Peter Nilges
· 29.06.2024
Das neue Ransom steckt voller Innovationen und will durch Systemintegration und breiten Einsatzbereich überzeugen.
Leider war das Ransom 920 für diesen Test nicht in Größe L verfügbar, weshalb wir mit Rahmengröße M vorliebnehmen mussten. In BIKE 3/24 konnten wir jedoch bereits das Topmodell in Large, mit einem Reach von 476 Millimeter testen. Definitiv die bessere Wahl für Fahrer mit 1,80 Meter Körpergröße. Im Vergleich zur Topvariante bringt unser Testbike gut 1,1 Kilo mehr auf die Waage, kostet dafür aber auch schlappe 4000 Euro weniger.
Gemessen an der ähnlich teuren Konkurrenz in diesem Test glänzt das Ransom 920 mit einer Fülle an nützlichen Details wie einem integrierten Tool im Staufachdeckel und in der Steckachse, SAG-Anzeige oder Remote-Hebel für den Dämpfer. Bei der Ausstattung hingegen ist das Ransom eher dünn ausstaffiert. So schalten die Sram SX-Schalthebel wenig knackig, die Übersetzungsbandbreite fällt schmal aus, und den Sram DB8 Bremsen fehlt der Biss auf langen Abfahrten.
Im Downhill kann das Ransom durch seine ausgewogene Geometrie überzeugen. Man steht zentriert im Bike und trifft mit Präzision jede erdachte Linie. In verblockten, schnellen Passagen kann der Hinterbau jedoch nicht komplett überzeugen. Es kommt kein sattes Fahrgefühl auf, und viele Schläge werden an den Fahrer weitergereicht, was auf Dauer ermüdet. Der Blick auf unsere Steifigkeitsmessung im Labor erklärt, warum. Der Alu-Hinterbau des 920er Ransom mit Carbon-Hauptrahmen fällt unglaublich steif aus und lässt nur sehr geringen seitlichen Flex zu. Im direkten Vergleich zum Mondraker fährt sich das Ransom wenig fehlerverzeihend. Bergauf und im Toureneinsatz kann das Scott mit hoher Effizienz und sehr guter Traktion glänzen.
Das Ransom 920 zeigt eindrucksvoll, wieso Scott zu den Technologie-Pionieren in der Branche zählt. Magere Ausstattung und zu hohe Rahmensteifigkeit beim Aluhinterbau beschneiden jedoch die Fahrleistung des Enduro
Testurteil: