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| Preis | 4.999,00 € |
| Federweg | 170 mm |
| Laufradgröße | 29"/ 27,5" |
| Gewicht | 17.28 kg |
| Gabel | Rock Shox ZEB Ultimate |
| Dämpfer | Rock Shox Vivid Ultimate |
| Schaltung | SRAM X0 Eagle AXS Transmission |
| Bremse vorne | SRAM Maven Silver |
Wer einen schluckfreudigen Boliden für die härtesten Abfahrten sucht, könnte vom direkten Charakter des Fritzz enttäuscht werden. Dafür bleibt das Bike allroundtauglich und spaßig zu fahren. Das Handling ist ausgezeichnet und der Preis extrem fair. Mit der erhöhten Geräuschkulisse und dem zusätzlichem Wartungsaufwand der Umlenkung muss man aber leben können. - Florentin Vesenbeckh, BIKE-Testredakteur
Forbidden, Norco, Deviate: Hinterbauten mit hohem Drehpunkt stehen vor allem bei kultigen Boutique-Brands hoch im Kurs. Dazu kann man den Branchenriesen Cube sicher nicht zählen. Kein Wunder also, dass das neue Fritzz für verwunderte Gesichter in der Community sorgt. Auch unsere Vorstellung des neuen Cube-Enduros auf Social Media war entsprechend aufmerksamkeitsstark. Der Tenor: „Richtig krass, was Cube hier raushaut“.
Und natürlich war auch auch bei uns im Testteam die Spannung groß. Das neue Enduro-Bike hat 170 Millimeter Federweg vorne und hinten. Hauptrahmen und Hinterbau sind aus Carbon, dazu kommt die besondere Hinterbaukonstruktion. „Besonders“ in zweierlei Hinsicht: Zum einen setzt die Kinematik auf einen hohen Drehpunkt samt Kettenumlenkung, wenngleich der Drehpunkt nicht so hoch liegt wie bei Deviate und Co. Trotzdem sollte auch am Fritzz der erhöhte Drehpunkt die Heckfederung durch die nach hinten gerichtete Raderhebungskurve schluckfreudiger machen. Das zweite besondere Merkmal des Cube-Fahrwerks ist die semiintegrierte Dämpferanlenkung. Die Alu-Wippe ist dabei zweiteilig, und der vordere Part sitzt im Inneren des voluminösen Carbon-Sitzrohres.
Ab Werk rollt das Fritzz im Mullet-Setup auf die Trails, doch mit wechselbaren Ausfallenden lässt sich das Heck auf ein 29er-Setup umrüsten. Eine Inspiration aus dem Race-Team, wo gerade die großen Fahrer nach dieser Option verlangt haben. Die Kettenstrebenlänge wächst im 29er-Trimm um 12 Millimeter. Das wird dem Bike also im harten Gelände nochmal mehr Laufruhe verpassen.
Unser Testbike Fritzz Super TM hat mit hochwertigem Ultimate-Fahrwerk von Rockshox, elektronischer Sram X0-Funkschaltung, Maven Silver-Bremsen und Conti-Reifen mit DH-Karkasse funktional alles an Bord, was anspruchsvolle Enduro-Piloten brauchen. Leichtbau sucht man allerdings vergeblich. Laufräder, Kurbeln und Cockpit setzen auf robuste Alu-Komponenten. So fällt das Gewicht mit über 17 Kilo üppig aus. Ein Schicksal, das sich das Fritzz allerdings mit vielen modernen Enduros, insbesondere solchen mit High-Pivot-Heck, teilt. Der Preis von 4999 Euro ist für dieses Paket außergewöhnlich günstig. Für die Einstiegsvariante TM für 2999 Euro gilt das noch viel mehr.
Im Uphill zeigt sich auch gleich die Stärke der Heckfederung: Das Hinterrad saugt sich förmlich am Boden fest und nimmt kleine wie große Unebenheiten gierig auf. So erklettert man technische Passagen sehr kontrolliert. Dennoch sind lange Anstiege nicht die Paradedisziplin des Fritzz. Zwar ist die Sitzposition angenehm, und auch die Heckfederung wippt kaum, doch das höhere Gewicht und die massiven Reifen zehren schlicht und einfach an Spritzigkeit und Vortrieb. Auch das hörbare Rattern der Kettenumlenkung trägt nicht zum Uphill-Spaß bei.
So richtig aufblühen sollte das Fritzz mit seinem üppigen Federweg und dem hohen Drehpunkt ohnehin erst bergab. Der Stand im Bike ist gut. Sicher und souverän ist der Fahrer hinter der Front platziert, die aber nicht übertrieben hoch ausfällt. Beim Cruisen auf dem Trail überrascht das Fritzz mit einem aktiven und sehr direkten Handling. Keine Spur von träger Boliden-Mentalität. Sobald es bergab geht, ist der Fahrspaß groß. Dank der kompakten Kettenstreben lässt sich Fritzz recht spielerisch aufs Hinterrad ziehen – bei vielen High-Pivot-Bikes ist das durch die systembedingte Kettenstrebenlängung beim Einfedern nicht der Fall. Nur auf flachen Trails hemmt das Gewicht von Bike und Laufrädern den Spieltrieb. Auch bergab fällt die starke Traktion positiv auf. In hängenden Wurzelpassagen die Linie halten oder auf rumpeligen Trails spät anbremsen – das klappt sehr kontrolliert und souverän. Dabei helfen auch die wuchtigen DH-Reifen, die man mit niedrigem Luftdruck fahren darf.
Wenn es in Steinfelder und ausgewaschenen Wurzelteppichen richtig ruppig wird, zeigen sich aber auch die Grenzen des Fritzz-Fahrwerks. Zwar fehlt es dem Heck nicht an Reserven für harte Einschläge. Doch so geschmeidig und schluckfreudig, wie bei anderen High-Pivot-Bikes dieser Hubklasse, haben wir das Fritzz nicht erlebt. Die Hinterbaufederung arbeitet betont definiert. Das für High-Pivot-Bikes typische Gefühl von schier endlosem Federweg wollte sich nicht einstellen. Vielleicht auch weil der Drehpunkt des Cube nicht gar so hoch sitzt wie bei anderen Rädern dieser Gattung. Das Fritzz braucht also einen versierten und fitten Piloten um sein Potenzial auch auszuschöpfen. Für das überraschend definierte und agile Fahrverhalten spielt auch die Geometrie eine Rolle. Denn im Vergleich zu anderen Race-Enduros fällt das Chassis gemäßigt aus. Selbst unser Testbike in Größe XL ist weder bei Reach noch Radstand übermäßig ausladend. Das sollte man bei der Größenwahl beachten. Schade: Unser Testbike war auf dem Trail nicht besonders leise. Und die Schrauben von Hauptlager und Dämpferaufnahme mussten wir mehrfach nachziehen.

Redakteur CvD
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