Florentin Vesenbeckh
· 13.02.2026
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Fahrstark, komfortabel, reichweitenstark: Das Slab Plus kann nicht nur im harten Enduro-Gelände, sondern auch auf anspruchsvollen Touren überzeugen. Die gute Ausstattung und das wertige Chassis suchen in diesem Preisbereich ihresgleichen. Nachteile sind der fest verbaute Akku und das etwas schwerfällige Handling.
| Eigenschaft | Note |
|---|---|
| Fahrverhalten | 2,3 |
| Labor | 2,0 |
| Ausstattung | 2,5 |
| Motor | 1,4 |
| Endnote | 2,2 |
Die Gesamtbewertung des Bikes findest du hier
| Preis | 5.900,00 € |
| Federweg | 170 mm |
| Gewicht | 24 kg |
| Motor | Bosch Performance CX |
| Akku | Bosch Power Tube 800 |
| Gabel | Fox 38 Float Performance |
| Dämpfer | Fox Float X2 |
| Schaltung | Shimano XT Di2 |
| Bremse vorne | Shimano XT BR-M 8220 |
E-Mountainbikes waren in den letzten Jahren im Rose-Portfolio erstaunlich wenig präsent. Mit dem Slab Plus will der Bocholter Versender in der begehrten Kategorie durchstarten. Dafür fällt das Bike erstaunlich progressiv und sportlich aus. Lange Geometrie, fest verbauter Akku, Vollcarbonrahmen. Beachtlich ist das Presisschild. Unser Testbike rollt für 5900 Euro (>> hier erhältlich) mit Fox-Fahrwerk und Shimano XT-Ausstattung samt elektronischer Funk-Di2-Schaltung ins Feld. Das gibt’s in diesem Preisbereich eher selten.
Sparfüchse finden mit dem Slab Plus 70 eine nochmal 1000 Euro günstigere Variante, die auch schon Enduro-ready ausgestattet ist und mit identischem Antrieb und Chassis glänzt. Erscheinungsbild und Verarbeitung des Rahmens sind ausgezeichnet. Auch die Details wie das nahtlos integrierte Display und der praktische Ladeport können überzeugen.
Das Slab Plus kommt mit dem bewährten Bosch Performance CX. In unseren Tests glänzt der Schwaben-Motor nicht nur mit massig Reichweite, sondern auch einer besonders gelungenen Modulation. Alle Infos zum Bosch Performance CX gibt’s in unserem aktuellen Labor- und Praxistest hier im Link. Auf langen Touren liefert der große Bosch Powertube 800 eine enorme Reichweite. Allerdings ist die Batterie nicht schnell entnehmbar. Die feste Integration kann im Alltag und auf langen Touren einschränken.
Der Rahmen des Slab Plus fällt lang aus. Kleine Fahrer, spätestens unter 165 cm, könnten selbst mit Größe S nicht ideal klarkommen. Und wer es auf ein verspieltes Handling abgesehen hat, sollte im Zweifel lieber zur kleineren Größe greifen. Unser Testbike in Größe L rollt mit einem Radstand von über 1300 mm und einem üppigen Reach von 493 mm auf die Testrunde in Finale Ligure.
Durch den sehr steilen Sitzwinkel ist die Position dennoch betont kompakt und komfortabel. Im Anstieg belohnt die zentrale Position im Bike mit viel Kontrolle über das Vorderrad. Auch steile Stiche und technische Passagen gehen damit gut von der Hand. Die Heckfederung bringt einen hohen Fahrkomfort und gute Traktion. Dabei helfen auch die Schwalbe-Reifen mit Radialkarkasse, die bei rutschigen Bedingungen im Anstieg klare Vorteile bringen. Auch der bewährte Bosch-Motor hilft in schwierigen Uphills mit guter Modulation und dynamischem Schub.
Komfort und Fahrstabilität sind auch bergab die prägenden Charaktereigenschaften des Slab Plus. Der Hinterbau gibt schnell viel Federweg frei und saugt so auch fiese Steinfelder gierig auf. Gepaart mit dem überrollfreudigen 29er-Setup kommt Luftkissen-Feeling auf. Die lange Geometrie und die hohe Front geben viel Fahrsicherheit und Laufruhe.
Je aktiver die Fahrweise und kurviger die Strecke, desto mehr fällt jedoch eine gewisse Behäbigkeit auf. Für aktives Pushen dürfte das Heck mehr Gegenhalt bieten und spielerische Fahrmanöver wie Bunnyhops und Manuals gehen auch etwas schwerer von der Hand. Man spürt auf dem Trail, dass man eine Menge Fahrrad bewegen muss. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau, denn in dieser Preisklasse kommen E-Enduros gerne noch deutlich schwerer und behäbiger daher. Schade: Trotz fest integriertem Akku klapperte das Slab Plus recht markant aus dem Unterrohr.

Redakteur CvD
Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.