Mit dem Zendit R und besonders dem Zendit S korrigiert Mondraker einen der größten Kritikpunkte der ursprünglichen Modellfamilie. Der Einstiegspreis sinkt von bislang 8499 auf 6499 EuroTrotzdem bleiben der Carbon-Hauptrahmen, der Avinox-M2S-Antrieb, der große 800-Wh-Akku und die grundlegende Fahrwerksplattform erhalten. Ein Schnäppchen werden die neuen Modelle damit zwar noch nicht. Im Vergleich zu den bisherigen Vollcarbon-Versionen fällt das Preis-Leistungs-Verhältnis aber deutlich attraktiver aus. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik
Mit dem Zendit präsentierte Mondraker im April 2026 ein kompromisslos ausgelegtes E-Enduro: Vollcarbon-Rahmen, Mullet-Laufräder, 165 Millimeter Federweg am Heck und der leistungsstarke Avinox M2S Motor. Einziger Haken: Das Mondraker Zendit mit Avinox M2S kostete bislang mindestens 8499 Euro.
Genau diese Lücke sollen ab Oktober 2026 das Mondraker Zendit R für 7499 Euro und das Zendit S für 6499 Euro schließen. Die Spanier sparen dabei nicht am Motor oder am Carbon-Hauptrahmen, sondern setzen bei beiden Neuheiten auf einen eigens entwickelten Aluminium-Hinterbau. Trotzdem bleibt das Zendit angenehm leicht: Das neue Zendit R in Größe M/L hatten wir im BIKE-Testlabor schon an der Waage. Mit 23,84 Kilogramm (BIKE-Messung) ist es gemessen an Einsatzbereich und Preis definitiv nicht zu schwer geraten.
Der vordere Rahmenteil besteht weiterhin aus Mondrakers Stealth-Air-Carbon. Neu ist der Alu-Hinterbau samt Umlenkhebel. Das spart gegenüber den bisherigen Vollcarbon-Modellen RR, RR S und XR Kosten, ohne die grundlegende Fahrwerksplattform oder die Geometrie zu verändern. Das Mehrgewicht liegt bei rund 1000 Gramm.
Auch der neue Rahmen nutzt Mondrakers überarbeitetes Zero-Suspension-System mit virtuellem Drehpunkt (VPP). Am Hinterrad stehen 165 Millimeter Federweg zur Verfügung, vorne arbeiten Gabeln mit 170 Millimetern Hub. Weniger variabel sind die neuen Modelle bei der Laufradwahl: Während sich die Vollcarbon-Versionen auch mit einem 29-Zoll-Hinterrad fahren lassen, ist der neue Aluminium-Hinterbau konsequent für ein Mullet-Setup aus 29 Zoll vorne und 27,5 Zoll hinten konstruiert. Der Flip-chip des Carbon-Hecks entfällt.
Beim Antrieb macht Mondraker keine Unterschiede zwischen den günstigeren Zendit-Modellen und den teuren Vollcarbon-Ausführungen. Sowohl das Zendit R als auch das Zendit S erhalten den aktuellen Avinox M2S in Kombination mit einem fest im Unterrohr integrierten 800-Wh-Akku.
Der kompakte Motor gehört zu den stärksten E-Bike-Antrieben auf dem Markt und kann bis zu 150 Newtonmeter Drehmoment liefern. Wie sich der Antrieb in Labor und Praxis schlägt, zeigt unser ausführlicher Test des Avinox M2S. Dort überzeugte der Motor insbesondere mit seinem Leistungs-Gewichts-Verhältnis und seiner gut kontrollierbaren Leistungsentfaltung.
Beide Zendit-Neuheiten kommen mit:
Damit sind Zendit R und S technisch auf demselben Antriebsniveau wie die teureren Modelle. Einen Überblick über weitere E-Mountainbikes mit diesem Motor gibt es in unserer Marktübersicht zu den E-Bikes mit Avinox M2S.
