Das neue E-Enduro von Forbidden setzt auf eine konsequente Ausrichtung für technisches Gelände. 170 mm Federweg am Hinterbau arbeiten mit einer 180-mm-Gabel zusammen. Die Trifecta-V3-Kinematik nutzt ein High-Pivot-Layout mit Viergelenker-Konstruktion.
Der Dämpfer steht vertikal im Rahmen, was Platz für lange Sattelstützen schafft. Selbst in Rahmengröße S1 passt eine 180-mm-Variostütze. Die Achsbahn verläuft nach hinten, was beim Absenken der Fersen für Traktion sorgen soll. Gleichzeitig verspricht der Hersteller genug Unterstützung für Sprünge und aktives Pumpen.
Forbidden bietet das Dreadnought E mit zwei Motorvarianten an. Der M2S kommt in den Ausstattungsstufen Tier 1 und Tier 2 zum Einsatz. Er liefert 130 Nm Drehmoment, im Boost-Modus steigt der Wert auf 150 Nm. Die Spitzenleistung erreicht 1300 Watt bei einem Gewicht von 2,6 kg. Der M2 für die Stufen Tier 3 und Tier 4 leistet 110 Nm, im Boost-Modus 125 Nm. Die Spitzenleistung liegt bei 1100 Watt, das Gewicht bei 2,65 kg.
Beide Motoren arbeiten mit der Avinox-Ride-App zusammen, die alle Unterstützungsmodi anpassen lässt. Ein 2-Zoll-OLED-Display in Farbe dient als Steuerzentrale. Die Schnellladefunktion bringt den Akku in anderthalb Stunden von null auf 75 Prozent. Das Display verfügt über einen 65-Watt-USB-C-Ausgang zum Laden von Lampen oder Smartphones.
Zwei Akku-Größen stehen zur Wahl. Die 600-Wh-Variante reduziert das Gewicht auf maximal 23,43 kg. Die 800-Wh-Version erhöht die Reichweite, bringt aber maximal 24,30 kg auf die Waage. Forbidden nennt die 600-Wh-Option als Lösung für besseres Handling, die 800-Wh-Variante für längere Touren.
Das neue Navigationssystem der Avinox-Einheit importiert GPX-, FIT- oder TCX-Dateien und zeigt die Route direkt auf dem Display an. Alternativ lassen sich Navigations-Apps verknüpfen.
Preislich geht es los mit 7699 Euro für das T4 mit 600 WH Akku. Das T3 kostet 9199 Euro, T2 = 10.699 Euro und das Topmodell T1 mit großem Akku = 11.999 Euro.
Das Dreadnought E nutzt ausschließlich Mullet-Laufräder mit 29 Zoll vorne und 27,5 Zoll hinten. Die Geometrie zeigt sich laut Hersteller kompromisslos auf Abfahrten ausgelegt. Ein hoher Stack, flache Winkel und kurze Kurbeln definieren die Auslegung. Die Sitzposition soll dadurch zentrierter, aufrechter und entspannter ausfallen.
Forbidden verspricht Kontrolle und Präzision wie bei Downhill-Racern. Das OneRide-Konzept sorgt für proportionale Abstufung über alle Rahmengrößen. Die Kettenstreben werden mit steigender Rahmengröße länger, die Sitzwinkel steiler. Das soll die Balance bergauf und bergab über alle Größen hinweg erhalten.
Die Geometriewerte liegen nahe am Supernought-Modell. Der erhöhte Stack in Kombination mit kürzeren Kurbeln richtet die Haltung auf. Das Mullet-Setup erleichtert Richtungswechsel und gibt mehr Einfluss auf das Fahrverhalten.
