MMR LythSchlankes Carbon-E-Enduro mit Avinox M2S und bis zu 150 Nm

Adrian Kaether

 · 26.09.2026

MMR Lyth: Schlankes Carbon-E-Enduro mit Avinox M2S und bis zu 150 NmFoto: Adrian Kaether
Das MMR Lyth Topmodell 00 Plus mit Öhlins-Fahrwerk und Federwegs-Upgrade auf dem Sea Otter Europe.
Mit dem neuen Lyth erweitert MMR sein E-Mountainbike-Programm um ein auffallend schlankes Carbon-Fully. Trotz 800-Wh-Akku und ausgewachsener Enduro-Ausstattung soll das Topmodell unter 22 Kilogramm bleiben. Für Vortrieb sorgt der kraftvolle Avinox M2S.

Themen in diesem Artikel

​Erste Einschätzung zum Lyth

Das MMR Lyth ist kein halbherziger Ausflug ins sportliche E-MTB-Segment. Mit 800 Wh, bis zu 150 Nm und 160 Millimetern Hinterradfederweg bietet es ausgewachsene Full-Power E-MTB-Eckdaten. Gleichzeitig bemüht sich MMR um eine schlanke Rahmenform und ein vergleichsweise niedriges Gewicht. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik

MMR verbinden viele Mountainbiker vor allem mit schnellen Cross-Country- und Marathon-Bikes. Mit dem neuen Lyth schlagen die Spanier nun deutlich gröbere Töne an: Das 29-Zoll-E-MTB kombiniert einen Carbonrahmen, 160 Millimeter Hinterradfederweg und einen großen 800-Wh-Akku mit dem kompakten Avinox-M2S-Antrieb. In der Topausstattung Lyth 00 Plus kommen sogar eine 170-Millimeter-Gabel und ein Stahlfederdämpfer von Öhlins zum Einsatz. MMR ergänzt seine E-MTB Palette die bisher vor allem auf Bosch setzte erstmals um ein Avinox-Bike

Das Lyth 00 Plus mit 170 Millimetern Hub soll für 10.999 Euro als exklusives Topmodell den Besitzer wechseln.Foto: Adrian KaetherDas Lyth 00 Plus mit 170 Millimetern Hub soll für 10.999 Euro als exklusives Topmodell den Besitzer wechseln.

Carbonrahmen mit integriertem Dämpfer

Optisch gehört das Lyth zu den schlankeren Full-Power-E-MTBs. Motor und Akku fügen sich sauber in die Linien des Carbonrahmens ein, während der teilweise unter dem Oberrohr platzierte Dämpfer für eine eigenständige Silhouette sorgt. Das Ergebnis wirkt weniger wuchtig als bei vielen klassischen E-Enduros mit vergleichbarer Akkukapazität.

MMR fertigt den Rahmen aus sogenannter Mid-Modulus-Carbonfaser. Gefahren wird auf 29-Zoll-Laufrädern, freigegeben sind Reifen bis 2,6 Zoll Breite. Der Hinterbau stellt 160 Millimeter Federweg bereit. Bei den drei regulären Modellen kombiniert MMR ihn mit einer 160-Millimeter-Federgabel; das Topmodell Lyth 00 Plus erhält vorne 170 Millimeter für noch mehr Abfahrtspotenz.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Avinox M2S: 150 Nm auf Knopfdruck

Das Herzstück des Lyth ist der Avinox M2S. In den regulären Unterstützungsstufen stehen bis zu 130 Nm zur Verfügung, im zeitlich begrenzten Boost-Modus steigt das Drehmoment für maximal 60 Sekunden auf 150 Nm. In Verbindung mit dem im Lyth eingesetzten 800-Wh-Akku liegt die angegebene Spitzenleistung bei 1.300 Watt.

