Kona Remote 160 und Remote XE-MTBs mit Bosch Motor, 800 Wh und fett Federweg

Max Fuchs

 · 13.08.2026

Mit 180 mm Federweg hat das Remote X bergab offensichtlich keine Lust auf angezogene Handbremse. Hier kommen Enduro-Piloten und sogar so mancher Freerider auf seine Kosten.
Foto: Kona
Kona bringt mit dem Remote 160 und dem Remote X zwei neue E-Mountainbikes mit Bosch Performance Line CX-Motor, 800-Wh-Akku und aggressiver Enduro-Ausrichtung. 160 beziehungsweise 180 mm Federweg, robuste Parts sowie ein Flip-Chip für 29-Zoll- oder Mixed-Wheel-Setups positionieren die beiden Modelle klar im anspruchsvollen Gelände. Wir haben alle Infos zu den beiden Neulingen.

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Fazit: Zwei Konas für die harte Gangart

Kona schärft die Remote-Plattform weiter nach. Das Remote 160 zielt auf vielseitige Trail- und Enduro-Einsätze, das Remote X rückt mit 180 mm Federweg noch näher an die Abfahrt heran und könnte vielleicht sogar Freeride ansprechen. Beide Bikes kombinieren den Bosch Performance Line CX mit einem 800-Wh-PowerTube-Akku und bieten damit reichlich Reichweite für viele Höhenmeter.

Der technische Aufbau fällt konsequent aus: Robuste Aluminiumrahmen, SRAM-Eagle-Transmission-Schaltungen, kräftige Vierkolbenbremsen und schwere Maxxis-Reifen setzen klar auf Kontrolle statt Leichtbau. Dazu kommt der Flip-Chip, der je nach Einsatz zwischen 29 Zoll und Mixed-Wheel wechselt.

Mit 6.999 Euro für das Remote 160 und 7.499 Euro für das Remote X ruft Kona allerdings ambitionierte Preise im Alu-Segment auf. Dafür liefern beide Bikes eine Ausstattung, die auch auf ruppigen Trails keine Kompromisse macht.

Kona Remote 160 und Remote X: Die wichtigsten Fakten

  • Motor: Bosch Performance Line CX
  • Drehmoment: bis zu 120 Nm
  • Spitzenleistung: bis zu 750 Watt
  • Akku: Bosch PowerTube mit 800 Wh
  • Range Extender: optional 250 Wh PowerMore
  • Maximale Kapazität: bis zu 1050 Wh
  • Remote 160: 160 mm Federweg am Heck
  • Remote X: 180 mm Federweg am Heck
  • Laufräder: 29 Zoll oder Mixed-Wheel per Flip-Chip
  • Rahmen: Kona 6061 Aluminium Butted
  • Schaltung: SRAM Eagle Transmission, 12-fach
  • Reifen: Maxxis Assegai und DHR II mit DoubleDown-Karkasse
  • Remote 160: RockShox ZEB Select und Super Deluxe Select+
  • Remote X: Fox 38 Performance Elite und Float X Performance Elite
  • Preise: 6.999 Euro für das Remote 160, 7.499 Euro für das Remote X

Bosch Performance Line CX liefert den Antrieb

Kona setzt bei beiden Modellen auf den Bosch Performance Line CX. Der Antrieb liefert bis zu 120 Nm Drehmoment und erreicht eine Spitzenleistung von 750 Watt. Mit 2,8 Kilogramm Gewicht gehört das System nicht zur Leichtbaufraktion, bringt dafür reichlich Schub an steilen Anstiegen und verfügt über das beste Servicenetzwerk.

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Die Bedienung übernimmt ein System Controller mit Mini Remote. Fünf Tasten und LED-Anzeigen halten die wichtigsten Funktionen direkt am Lenker. Über die Bosch-Flow-App lässt sich das Antriebssystem weiter abstimmen. Fahrer feintunen dort Unterstützungsstufen, maximales Drehmoment oder legen eigene Fahrmodi an.

Die App ergänzt das System zudem um Navigation, Routenplanung und Fahrdaten. Turn-by-Turn-Navigation, 3D-Karten und automatisches Neuberechnen der Route gehören ebenfalls zum Funktionsumfang. Schnittstellen zu Strava, Apple Health und Komoot runden das digitale Paket ab.

800 Wh im Unterrohr – und noch mehr Reichweite

Beim Akku setzt Kona auf den Bosch PowerTube 800. Der große Energiespeicher sitzt vollständig integriert im Unterrohr. Die voll integrierte Bauweise hält den Schwerpunkt maximal tief und unterstützt die Steifigkeit des Rahmens.

Wer noch weiter fahren will, ergänzt den Akku um den Bosch PowerMore Range Extender mit 250 Wh. Damit wächst die Gesamtkapazität auf 1050 Wh. Der Range Extender kann das Bike grundsätzlich auch allein mit Energie versorgen, reduziert dabei jedoch die verfügbare Leistung.

Ein 4-A-Ladegerät gehört zum Lieferumfang. Eine schwenkbare Abdeckung schützt den Ladeanschluss vor Schmutz und Feuchtigkeit.

Remote 160: Trailbike mit Enduro-Reserven

Das Remote 160 verbindet 160 mm Federweg mit einer RockShox ZEB Select und einem Super Deluxe Select+. Wer einen Coil-Dämpfer nachrüsten will, kann das getrost tun. Kona erteilt dafür die Freigabe für das Bike. Bei den Bremsen greift Kona bei diesem Modell zu SRAM Maven Base mit 200-mm-Scheiben vorne und hinten. Die Kombination aus großem Rotor und kräftiger Vierkolbenbremse passt zur abfahrtslastigen Ausrichtung des Bikes.

