Bereits im Stand versprüht das durchdesignte Genius LT mit 27,5-Zoll-Laufrädern eine gewisse Dynamik. Um das aufgeräumte Erscheinungsbild zu unterstützen, verlaufen alle Kabel und Leitungen im Rahmeninneren. Kein Scheuern, kein Hängenbleiben und obendrein gut geschützt. Scott wäre nicht Scott, wenn nicht zumindest ein Rekord gebrochen würde. Selbst in Größe L wiegt unser Testbike nur 12,35 Kilo bei einem Rahmengewicht von lediglich 2350 Gramm ohne Dämpfer. Im Zusammenspiel mit dem gemessenen Federweg von 171 Millimeter vorne und üppigen 178 Millimeter hinten wird die Ingenieursleistung der Carbon-Experten deutlich. Nach wie vor verfügt auch das Genius LT über ein per Twinloc-Hebel veränderbares Fahrwerk, als Herzstück des Konzepts. Neu dabei ist die Abkehr vom speziellen Pullshock-Dämpfer und die Zusammenarbeit mit Fox.
Und wie fährt sich das neue Leicht-Enduro? Alleine durch das schlanke Gewicht entwickelt das Bike einen unmittelbaren Vortrieb gepaart mit spielerischem Handling, den man sonst nur von sportlichen All Mountains kennt – effizientes Fortbewegen, statt Kraft in Federwege zu pumpen. Dank des steilen Sitzwinkels klettert das Bike auch ohne Klick am Twinloc-Hebel recht souverän. Die deutlich straffere Gabeleinstellung im Climb-Modus soll in der Serie für mehr Ausgewogenheit noch dem Hinterbau angepasst werden. Und bergab? Durch das straffe Dämpfer-Setup mit viel Druckstufe besitzt das LT ein ausgewogenes Sportfahrwerk. Auch die lange Geometrie mit tiefem Schwerpunkt und guter Kontrolle macht Enduristen glücklich. Außerordentlich sensibel und fluffig, wie man es von anderen Bikes mit diesem Federweg gewohnt ist, arbeitet der Hinterbau jedoch nicht.
Fazit Die Verquickung von Vortrieb, Gewicht, Federweg und gelungener Geometrie begeistert. Das Genius LT besitzt ordentliche Reserven bergab, ohne Kompromisse beim Klettern einzugehen.
PLUS Große Federwegsreserven bei minimalem Gewicht, gute Klettereigenschaften
MINUS mittlere Steifigkeit, nicht sehr feinfühliger Hinterbau