Bedient wird das System über kabellose Taster am Lenker und ein in den Rahmen eingelassenes Zwei-Zoll-OLED-Touchdisplay. Zur Wahl stehen die Modi Auto, Eco, Trail, Turbo und Boost. Über die Avinox-Ride-App lassen sich unter anderem Unterstützungscharakteristik, maximales Drehmoment und Anfahrverhalten verändern.

Moderne, aber nicht extreme Geometrie

Bei der Geometrie setzt MMR auf aktuelle Enduro-Eckdaten. In der flachen Flip-Chip-Position beträgt der Lenkwinkel 64 Grad. In Größe M kommen 475 Millimeter Reach, 445 Millimeter lange Kettenstreben und ein 419 Millimeter langes Sitzrohr hinzu - immer noch nicht kurz. Der Radstand liegt in dieser Konfiguration bei 1.263 Millimetern.

Wird der Flip-Chip in die hohe Position gebracht, wächst der Lenkwinkel auf 64,8 Grad, während der Reach in Größe M auf 484 Millimeter steigt. Das Tretlager steht zugleich höher. Damit lässt sich das Lyth entweder auf maximale Laufruhe und Sicherheit im steilen Gelände oder auf ein etwas direkteres Handling abstimmen. Angeboten wird der Rahmen in den drei Größen S, M und L.

Die 445 Millimeter kurzen Kettenstreben versprechen dabei ausreichend Agilität, um das Bike nicht ausschließlich als Geradeaus-Enduro erscheinen zu lassen. Gleichzeitig zeigt der 64-Grad-Lenkwinkel klar, wo MMR das Lyth verortet: auf schnellen, technischen Trails und nicht auf gemütlichen Tourenwegen.

Vier Ausstattungen bis 10.999 Euro

Das Spitzenmodell Lyth 00 Plus kostet laut aktueller Herstellerangabe 10.999 Euro. MMR verbaut eine elektronische SRAM XX Eagle Transmission, SRAM Maven Ultimate-Bremsen und DT Swiss HXC 1200-Carbonlaufräder. Beim Fahrwerk kommen eine Öhlins RXF38 m.3 mit 170 Millimetern Federweg und ein TTX22-Stahlfederdämpfer zum Einsatz. Trotz dieser kompromisslos abfahrtsorientierten Ausstattung soll das Komplettbike nach den bislang kommunizierten Angaben unter 22 Kilogramm bleiben. Ein verbindliches Seriengewicht weist MMR auf der Produktseite allerdings nicht aus.

Darunter rangiert das Lyth 00 für 9.499 Euro. Es erhält eine SRAM X0 Eagle AXS Transmission, ein Fox-Factory-Fahrwerk mit 36er-Gabel und Float-X-Dämpfer sowie DT Swiss HXC 1500-Laufräder.

Das Lyth 10 kostet 7.499 Euro und dürfte den vernünftigsten Kompromiss der Baureihe darstellen. Zur Ausstattung gehören eine elektronische SRAM S1000 Eagle Transmission, ein Fox-Performance-Fahrwerk, SRAM-Maven-Bremsen und DT Swiss HX 1700-Laufräder.

Den Einstieg bildet das Lyth 30 für 6.199 Euro. Es kombiniert eine Shimano-XT-M8200-Schaltung mit Deore-M6220-Bremsen, einem Fox-Rhythm-Fahrwerk und Aluminiumlaufrädern. Carbonrahmen, M2S-Motor und 800-Wh-Akku sind bei allen Versionen identisch.

Modelle und Preise im Überblick

MMR Lyth 30Fox Rhythm, 160 mmShimano XT M82006.199 Euro
MMR Lyth 10Fox Performance, 160 mmSRAM S1000 Eagle AXS7.499 Euro
MMR Lyth 00Fox Factory, 160 mmSRAM X0 Eagle AXS9.499 Euro
MMR Lyth 00 PlusÖhlins RXF38/TTX22 Coil, 170/160 mmSRAM XX Eagle AXS10.999 Euro

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

Meistgelesen in der Rubrik Fahrräder

Shorts