Adrian Kaether
· 20.05.2024
Angefangen hat bei Marin alles schon 1986, damals noch mit filigranen Titan-Rahmen. In letzter Zeit hat sich die kalifornische Marke aber eher mit robusten Alu-Bikes und stabiler Ausstattung einen Namen gemacht. Klebreifen, Cush-Core-Inserts ab Werk und modernen Geometrien nehmen Shredder ins Visier. Dieser Linie bleibt sich Marin auch beim neuen E-Enduro treu: Das Marin Alpine Trail E kommt erstmals mit Bosch-Motor und 750er Powertube. Mit besonders kurzem Heck für ein agiles Handling, umfangreich anpassbarer Geometrie und dicken Federelementen soll das Bike besonders aktive Fahrer begeistern. Wir haben alle Details.
Erst seit 2020 gibt’s bei Marin überhaupt Mountainbikes mit Motor, und bisher kamen die immer mit einem Shimano-Antrieb. Für das Alpine Trail E kommt jetzt erstmals der CX von Platzhirsch Bosch zum Einsatz. Der bietet mit 85 Newtonmetern nominell das gleiche Drehmoment wie die Shimano-Antriebe in Marins anderen E-Bikes, zeigt sich in der Praxis aber noch etwas dynamischer und reichweitenstärker.
Nachteil des Bosch-Motors: Das hohe Gewicht. Mit der 750er Batterie (4,3 kg), dem Motor selbst (2,9 kg), robustem Alu-Rahmen und Heavy-Duty-Ausstattung dürfte das Marin Alpine Trail E also eher deutlich über als unter 25 Kilo wiegen. Passend zum abfahrtslastigen Fokus der Marke entscheidet sich Marin gegen ein Display und für die sportliche Kombination aus schlanker Mini-Remote und System-Controller auf dem Oberrohr. Statt klassischem Speed-Sensor im Hinterrad gibt’s einen Ventilmagneten, der direkt vom Motor ausgelesen werden kann.
Rund um das Antriebssystem hat Marin einen neuen Alu-Rahmen designt. Gegenüber den bisherigen Alpine Trail Modellen mit Shimano und ohne Motor wurde der Federweg um 10 Millimeter auf 170/160 Millimeter verlängert und der hintere Drehpunkt ist von den Sitz- in die Kettenstreben gewandert. Dadurch soll das Fahrwerk auf der Bremse sensibler bleiben und im mittleren und letzten Federwegsbereich besser arbeiten. Ab Werk kommen beide Modelle mit Stahlfederdämpfer.
Die Geometrie ist beim Marin Alpine Trail E sehr modern gezeichnet. Konkret sticht der selbst für ein Enduro superflache Lenkwinkel von 63 Grad ins Auge, der steile Sitzwinkel, das tiefe Tretlager und der lange Reach passen zur abfahrtslastigen Ausrichtung des Bikes. Die Kettenstreben fallen für ein Bike mit Bosch-Motor extrem kurz aus. Wer möchte, kann per Winkelsteuersatz den Lenkwinkel um +/- 0,75 Grad nachjustieren. Ein Flipchip in den Kettenstreben kürzt die Kettenstreben noch weiter ein und hebt das Tretlager etwas an.
Das Marin Alpine Trail E wird es in zwei Modellen für 6299 und 7249 Euro geben. Das günstigere Alpine Trail E1 kommt mit Marzocchi-Fahrwerk, Shimano Cues-Schaltung und TRP Slate-Bremsen während das teurere Trail E2 auf ein Fox Performance Elite Fahrwerk mit hochwertigster Dämpfungstechnik, Shimano-XT-Antrieb und TRP DH-R Evo Bremsen. Beide Bikes rollen auf Attack-Reifen von Veetire mit robuster Karkasse und haben zusätzlich Cush-Core-Inserts für maximalen Pannenschutz ab Werk montiert.

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