Schnell und wildNorco Range C 9.2 im Test

Florentin Vesenbeckh

 · 30.08.2017

Schnell und wild: Norco Range C 9.2 im TestFoto: Wolfgang Watzke
Schnell und wild: Norco Range C 9.2 im Test
Keine Kompromisse, scheint das Motto bei den Kanadiern zu lauten. Massive 2,5er-Reifen, breite und robuste Felgen, ein 800er-Lenker – das Norco verspricht Abfahrtsspaß im härtesten Gelände.

Naturgemäß drückt das auf die Waage: Mit 14,3 Kilo ist das edle Carbon-Geschoss kein Leichtgewicht. Damit sind wir gleich beim Hauptkritikpunkt an langhubigen 29ern: Kombiniert man die großen Räder mit pannensicheren Reifen, drückt das unweigerlich aufs Gewicht. Die schweren Laufräder kosten nicht nur im Labor Punkte, sondern machen sich auch im Anstieg bemerkbar. Dafür bleibt der Hinterbau beim Pedalieren erfreulich ruhig. Besonders mit der sehr effektiven Dämpferplattform klettert das Range ordentlich. Aber zurück zur Kernkompetenz des Enduros: In der Abfahrt bescheren das potente Fahrwerk, die großen Laufräder und der sehr flache Lenkwinkel Laufruhe und Sicherheit en masse. Auf verwinkelten Pfaden wirkt das Range dadurch eine Spur träge, braucht eine strenge Führung und Nachdruck bei Richtungswechseln. Wer das beherrscht, wird mit Speed und Spurtreue belohnt. Hinterbau und Gabel geben viel Feedback und fallen eher racig-straff aus. Damit positioniert sich der Kanadier klar als Vollgas-Enduro. Wer es verspielter möchte, ist mit der 27,5"-Version, die auf einem eigenen Rahmen basiert und etwas mehr Federweg bietet, wohl besser beraten. Auch kleine Fahrer greifen zum 27,5er, das es in Rahmengrößen von XS bis XL gibt. Einen Kompromiss haben wir zu guter Letzt doch noch gefunden: Die 180er-Bremsscheibe am Vorderrad steht einem Geschoss dieser Klasse nicht gut zu Gesicht. Dafür begeistern andere Details wie ein erstklassiger Rahmenschutz und die perfekte Zugführung.

  Norco Range C 9.2Foto: Wolfgang Watzke Norco Range C 9.2


Florentin Vesenbeckh, BIKE-Testredakteur: Ein Bike mit klarem Charakter: Schnell und wild lautet die Devise. Wer den Abwärtsdrang zu zähmen weiß, bekommt ein starkes Race-Enduro und kann es damit richtig krachen lassen. Für entspanntes Trailcruisen gibt es verspieltere Gefährten, und Touren-Enduristen wünschen sich ein leichteres Bike – vor allem in dieser Preisklasse.

  BIKE-Redakteur Florentin VesenbeckhFoto: Georg Grieshaber BIKE-Redakteur Florentin Vesenbeckh  Beim Norco Range kommt der metrische Dämpfer mit Trunnion-Mount zum Einsatz. Foto: Wolfgang Watzke Beim Norco Range kommt der metrische Dämpfer mit Trunnion-Mount zum Einsatz.   Norco Range C 9.2: Eagle. Bei einigen Konkurrenten gibt’s diesen Luxus erst an den noch teureren Top-Modellen.Foto: Wolfgang Watzke Norco Range C 9.2: Eagle. Bei einigen Konkurrenten gibt’s diesen Luxus erst an den noch teureren Top-Modellen.
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  Norco Range C 9.2Foto: BIKE Magazin Norco Range C 9.2  Norco Range C 9.2Foto: BIKE Magazin Norco Range C 9.2


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Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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