PM Sports Pika PrototypEin CNC-gefräster Technik-Traum

Jan Timmermann

 · 25.01.2026

Der Rahmen des PM Sports Pika wird aus einem soliden Stück Alu gefräst. Der Prototyp ist ein spektakuläres Einzelstück.
Foto: PM Sports
Das PM Sports Pika wurde als Ingenieurs-Meisterleistung ohne Kompromisse entwickelt. Gefräst wird der Rahmen aus einem soliden Block Alu. Im Tretlager sitzt ein Getriebe. Die Lenkung wird durch eine extra Dämpfungseinheit stabilisiert. Am Prototypen des PM Sports Pika gibt es viel zu entdecken.

Mountainbikes gibt es viele, doch keines ist, wie das PM Sports Pika. Firmengründer Gian Cla Haller ist nicht nur Biker durch und durch, sondern auch Tüftler mit Herz und Seele. Was mit Accessoires, wie 3D-gedruckten GPS-Halterungen und Kettenführungen, begann führte inzwischen zum Prototypen eines eigenen Enduro-Bikes. Das einzigartige Pika befindet sich derzeit in der ersten Erprobungsphase. Bald soll eine zweite Auflage folgen. Ob, wann und zu welchem Preis es das aufsehenerregende Bike für Normalsterbliche zu kaufen geben wird, steht noch nicht fest. Aktuell ist das PM Sports Pika das private Bike eines leidenschaftlichen Entwicklers.

Auch, wenn der Rahmen des Pm Sports Pika noch keine Serienreife hat, wird das Enduro-Bike bereits ausgiebig in der Praxis erprobt.Foto: PM SportsAuch, wenn der Rahmen des Pm Sports Pika noch keine Serienreife hat, wird das Enduro-Bike bereits ausgiebig in der Praxis erprobt.

PM Sports Pika im Detail

  • Einsatzbereich: Enduro
  • Federweg vorne/hinten: 170/160 mm
  • Laufradgröße: Mullet, 29/27,5”
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Gewicht: ca. 20 kg
  • Preis: nicht bekannt (Prototyp)
  • Besonderheiten: am Stück gefräster Hauptrahmen, Lenkungsstabilisator, Massedämpfer zur Vibrationskontrolle

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Am Unterrohr des PM Sports Pika wird extrem viel Material ausgefräst. Das soll Gewicht sparen und verleiht dem Chassis einen extravaganten Look.Foto: PM SportsAm Unterrohr des PM Sports Pika wird extrem viel Material ausgefräst. Das soll Gewicht sparen und verleiht dem Chassis einen extravaganten Look.

Aus den Vollen gefräst

Anders als bekannte CNC-gefräste Rahmen, wie zum Beispiel von Actofive oder Pole, entsteht der Hauptrahmen des PM Sports Pika nicht etwa aus zwei zusammengefügten Schalen, sondern wird am Stück aus einem soliden Block 7075er Aluminium herausgearbeitet. Die Detailtiefe der Fertigung reicht von einem geschlossenen vorderen Dreieck bis zu aufwändigen Ausfräsungen in Unter-, Oberrohr und Hinterbau-Elementen, um Gewicht zu sparen. Mit Stahlfederdämpfer, fetten Enduro-Reifen und Pinion-Getriebe landet der Prototyp trotzdem bei rund 20 Kilo Gewicht. PM Sports verspricht jedoch einen tiefen und zentralen Schwerpunkt für eine gute Streckenlage.

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Stark ausgefräst mit externer Zugführung: Die Fans von rohen CNC-Rahmen kommen beim PM Sports Pika voll auf ihre Kosten.Foto: PM SportsStark ausgefräst mit externer Zugführung: Die Fans von rohen CNC-Rahmen kommen beim PM Sports Pika voll auf ihre Kosten.

Der Name des Pika soll die Region ehren, in welcher es entstand: die Landschaft um den Piz Kesch in den Alpen. Ausgelegt ist das Enduro für hochalpine Abenteuer, Bikepark-Action und den Renneinsatz. Das spektakuläre CNC-Bike kombiniert einen 490 Millimeter langen Reach mit einen 605 Millimeter hohen Stack. Der Lenkwinkel steht 63,5 Grad flach, der Sitzwinkel 75 Grad steil. Die Kettenstreben fallen 440 Millimeter lang aus, sodass der Radstand bei 1294 Millimetern Länge landet. Am Prototypen-Rahmen entscheidet sich PM Sports für eine externe Zugführung und eine Fidlock-Flaschenhalteraufnahme auf dem Oberrohr. Das Chassis nimmt bis zu 2,6 Zoll breite Reifen auf und ist nicht für ein 29er Hinterrad ausgelegt.