| REACH | 425 | 445 | 461 | 481 |
| STACK | 635 | 648 | 669 | 682 |
| HORIZONTAL TOP TUBE LENGTH | 575 | 598 | 619 | 642 |
| SEAT TUBE LENGTH | 400 | 420 | 440 | 470 |
| SEAT TUBE ANGLE (effective) | 76.75 | 76.75 | 76.75 | 76.75 |
| SEAT TUBE ANGLE (actual) | 71.6 | 73.7 | 75.4 | 76.8 |
| HEAD TUBE LENGTH | 100 | 115 | 138 | 153 |
| HEAD TUBE ANGLE | 63 | 63 | 63 | 63 |
| FRONT CENTER | 782 | 808 | 835 | 861 |
| REAR CENTER | 434 | 449 | 463 | 478 |
| WHEELBASE | 1215.5 | 1256.9 | 1298.2 | 1339.5 |
| BB DROP | -20.0 | -20.0 | -20.0 | -20.0 |
| BB HEIGHT* | 340.8 | 340.8 | 340.8 | 340.8 |
| STANDOVER HEIGHT* | 720 | 720 | 720 | 720 |
| FORK LENGTH | 596 | 596 | 596 | 596 |
| FORK OFFSET | 44 | 44 | 44 | 44 |
Die dritte Generation der Trifecta-Federung behält das High-Pivot-Prinzip und die Viergelenker-Bauweise bei. Die vertikale Dämpferposition schafft Raum für Motor und Akku. Der Rocker-Link besteht aus Carbon, was ungefederte Masse reduzieren und den Dämpfer von seitlichen Kräften isolieren soll. Die Progressivität des Hinterbaus entsteht durch diese Konstruktion.
Alle Dämpfer nutzen 8 x 30 mm Lagerhardware oben und unten. Die Kinematik arbeitet mit modernen Coil- und Luftdämpfern mit großem Volumen zusammen. Ein 18-Zahn-Stahl-Idler mit zwei Enduro-Solid-Lube-Lagern reduziert den Pedalrückschlag. Das Zahnprofil wurde überarbeitet, um die Haltbarkeit zu erhöhen und Kompatibilität mit aktuellen Antrieben zu gewährleisten.
Modelle mit SRAM-AXS-Schaltung erhalten das AXS Extension Cord. Diese Verbindung speist die Schaltung direkt aus dem Haupt-Akku, eine separate AXS-Batterie entfällt. Die Smooth-Shift-Funktion ermöglicht Schaltvorgänge ohne Pedalieren, was vor steilen Anstiegen oder während Abfahrten hilft und den Verschleiß reduzieren soll.
Die Kabelführung verzichtet auf Steuersatz-Routing. Anpassbare Kabelports erlauben saubere Verlegung unabhängig von der Bremsenhand-Präferenz. Alle Schrauben lassen sich mit einem Multitool prüfen. Forbidden entwickelte spezifischen Rahmenschutz für Kettenstreben, Sitzstreben, Unterrohr und Motorabdeckung. Alle Modelle kommen ab Werk mit RideWrap an stark beanspruchten Stellen.
Selbst die kleinste Rahmengröße nimmt eine große Trinkflasche auf, unabhängig vom Dämpfer-Ausgleichsbehälter. Eine Fidlock-Halterung gehört zur Serienausstattung. Forbidden gewährt auf alle Carbon-Rahmen lebenslange Garantie.
Der Begriff Dreadnought – englisch für „Fürchtenichts“ – markiert einen radikalen Epochenwechsel, der weit über die bloße Namensgebung hinausging. Mit der Indienststellung der britischen HMS Dreadnought im Jahr 1906 revolutionierte die Royal Navy die Seekriegsführung: Durch das neuartige „All-Big-Gun“-Prinzip und den erstmaligen Einsatz von Dampfturbinen war das Schiff der Konkurrenz technisch so weit überlegen, dass alle existierenden Flotten schlagartig als veraltet galten.
Dieser technologische Quantensprung löste nicht nur ein beispielloses globales Wettrüsten aus, sondern etablierte den Namen „Dreadnought“ als Gattungsbegriff für eine völlig neue Klasse moderner Schlachtschiffe, dessen Echo heute noch in der Popkultur sowie in der Bezeichnung für besonders voluminöse Bauformen nachhallt.

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