Max Fuchs
· 09.04.2026
Auf dem Papier positioniert sich das neue R.EXC klar im Highend-Segment der motorisierten Race-Enduros – mit einem Motor, der in Sachen Drehmoment und Spitzenleistung der Konkurrenz um die Ohren fährt, und einer Geometrie-Flexibilität, die ihresgleichen sucht. Einziger, aber großer Haken: Das leistungsstarke DJI-Aggregat ist bedingt durch die Power-Bedingungen bei den meisten E-Racing-Formaten ausgeschlossen. Ob die 45 Setup-Kombinationen in der Praxis tatsächlich spürbare Unterschiede machen und Sinn ergeben, wird der Test zeigen. Wir melden uns, sobald wir den Boliden gefahren sind.
Rotwilds neue E-Enduro mit DJI-Power kommt nicht völlig überraschend. Im Sommer 2025 bekamen wir auf der Eurobike einen ersten Vorgeschmack – damals allerdings noch im Prototypen-Status und mit dem Avinox-Antrieb der ersten Generation.
Herzstück des neuen R.EXC ist der neue Avinox M2S Motor. Das neue Aggregat liefert bis zu 150 Nm Drehmoment und 1.300 Watt Spitzenleistung, kombiniert mit einer kompakten Bauform. Hier findet ihr weitere Infos zum neuen Motor von DJI. Dazu gesellt sich die hauseigene IPU900-Batterie: 864 Wh Kapazität, 3.580 Gramm, Carbongehäuse und das Rotwild-typische Quick-Release-System, bei dem sich der Akku per Knopfdruck in Sekundenschnelle aus dem Unterrohr entnehmen lässt. Aufgeladen wird der Energieträger mit einem 7-Ampere-Ladegerät.
Das bewährte Mid-High-Pivot-Konzept mit stehendem Dämpfer bleibt die Basis – der Hauptdrehpunkt wurde aber weiter nach vorne und oben verlagert. Dadurch erzielt Rotwild nach eigenen Angaben beim Einfedern die High-Pivot-typisch nach hinten gerichtete Raderhebungskurve bei nahezu konstanter Kettenstrebenlänge. Das Ergebnis: eine gleichbleibende Geometrie über den gesamten Federweg. Die Carbon-Schwinge im Elevated Box Design soll außerdem maximale laterale Steifigkeit mit kontrollierter Torsionsnachgiebigkeit kombinieren.
Vorne stehen 170 mm Federweg zur Verfügung, hinten 160 mm – wobei der Rocker drei Positionen erlaubt: Full Travel (160 mm / 16 % Progression), Mid Travel (155 mm / 14 %) und Short Travel (145 mm / 12 %).
Die vielseitige Geometrie ist der eigentliche Clou des neuen R.EXC: Rotwild kombiniert drei zentrale Verstellpunkte zu einer modularen Geometrieplattform. Der Rocker regelt Federweg und Progression in drei Stufen. Die unterschiedlich lange Ausfallenden erlauben verschiedene Hinterbaulängen sowie verschiedene Laufrad-Setups: 29 Zoll an Heck und Front oder Mullet. Bei jeder Rahmengröße passt Rotwild zudem die Kettenstrebenlänge einzeln an die Länge des Hauptrahmens an, sodass die Proportionen des Bikes über alle Größen hinweg gleich bleiben. So genau nehmen es die wenigsten Hersteller mit größenspezifischen Geometrien. Das modulare Headset wiederum ermöglicht eine Anpassung des Lenkwinkels um ±0,5 Grad und des Reachs um ±5 mm. Kombiniert man all die Einstellmöglichkeiten, quetscht das R.EXC 36 verschiedene Geometrie-Varianten aus einer Rahmenplattform.
| ULTRA | PRO | |
| Preis | 14.990 € | 10.990 € |
| Gewicht | 23,2 kg | 23,5 kg |
| Motor | Avinox M2S | Avinox M2S |
| Akku | IPU900 / 864 Wh | IPU900 / 864 Wh |
| Größen | M / L / XL | M / L / XL |
Beide Ausstattungsvarianten setzen auf denselben Rahmen aus handgefertigtem Poly-Dynamic-Carbon. Am Topmodell spezifiziert Rotwild ein FOX-Factory-Fahrwerk mit der Podium-USD-Gabel an der Front, einer Shimano-XTR-Di2-Schaltung und Crankbrothers-Synthesis-Enduro-Carbon-Laufrädern. Die integrierte Eightpins-Sattelstütze bietet in Größe XL bis zu 225 mm Hub. Das Mullet-Setup – 29" vorne, 27,5" hinten – ist ab Werk verbaut, lässt sich über die Dropouts aber umkonfigurieren.

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