Das PM Sports Pika ist beileibe kein Scheunenfund, sondern ein leidenschaftlich entwickeltes Tüftler-Projekt, in das viel Zeit geflossen ist.Foto: PM SportsDas PM Sports Pika ist beileibe kein Scheunenfund, sondern ein leidenschaftlich entwickeltes Tüftler-Projekt, in das viel Zeit geflossen ist.

VPP-Fahrwerk nach Eigenentwicklung

Tüftler Haller ist von Haus aus kein Maschinenbauer, sondern brachte sich die Basics des Rahmenbaus und der Fahrwerksentwicklung mithilfe des Internets selbst bei. Umso beeindruckender erscheint der Prototyp des PM Sports Pika. Haller erdachte ein Hinterbaukonzept mit virtuellem Drehpunkt (VPP), welches eine effiziente Federwegs-Ausnutzung bei aggressivem Fahrstil bringen soll und 160 Millimeter an Knautschzone generiert. Das Pika setzt auf eine Kinematik mit progressivem Übersetzungsverhältnis, um die Sensibilität bei kleinen Schlägen und den Kontakt zum Boden zu maximieren.

Als Antrieb kommt beim Prototypen-Mountainbike von PM Sports ein Pinion-Getriebe mit Smart-Shift-Funktion zum Einsatz.Foto: PM SportsAls Antrieb kommt beim Prototypen-Mountainbike von PM Sports ein Pinion-Getriebe mit Smart-Shift-Funktion zum Einsatz.

Im mittleren Federwegsbereich soll das Hinterbausystem des PM Sports Pika mehr Support für ein ausgeprägtes Kontrollgefühl bieten, ohne die volle Hub-Ausnutzung einzuschränken oder harte Bottom-Outs befürchten zu müssen. Zudem soll ein am SAG-Punkt optimierter Anti-Squat für eine effiziente Energieübertragung beim Pedalieren sorgen ohne die Traktion des Fahrwerks einzuschränken. Auch in sehr technischem Gelände, soll der Hinterbau jederzeit aktiv bleiben. Der Anti-Rise des Pika soll dafür sorgen, dass die Federung auch während harter Bremsmanöver zuverlässig arbeitet, um eine konsistente Fahrdynamik zu erreichen. Der Hinterbau nimmt wahlweise Dämpfer mit Luft- oder Stahlfeder auf. Vorne kommt als Ergänzung eine Rockshox ZEB Federgabel mit 170 Millimetern Hub zum Einsatz.

Die aus den Vollen gefrästen Kettenstreben erinnern an die Elevated Chainstays der 90er, sind jedoch Teil eines topmodernen Hinterbausystems.Foto: PM SportsDie aus den Vollen gefrästen Kettenstreben erinnern an die Elevated Chainstays der 90er, sind jedoch Teil eines topmodernen Hinterbausystems.

Von Getriebe-Schaltung bis Massedämpfer

Für sein persönliches Pika setzt Entwickler Haller auf ein Pinion-Getriebe mit Smart-Shift-Funktion. Der gekapselte Antrieb verspricht wartungsarm und robust zu sein. Via elektronischer Steuerung lässt sich das Schaltverhalten des Getriebes individualisieren. Sehr individuell ist auch die Technologie am Cockpit des Enduro-Prototypen von PM Sports. Am Vorbau sitzen ein eigener Massedämpfer und ein externer Lenkungsdämpfer von Pademelon, welche die Präzision der Steuerung verbessern und Arme vor vorzeitiger Ermüdung schützen soll. Bestückt ist das Einzeltsück außerdem mit einem Mullet-Laufradsatz von DT-Swiss und griffigen Reifen von Pirelli.

Noch gibt es das PM Sports Pika nicht zu kaufen. Für Aufsehen dürfte aber bereits der Prototyp sorgen.Foto: PM SportsNoch gibt es das PM Sports Pika nicht zu kaufen. Für Aufsehen dürfte aber bereits der Prototyp sorgen.

Fazit von BIKE-Redakteur Jan Timmermann

Für mich verstrahlt kaum etwas mehr Sexapeal als ein liebevoll gefräster CNC-Rahmen. Das PM Sports Pika treibt diesen Fetisch auf die Spitze und ist ein Kunstwerk aus Vollmaterial, welches ich mir stundenlang anschauen könnte. Die Fahrwerks-Eigenentwicklung und eine Ausstattung, die von etablierten Standards abweicht, machen das Eduro in meinen Augen zu einem aufsehenerregenden Prototypen. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Feine Frässpuren zieren den CNC-Rahmen des PM Sports Pika.Foto: PM SportsFeine Frässpuren zieren den CNC-Rahmen des PM Sports Pika.

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