Florentin Vesenbeckh
· 26.03.2026
Mondraker gehört zu den besonders guten Kunden von Bosch E-Bike-Systems. Dass jetzt auch die Spanier ein E-MTB mit Avinox-Motor zeigen, kann also auch als deutliches Signal gewertet werden. Der aufstrebende Antrieb aus China wird in der laufenden Saison noch massiv an Bedeutung zulegen! Das Zendit ist ein abfahrtsstarkes E-Enduro, das auf den ersten Blick stark an das bekannte Kult-Modell Crafty erinnert. Doch es gibt klare Unterschiede.
Das Zendit basiert auf einer neuen Rahmenkonstruktion aus Carbon (Stealth Air Carbon), die speziell für die Integration des Avinox-Motors entwickelt und angepasst wurde. Mondraker setzt bei der Fertigung erstmals auf 6-Achs-CNC-Maschinen für Bohrungen und Endbearbeitung. Der Rahmen verwendet doppelt abgedichtete Enduro-Max-Lager, die bereits beim DH-Modell Summum zum Einsatz kommen.
Zu den konstruktiven Details gehört die Kabelführung, die auf die komplizierte Integration im Steuersatz verzichtet. Neu für das Zendit wurden innenliegende, in sich geschlossene Kabelkanäle (HHG) entwickelt, die die Zugverlegung trotz fest verbautem Akku besonders unproblematisch gestalten sollen. Das macht sich besonders bei Servicearbeiten am Bike bemerkbar. Außerde hat das Chassis ein integriertes Avinox-Display im Oberrohr und einen robusten, gummierten Rahmenschutz.
Das neue E-Mountainbike verfügt über 165 mm Federweg am Hinterrad und 170 mm an der Gabel. Die ZERO-Suspension-Kinematik wurde für den Avinox-Motor angepasst, wobei der virtuelle Drehpunkt vom Summum-Rahmen übernommen wurde. Die Abstimmung erfolgte in Zusammenarbeit mit Fox, die Dämpfer sind modellspezifisch auf die Kinematik abgestimmt (Float X bei RR/RR S, Float X2 beim XR-Modell). Ein 36er-Kettenblatt soll die Haltbarkeit des Antriebsstrangs erhöhen, während optimierte Anti-Squat-Werte den Pedalierkomfort beeinflussen.
Serienmäßig kommt das Zendit im Mullet-Setup (29" vorne, 27,5" hinten), lässt sich aber auf Full-29-Zoll umrüsten. Die Kettenstrebenlängen sind größenabhängig gestaffelt. In den Größen S, M und M/L misst der Hinterbau 450 mm. Bei den Größen L und XL wachsen die Streben auf 455 mm. Zwei Flip-Chips ermöglichen Geometrieanpassungen: Ein unterer Flip-Chip verlängert die Kettenstreben um 7 mm für optionale 29"-Hinterräder. Ein zweiter Flipchip variiert den Lenkwinkel um 0,35° und die Tretlagerhöhe um 5 mm.
Das Zendit wird in den Ausstattungsvarianten RR, RR S und XR angeboten. Die Preise sind ambitioniert, los geht’s erst bei 8499 Euro für das Zendit RR. Besonders dabei: Schon das Einstiegsmodell kommt mit extrem hochwertigem Fox-Factory-Fahrwerk und dazu kabelloser Funkschaltung. Abstriche muss man allerdings bei den günstigen Alu-Laufrädern und dem langsameren Avinox-Ladegerät machen. Die beiden teureren Modelle RR S für 10 499 Euro und das XR für 12 499 Euro haben beide die edle Fox Upsidedown-Federgabel Podium Factory verbaut.
Dass selbst Mondraker, über Jahre als besonders treuer Bosch-Partner bekannt, jetzt ein Power-E-Bike mit Avinox-Antrieb zeigt, verdeutlicht die drängende Power des neuen Antriebsherstellers. Das Zendit wird unter den abfahrtsstarken E-MTBs für Furore sorgen, denn ein exzellentes Fahrwerk und eine hohe Fahrstärke haben E-Bikes von Mondraker schon in vielen BIKE Test ausgezeichnet. Schade, dass die Spanier auf ein günstigeres Einstiegsmodell verzichten.

Redakteur CvD