dämpfer arbeitet nun stehend im Rahmen.
Foto: Yeti
Yeti stellt sein neues Bio-Enduro vor. Das Yeti LT löst das Yeti SB160/SB165 ab. Statt eines Updates gibt es einen komplett neuen Rahmen mit dem neuartigen Sixfinity-Hinterbau. Wir sagen euch, was ihr wissen müsst.

Themen in diesem Artikel

Zehn Jahre tüftelten die Yeti-Ingenieure angeblich an dem neuen Wunder-Hinterbau herum – der Sechsgelenker soll Kräfte noch besser verteilen, für mehr Kontrolle sorgen sowie Anti-Rise und Anti-Squat positiv beeinflussen. Soweit die Theorie.

Das wichtigste vorab (Hub, Preise & Gewicht)

Das Enduro Yeti LT besitzt 170 Millimeter Federweg in der Front und 160 Millimeter im Heck – ein waschechtes Enduro. Es löst die zwei Modelle SB160 und SB165 ab. Die Plattform hat eine Freigabe für eine Doppelbrückengabel – allerdings nur bis 190 Millimeter.

Die Preise sind gewohnt gesalzen. Los geht's bei 7.400 Euro fürs Yeti LT 90; das Topmodell kostet 10.900 Euro. Der Fokus auf Leichtbau bleibt weiterhin sekundär – so bringt das Topmodell üppige 15,8 Kilo auf die Waage (Größe M, All-29). Alleine für das Frame-Kit sind 5.400 Euro fällig.

Sixfinity-Konstruktion im Detail

Auffällig: Der Dämpfer arbeitet nun stehend statt liegend. Der Rocker Link steuert den Dämpfer und verbindet das System mit dem Timing Link. Dieser rotiert um den Drehpunkt des Rocker Link und bestimmt die Bewegungsrichtung des Switch Link. Bewegt sich der Switch Link nach oben, entsteht Pedalunterstützung im SAG-Bereich. Ein hoher Anti-Squat-Wert sorgt für Effizienz beim Treten. Bewegt sich der Switch Link nach unten, fällt der Anti-Squat-Wert ab und schafft Raum für Abfahrtsperformance.

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Die Kinematik ermöglicht Kontrolle über drei Parameter: Beschleunigung (Anti-Squat), Bremsen (Anti-Rise) und Hebelverhältnisse. Die einzelnen Parameter lassen sich unabhängig voneinander auf den Einsatzzweck abstimmen. Mit Sixfinity werden Kräfte verteilt, was zu höherer struktureller Festigkeit und Steifigkeit des Hinterbaus über den gesamten Federweg führt. Die Architektur erlaubt gezielte Lagerwahl ohne räumliche Einschränkungen. An jedem Drehpunkt kommt das passende Lager zum Einsatz.

Herzstück: Der Sixfinity-Hinterbau.Foto: YetiHerzstück: Der Sixfinity-Hinterbau.

Anti-Squat und Pedal-Effizienz

Der Anti-Squat-Wert lässt sich im Sag-Bereich präzise abstimmen. Das soll maximale Effizienz eines "Pedal Anywhere"-Setups liefern und jedes Watt direkt in Vortrieb umsetzen. Sixfinity verspricht dieselben Anti-Squat-Kennlinien wie Switch Infinity. Das System bietet Kontrolle über Verlauf und Intensität der Anti-Squat-Kennlinien. Gleichzeitig eröffnet es größeren Spielraum bei Anti-Rise- und Übersetzungsverhältnissen.

Die Anti-Rise-Kennlinien der LT-Modelle fallen im Vergleich zum Vorgänger SB160 geringer aus. Das soll beim Bremsen für Balance zwischen Traktion und Geometrie-Erhalt sorgen. Die Anti-Rise-Werte bleiben über den gesamten Federweg konstant. Sixfinity ist damit auf harte Schläge unter Bremsvolllast vorbereitet. Das Ergebnis soll vorhersehbares Fahrverhalten und konstante Performance in jeder Bremssituation liefern.

Drei Progressionsstufen per Flip-Chip

Die Progression des Fahrwerks lässt sich durch Drehen eines Flip-Chips zwischen drei Kennlinien anpassen, ohne Geometrie, Anti-Squat oder Anti-Rise zu verändern. Die Progressionsraten liegen bei 15, 20 und 25 Prozent. Fahrer wählen zwischen konstantem, ausgewogenem oder geschmeidigem Fahrgefühl mit erhöhten Bottom-Out-Reserven. Die lineare Charakteristik der Kennlinien soll für berechenbares Fahrverhalten sorgen.

