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Das Specialized Levo 4 EVO Pro überzeugt als fahrstarkes E-Enduro. Dank des Power-Updates schließt der Motor zur Leistungsspitze auf, ohne seine vorbildliche Dosierbarkeit zu verlieren. Die sportliche Geometrie und das potente Rock Shox-Fahrwerk machen das Evo Pro zum echten Abfahrts-Monster. Edle Ausstattung und überzeugende Fahrleistungen rechtfertigen den Preis von 10.999 Euro für kaufkräftige Enduro-Piloten.
Die Modellpalette der Specialized E-Mountainbikes präsentiert sich stark differenziert. Auf der einen Seite steht die Levo-SL-Reihe, die als Minimal-Assist-Modelle mit geringem Gewicht und natürlichem Fahrgefühl für klassische Trailrider konzipiert sind. Auf der anderen Seite bedient die reguläre Turbo-Levo-Plattform die Full-Power-Fraktion, ausgelegt auf maximale Vielseitigkeit und ausgewogene All-Mountain-Eigenschaften.
Dazwischen besetzt das neue Turbo Levo 4 EVO eine spezielle Nische. Hier geht es um best mögliche Abfahrts-Performance in grobem Gelände. Der wesentliche Unterschied liegt in der Geometrie und dem Fahrwerkskonzept: Das Levo EVO orientiert sich mit flacheren Winkeln und einer modifizierten Kinematik an modernen Gravity- und Enduro-Bikes. Es ist für Fahrer gebaut, die im Downhill härteste Linien wählen.
Das Herzstück des Levo 4 EVO Pro bildet ein vollständig aus Fact 11m Carbon gefertigter Rahmen. Dieser kombiniert eine hohe Steifigkeit mit einem vergleichsweise geringen Gewicht und integriert die Batterie formschön im Unterrohr.
Die Geometrie folgt dem modernen „Long, Slack and Low“-Trend, lässt sich jedoch über verstellbare Steuersatzschalen und einen Flip-Chip am Horst-Link individuell anpassen. Der Lenkwinkel ist spürbar flacher als beim Standard-Levo, was dem Bike bei hohen Geschwindigkeiten enorme Laufruhe verleiht, während das kurze Heck durch das Mullet-Laufradkonzept die Agilität in Kurven wahrt.
Beim Fahrwerk setzt Specialized an der Front auf die brandneue Rock Shox Zeb Ultimate Gabel mit satten 180 mm Federweg. Am Heck arbeitet der RockShox Vivid Ultimate Air Linear Dämpfer, der speziell für harte und lange Abfahrten entwickelt wurde. Diese Kombination sorgt für maximale Traktion, ein feinfühliges Ansprechverhalten im rauen Terrain und enorme Reserven bei großen Sprüngen sowie harten Schlägen.
Die Ausstattung der Pro-Variante orientiert sich konsequent am Premium-Segment. Geschaltet wird elektronisch mit der SRAM XO Eagle Transmission, für die notwendige, kompromisslose Verzögerung sorgt die massive SRAM Maven Silver Vierkolben-Bremsanlage. Abgerundet wird das Edel-Paket mit den feinen Roval Traverse Carbon-Felgen.
| S2 | S3 | S4 | S5 | S6 | |
| Reach | 425 mm | 445 mm | 470 mm | 495 mm | 520 mm |
| Stack | 625 mm | 633 mm | 646 mm | 659 mm | 672 mm |
| Steuerrohwinkel | 63,6° | 63,6° | 63,6° | 63,6° | 63,6° |
| Kettenstrebe | 435 mm | 435 mm | 435 mm | 435 mm | 435 mm |
| Radstand | 1.208 mm | 1.232 mm | 1.263 mm | 1.294 mm | 1.325 mm |
| Sattelrohrwinkel | 76,0° | 76,0° | 76,0° | 76,0° | 76,0° |
| BB-Höhe | 356 mm | 356 mm | 355 mm | 355 mm | 355 mm |
Ein wesentliches Highlight der vierten Generation ist die verbaute Specialized 3.1 Motor-Einheit. Physisch unverändert, erfuhr der Antrieb durch ein Over-the-Air-Software-Update eine signifikante Leistungssteigerung. Die Peak-Leistung klettert um 22 Prozent auf bis zu 810 Watt, während das Drehmoment um 4 Newtonmeter auf nun 105 Newtonmeter angehoben wird. Das Besondere an diesem System bleibt die harmonische Leistungsentfaltung.
Wie schneidet das Specialized-Aggregat im direkten Vergleich mit den Mitbewerbern des Modelljahres 2026 ab? Bosch hat mit seinem Performance Upgrade 2.0 für den CX-Motor ebenfalls per App-Update nachgelegt. Zwar bleibt die Spitzenleistung bei 750 Watt gedeckelt, doch das Drehmoment steigt situativ auf 120 Newtonmeter und die Unterstützung auf bis zu 600 Prozent. Bosch setzt hierbei auf einen kurzzeitigen, intelligenten Schub in technischen Sektionen, der sich im Uphill feinfühlig dosieren lässt.
Demgegenüber steht der absolute Kraftprotz des Segments: Der DJI Avinox M2S. Mit einer maximalen Leistung von bis zu 1500 Watt im kurzzeitigen Boost und einem dauerhaften Drehmoment von 130 Newtonmeter (150 Nm im Boost) spielt der chinesische Neuling in einer eigenen Leistungsliga. Gegen die brachiale Power des DJI-Antriebs wirkt der Specialized-Motor fast dezent, punktet jedoch mit seiner harmonischen Abstimmung im Trail-Einsatz. Spannend beim Thema Spitzenleistung des Avonox M2S: Seine maximale Power erreicht der neue Motor nur mit besonders leistungsstarken Akkus. Dafür hat Avinox extra eine neue, superschlanke, 3,18 Kilo leichte Batterie mit 700 Wattstunden entwickelt. Mit dieser stehen kontinuierlich 1500 Watt und 130 Newtonmeter im Datenblatt, per Boost-Funktion werden kurzzeitig bis zu 150 Nm freigesetzt. Mit den neuen entnehmbaren Akkus (600 oder 800 Wattstunden) gibt es die vollen 1500 Watt dagegen nur im kurzzeitigen Boost-Betrieb, in den regulären Modi ist bei 1300 Watt Schluss. Und mit den bekannten, festverbauten Akkus mit 600 und 800 Wattstunden, die weiter viele Hersteller verbauen, ist die Spitzenleistung generell auf 1300 Watt beschränkt.
Wer die Investition von 10.999 Euro für das Pro-Modell scheut, findet im Turbo Levo Evo Comp für 7.499 Euro eine preislich attraktivere Alternative. Beide Modelle teilen sich die identische Basis und setzen auf den hochwertigen Fact 11m Carbonrahmen. Der Unterschied liegt somit in den gewählten Komponenten. In puncto Antrieb setzt Specialized auch beim günstigeren Comp auf eine elektronische SRAM-Schaltung, allerdings „nur“ die S1000 Eagle AXS Transmission. Das Pro rechtfertigt seinen Aufpreis durch das absolute High-End-Fahrwerk von Rock Shox (Zeb/Vivid Ultimate), die extrem bissigen Maven-Silver-Bremsen, die hochwertigere XO-Schalteinheit sowie leichtere Carbon-Laufräder. Das Comp-Modell muss hier mit einfacheren Federelementen, schwereren Aluminium-Laufrädern und schwächeren Bremsen auskommen.

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