Enduros mit 160 Millimeter Federweg? Stimmt, da war doch mal was. Doch wer sich einmal aufs Beef Cake gesetzt hat, will die 20 Millimeter Zugabe nicht mehr missen. Das Fahrwerk von Rose bügelt grobe Brocken weg als wäre es Katzenstreu. Klar, mit der langhubigen Talas und dem DHX-Dämpfer von Fox ist das Bike gefedert wie ein Monstertruck. Doch was den Zweifler eher überzeugen dürfte: Trotz der knapp 15 Kilo Gesamtgewicht klettert der Muskelprotz, als wolle er sich als Transalp-Bike empfehlen. Zwar sitzt man wegen des recht kurzen Oberrohrs kompakt, doch wer die Talas auf 140 Millimeter absenkt, braucht noch nicht mal den Plattform-Hebel am Dämpfer umzulegen: Das Fahrwerk ärgert im Uphill nicht mit nervösen Zuckungen, sondern spart sich Temperament und Federweg für den Flug ins Tal. Einzig Schwalbes Big Betty (Testbereifung: Onza Ibex) dürften verhindern, dass einem auch im Anstieg der Fahrtwind den Schweiß vom Gesicht bläst.
Für 3199 Euro kann man das Beef Cake beim Rose-Versand bestellen, im Karton steckt dann ein schick verarbeiteter Rahmen (innenverlegte Züge) mit einem bunten Mix schnieker Anbauteile: Formula-The-One-Bremsen mit 203er-Scheiben hinten wie vorne, DTSwiss-Enduro-Laufräder, SRAM-XO-Schaltwerk und ein breiter (740 mm) Syncros-Lenker.
Und wo ist der Haken? Abzüge in der B-Note gibt es für den Antrieb: Zwar liegen Zweifachkurbeln bei Enduros im Geiste der Zeit, aber mit dem 32er-Kettenblatt sind selbst antriebsschwache Enduristen unterversorgt. Ganz oben auf unserer Enduro-Wunschliste aber: eine hydraulische Sattelstütze.
Fazit: verspielter Charakter, fetter Federweg, trotzdem noch Touren-tauglich.
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