Jetzt auch mit Staufach

Der Rahmen verfügt über integrierten Stauraum "The Cavity" mit CNC-gefrästem Verschlussmechanismus und rastender Feder. Die Dual-Density-Abdeckung mit umlaufender Gummidichtung sorgt für Passform und Abdichtung. Eine innere Trennwand und die Yeti-Rahmentasche halten Werkzeug, Schlauch und Snacks sicher verstaut. Unterhalb des Stauraums befinden sich Positionen für AirTag- und Tile-Tracker.

Rahmengrößen-spezifische Kettenstreben

Die Geometrie entstand aus Tests mit Sixfinity-Prototypen. Längere, rahmengrößenspezifische Kettenstreben sollen für Traktion, Fahrstabilität und ausgewogene Gewichtsverteilung sorgen. Die Plattform kommt ohne spezielle Rahmen für MX- oder Dual-29-Konfigurationen aus. Die Kettenstrebenlängen betragen bei Small 439 mm, Medium 442 mm, Large 455 mm und XL 465 mm. Mit zusätzlicher Verlängerung von 10 mm lässt sich das Fahrverhalten anpassen.

Die Kettenstreben wachsen mit der Rahmengrüße, lassen sich aber dennoch noch mal um 10 Millimeter verstellen.Foto: YetiDie Kettenstreben wachsen mit der Rahmengrüße, lassen sich aber dennoch noch mal um 10 Millimeter verstellen.

Laufradkonfiguration und Geometrie-Anpassung

Das LT lässt sich per Flip-Chip zwischen Dual-29- und MX-Setup wechseln. Ein zusätzlicher Chip ermöglicht weitere 0,5 Grad Lenkwinkel. In Kombination mit MX-Setup sinkt die Tretlagerhöhe um 6 mm ab. Die Tretlagerhöhe beträgt 350 mm im 29-Zoll-Setup und 344 mm im MX-Setup. Optionale Steuersatzschalen basieren auf dem ZS44/56-Steuerrohrstandard und verfügen über integrierte Ausrichtungsmarkierungen.

Die Dropper-Post-Länge ist auf die Rahmengröße abgestimmt: Small 150 mm, Medium 180 mm, Large und XL 210 mm. Interne Leitungen verlaufen durch geformte Carbon-Führungskanäle und werden über Cable-Capture-Ports fixiert. In Kombination mit Chain-Slap-Schutz bleibt das Bike leise. Ein zusätzlicher Befestigungspunkt am Oberrohr bietet Platz für Montage weiterer Systeme.

Das Yeti LT in Turq mit dem typischen “Yetitürkis” im hinteren Teil des Rahmens.Foto: YetiDas Yeti LT in Turq mit dem typischen “Yetitürkis” im hinteren Teil des Rahmens.

Vier Modellvarianten ab 7.400 Euro

  • Das LT X0 kostet 10.900 Euro und wiegt 15,8 Kilo im 29-Zoll-Setup. Die MX-Variante wiegt 15,61 kg laut Hersteller.
  • Das LT XT Di2 kostet 9.500 Euro und wiegt 16 kg. Es nutzt Shimano XT Di2 12-fach Schaltung, Shimano XT 4-Piston Bremsen mit 203 mm Freeza-Scheiben, DT Swiss E1900 Laufräder und Crank Brothers Highline Sattelstütze. Ein Upgrade auf DT Swiss EXC1700 EVO Laufräder kostet €1.200 Aufpreis.
  • Das LT X0/90 kostet 8.800 Euro und wiegt 16,1 kg. Es kombiniert SRAM 90 Schaltung mit SRAM X0 Kurbel und Kassette. Die Ausstattung entspricht sonst dem XT Di2 Modell.
  • Das LT 90 kostet €7.400 und wiegt 15,99 kg. Es nutzt FOX Performance 38 Gabel, FOX Performance Float X Dämpfer, SRAM 90 Schaltung, SRAM Maven Base Bremsen mit 200 mm Centerline-Scheiben und Burgtec Ride Wide Alloy Lenker mit 30 mm Rise.
  • Alle Modelle sind in den Farben TURQ und Nightout erhältlich. Die Rahmengrößen reichen von Small bis XL.

Wir sind das Yeti LT bereits gefahren. Den Praxis-Eindruck lest ihr ab morgen 8 Uhr auf der Website.

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Laurin Lehner

Laurin Lehner

Redakteur

Der gebürtige Südbadener Laurin Lehner ist laut eigenen Angaben ein lausiger Racer. Vielleicht fasziniert ihn deshalb kreatives, verspieltes Biken. Für ihn zählt nicht, wie schnell man von A nach B kommt, sondern was dazwischen passiert. Lehner schreibt Reportagen, interviewt Szene-Größen und testet Produkte und Bikes - am liebsten welche mit viel Federweg.

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