Remote X: Noch mehr Federweg, noch mehr Enduro

Das Remote X setzt eine Stufe höher an. Eine Fox 38 Performance Elite mit 180 mm Federweg arbeitet an der Front, am Heck übernimmt ein Fox Float X Performance Elite, der ebenfalls 180 mm Federweg ermöglicht. TRP EVO PRO Bremsen mit 220-mm-Rotor vorne und 203-mm-Scheibe hinten bringen die Wuchtbrummer auch in steilem Terrain unter Kontrolle.

Flip-Chip bringt zwei Laufradkonzepte

Kona integriert einen Flip-Chip in die Kinematik. Damit wechseln Fahrer zwischen einem klassischen 29er-Setup und Mixed-Wheels.

Beim Remote 160 rollt Größe S serienmäßig mit 29 Zoll vorne und 27,5 Zoll hinten. M bis XL kommen mit 29/29. Das Remote X fährt in allen Größen zunächst als Mullet mit 29 Zoll vorne und 27,5 Zoll hinten.

Die Geometrie folgt dem modernen Enduro-Rezept: flacher Lenkwinkel, langer Reach und vergleichsweise kompakte Kettenstreben. Beim Remote 160 misst der Lenkwinkel 63,5 Grad, der Sitzwinkel 78,2 bis 78,4 Grad. Der Reach reicht von 430 Millimetern in S bis 515 Millimeter in XL.

Das Remote X fällt mit 63,1 Grad noch etwas flacher aus. Der Reach reicht von 426 bis 511 Millimeter. Die Kettenstreben messen 442 Millimeter, beim Remote 160 sind es 445 Millimeter im Datenblatt.

SRAM Eagle Transmission und robuste Laufräder

Beim Antrieb setzt Kona konsequent auf SRAMs robuste Transmission-Technologie mit Full-Mount-Schaltwerk. Beide Modelle kombinieren das Eagle-90-Schaltwerk mit einem Eagle-70-Shifter. Die 12-fach-Kassette bietet 10 bis 52 Zähne. Eine kurze 155er-Kurbel mit 34 Zähnen überträgt die Kraft.

Formula-Naben mit Boost-Standards treffen auf WTB-HTZ-Trail-i30-Felgen. Bei den Reifen wählt Kona ebenfalls keine filigrane Lösung: Vorne rollt ein Maxxis Assegai 29 x 2,5 Zoll mit DoubleDown-Karkasse und MaxxGrip-Mischung. Hinten arbeitet ein Maxxis DHR II mit DoubleDown und MaxxTerra-Gemisch.

Preise, Farben und Garantie

Das Kona Remote 160 kostet 6.999 Euro, das Remote X 7.499 Euro. Beide Bikes verkauft Kona ausschließlich als Komplettbike.

Das Remote 160 trägt Gloss Reef Blue mit Atlantic-Blue-Decals. Das Remote X kommt in Gloss Metallic Dark Faux Raw mit Mimosa-Decals.

Kona gewährt dem Erstbesitzer eine lebenslange Garantie gegen Herstellungsfehler und eine lebenslange Crash-Replacement-Policy. Für Akku und Elektronik gelten separate Bosch-Garantiebestimmungen.

Redaktionelle Einordnung

Die neuen Kona Remote 160 und Remote X machen Hoffnung auf wilde Downhill-Action. Fahrwerk, Geometrie, Bremsen und die robuste Ausstattung sprechen eine klare Sprache: Diese Bikes wollen bergab Druck machen und auch vor grobem Gelände nicht zurückschrecken. Wie gut das Konzept tatsächlich funktioniert, muss allerdings ein ausführlicher Test zeigen. Fahrqualitäten lassen sich aus einem Datenblatt schließlich nur bedingt ableiten.

Auffällig ist dagegen die Optik. Zwischen den zahlreichen neuen Avinox-E-MTBs mit immer schlankeren und leichter wirkenden Rahmen erscheinen die neuen Konas vergleichsweise pummelig. Der voluminöse Rahmen erinnert stark an die alte Generation von E-MTBs, während viele aktuelle Modelle ihre Antriebstechnik deutlich eleganter in die Silhouette integrieren.

Das soll die Fahrqualitäten der beiden Remotes keineswegs infrage stellen. Es zeigt vielmehr, wie schnell sich das Design moderner E-MTBs verändert. Technisch tritt Kona mit Bosch CX, 800-Wh-Akku, hochwertigen Fahrwerkskomponenten und robusten Parts keineswegs auf der Stelle. Beim Rahmendesign wirkt die Marke jedoch weniger progressiv als manche aktuelle Konkurrenz.

Unterm Strich versprechen Remote 160 und Remote X viel für Fahrer, die ein stabiles, abfahrtsorientiertes E-MTB mit großen Reserven suchen. Ob die Bikes auf dem Trail tatsächlich so souverän ballern, muss der Test zeigen.

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Max Fuchs

Max Fuchs

Redakteur

Max Fuchs hat seine ersten Mountainbike-Kilometer bereits mit drei Jahren gesammelt. Zunächst Hobby-Rennfahrer und Worldcup-Fotograf im Cross-Country-Zirkus, jetzt Testredakteur und Fotograf bei BIKE. Sein Herz schlägt für Enduros und abfahrtsstarke Trailbikes – gern auch mit Motor. Bei der Streckenwahl gilt: je steiler und technischer, desto besser.

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