Ein Flip-Chip an der unteren Dämpferaufnahme erlaubt weiterhin zwei Geometrie-Einstellungen. In der Standardposition beträgt der Lenkwinkel flache 63,5 Grad. Das Tretlager liegt 345 Millimeter hoch, der effektive Sitzwinkel beträgt 77 Grad.
In der Low-Position sinkt das Tretlager um fünf Millimeter. Gleichzeitig wird der Lenkwinkel auf 63,15 Grad abgeflacht und der Reach verkürzt sich um vier Millimeter. Hier die wichtigsten Geometrie-Werte in der Übersicht.
| Flip-Chip Position | Regular | Low |
| Lenkwinkel | 63,5° | 63,15° |
| Effektiver Sitzwinkel | 77° | 76,65° |
| Tretlagerhöhe | 345 mm | 340 mm |
| Reach | 480 mm in M/L | 476 mm in M/L |
| Stack | 640 mm in M/L | 643 mm in M/L |
Mondraker bietet beide Modelle in fünf Größen von S bis XL an. Die zusätzliche Größe M/L soll kleinere Sprünge zwischen den Rahmengrößen ermöglichen. Der Reach reicht in der Standardposition von 440 Millimetern in Größe S bis 520 Millimeter beim XL-Rahmen. Ungewöhnlich für ein modernes Enduro ist der recht tiefe Stack-Wert in Kombination mit üppigem Reach von 480 Millimetern bei Größe M/L, die Mondraker bis circa 1,85 Meter empfiehlt.
Bei den Kettenstreben verfolgt Mondraker einen größenabhängigen Ansatz: In S, M und M/L messen sie 450 Millimeter, die Größen L und XL erhalten 455 Millimeter lange Streben. Sehr gut: Die Positionen der Hinterbau-Drehpunkte wurden laut Hersteller ebenfalls an die Rahmengrößen angepasst, damit die Übersetzungskennlinie über alle Größen möglichst identisch bleibt.
Das höherwertige der beiden neuen Modelle kostet 7499 Euro. Mondraker kombiniert eine Fox 38 Performance mit 170 Millimetern Federweg mit einem Fox Float X Performance am Heck.
Geschaltet wird elektronisch: Das Sram S1000 Eagle AXS-Schaltwerk arbeitet nach dem robusten T-Type-Standard und wird mit einer 10–52-Zähne-Kassette kombiniert. Die Stromversorgung ist an den Hauptakku des E-Bikes angebunden.
Bei den Laufrädern greift Mondraker zum E-MTB-tauglichen DT Swiss Hybrid H 1900 Spline. Verzögert wird mit Sram Maven Base Vierkolbenbremsen und 200-Millimeter-Scheiben. Vorne sitzt ein Maxxis Assegai in MaxxGrip-Mischung und EXO+-Karkasse, hinten ein robuster Minion DHR II mit Double-Down-Karkasse.
Das Zendit S übernimmt Rahmen, Motor, Akku und Geometrie vom R-Modell. Gespart wird vor allem bei Fahrwerk, Schaltung und Laufrädern.
An der Front arbeitet eine RockShox ZEB Base RC mit 170 Millimetern Federweg. Der passende Super Deluxe Select übernimmt die Federung am Heck. Die mechanische Sram-70-Eagle-Schaltung nutzt ebenfalls den T-Type-Standard und eine Kassette mit 10–52 Zähnen.
Bei den Laufrädern setzt Mondraker auf Mavic E-Access XR30 mit 30 Millimetern Innenweite. Reifen und Bremsanlage entsprechen weitgehend dem R-Modell: Auch hier kommen Maxxis Assegai und Minion DHR II sowie Sram Maven Base zum Einsatz. Die X-Fusion Manic TA lässt sich im Hub verstellen und wird passend zur jeweiligen Rahmengröße verbaut.

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