Eiros Empor-EE-MTB mit 18,5-Kilo und 850 Watt?

Florentin Vesenbeckh

 · 18.09.2026

Eiros hat sich auf die Herstellung von Carbon-Parts spezialisiert und setz konsequent auf optisch auffälliges Sichtcarbon.
Foto: Eiros
Leicht und volle Power: Das ist der Königsweg unter den E-Mountainbikes. Eine kleine Carbon-Manufaktur aus Spanien will jetzt einen neuen Bestwert setzen. Aber kann das Eiros Empor-E die Fabelwerte von 18,5 Kilo mit 850 Watt wirklich in die Realität transferieren?

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Das Eiros Empor-E soll ein Zielkonflikt-Löser sein: ein kompromisslos ausgestattetes Full-Power-E-MTB mit 105 Nm Drehmoment, großem Akku und einem Gesamtgewicht von nur 18,5 Kilogramm. Auf dem Datenblatt klingt das nach einer Kampfansage an alle leichten Power-E-MTBs. Gerade deshalb gilt: Die Zahl ist spannend, aber noch kein Fakt. Das Gewicht stammt ausschließlich von Eiros, ein Testbike und eine unabhängige Messung liegen bislang nicht vor. Trotzdem schauen wir uns die Fakten zu diesem Kohlefaserkunstwerk gerne an.

Eiros Empor-E auf einen Blick

BauteilHerstellerangabe
MotorMahle M40, 105 Nm, 850 W Spitzenleistung
AkkuMahle, 850 Wh
Gewicht18,5 kg laut Herstellerangabe
FahrwerkÖhlins RXF 38 m.3 TTX18, 170 mm vorne; Öhlins TTX2 Air m.2 hinten
LaufräderDT Swiss HXC 1200, 29 Zoll vorn / 27,5 Zoll hinten
BremsenBrembo GR-Pro
SchaltungSram XX T-Type Eagle
ReifenContinental Kryptotal, vorn Enduro Soft, hinten Downhill Soft
Stückzahl100 Exemplare weltweit

Das Geheimnis des geringen Gewichts soll in der Carbon-Kompetenz der Spanier liegen. Denn die Firma hat sich auf superleichte Anbauteile für Fahrräder spezialisiert - und will dieses Know-How jetzt in den leichten Rahmen des Empor-E gegossen haben. Das zeigt schon die Optik, bei der Eiros flächendeckend auf Sichtcarbon setzt. So fällt auch gleich ins Auge, dass der komplette Rahmen, bis hin zum Umlenkhebel, aus Kohlefaser besteht. Auch das einteilige Carbon-Cockpit von Eiros soll Gewicht sparen.

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Der Mahle M40: starker Antrieb, nicht nur ein Datenblatt-Motor

Der Mahle M40 ist kein Leichtantrieb, sondern ein ausgewachsener Full-Power-Mittelmotor. Die Herstellerangaben klingen vielversprechend: 105 Nm maximales Drehmoment und bis zu 850 Watt Spitzenleistung. Der Antrieb bietet außerdem Funktionen wie Auto Hold am steilen Berg, einen dynamischen Motornachlauf und eine drahtlose Bedieneinheit mit Head Unit+ und Trio Remote.

Unsere bisherigen Erfahrungen mit dem M40 bestätigen die grundsätzliche Leistungsfähigkeit des Systems. Im BIKE-Test des Mahle M40 wog der Motor auf der Laborwaage 2,64 statt der von Mahle genannten 2,5 Kilogramm. In einem standardisierten Uphill-Vergleich war er mit 2:01 Minuten deutlich schneller als ein Bosch Performance CX mit Power-Update, der 2:25 Minuten benötigte. Gleichzeitig gehören das deutlich hörbare Arbeitsgeräusch und die bisher noch geringe Modellvielfalt zu den Schwächen des Systems.

18,5 Kilo: Warum diese Zahl außergewöhnlich wäre

18,5 Kilogramm für ein vollgefedertes Enduro-E-MTB mit 105-Nm-Motor, großem Akku, 170-mm-Gabel und robusten Reifen wären eine Ansage. Zum Vergleich: In unserem Test leichter Full-Power-E-MTBs lagen ein Amflow Carbon PL mit 160/150 mm Federweg bei 19,8 Kilogramm, ein Cannondale Moterra SL bei 20,2 Kilogramm und ein BH iLynx+ bei 21,2 Kilogramm.

Das Empor-E läge damit rund 1,3 Kilogramm unter dem leichtesten dieser drei Vergleichsbikes. Und zwar trotz besonders belastbarer Komponenten: eine Öhlins-38-mm-Gabel, Downhill-Hinterreifen und Brembo-Bremsen sind keine Gewichtstuning-Teile für den Schotterweg. Eiros nennt für den Carbon-Hauptrahmen 1,2 Kilogramm. Das ist leicht, erklärt den außerordnetlichen Wert aber nicht. Denn auch das Mahle-Antriebssystem ist nicht bedeutend leichter als die Antriebe in den oben genannten Bikes.

Exklusives Konzept mit hohem Beweisbedarf

Das Eiros Empor-E ist ein ungewöhnlich konsequent gedachtes Projekt. Die Ausstattung passt zum Anspruch eines harten, leistungsstarken Enduro-E-MTBs, der Mahle M40 zählt nach unserem Praxistest zu den stärksten und kompaktesten aktuellen Motoren. Und wenn Eiros die 18,5 Kilogramm in einer seriennahen Konfiguration bestätigt, würde das Empor-E in seiner Klasse einen bemerkenswerten neuen Richtwert setzen.

Bis dahin ist die nüchterne Einordnung wichtig: 18,5 Kilo sind keine gemessene BIKE-Tatsache, sondern eine noch zu überprüfende Herstellerangabe. Für eine endgültige Bewertung fehlen außerdem Preis, verfügbare Rahmengrößen, Geometriedaten, das tatsächliche Hinterradfederwegmaß sowie Informationen zu Service, Garantie und Liefertermin. Bei weltweit nur 100 geplanten Exemplaren dürfte das Empor-E ohnehin vor allem ein exklusives Technologiestatement bleiben. Ob es darüber hinaus auch auf dem Trail überzeugt, kann nur ein ausführlicher Test zeigen.


Was sagst Du zum Eiros Empor-E? Ein Traum aus Kohlefaser? Diskutiert mit in unseren Kommentaren.

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Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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