Das Eiros Empor-E soll ein Zielkonflikt-Löser sein: ein kompromisslos ausgestattetes Full-Power-E-MTB mit 105 Nm Drehmoment, großem Akku und einem Gesamtgewicht von nur 18,5 Kilogramm. Auf dem Datenblatt klingt das nach einer Kampfansage an alle leichten Power-E-MTBs. Gerade deshalb gilt: Die Zahl ist spannend, aber noch kein Fakt. Das Gewicht stammt ausschließlich von Eiros, ein Testbike und eine unabhängige Messung liegen bislang nicht vor. Trotzdem schauen wir uns die Fakten zu diesem Kohlefaserkunstwerk gerne an.
| Bauteil | Herstellerangabe |
| Motor | Mahle M40, 105 Nm, 850 W Spitzenleistung |
| Akku | Mahle, 850 Wh |
| Gewicht | 18,5 kg laut Herstellerangabe |
| Fahrwerk | Öhlins RXF 38 m.3 TTX18, 170 mm vorne; Öhlins TTX2 Air m.2 hinten |
| Laufräder | DT Swiss HXC 1200, 29 Zoll vorn / 27,5 Zoll hinten |
| Bremsen | Brembo GR-Pro |
| Schaltung | Sram XX T-Type Eagle |
| Reifen | Continental Kryptotal, vorn Enduro Soft, hinten Downhill Soft |
| Stückzahl | 100 Exemplare weltweit |
Das Geheimnis des geringen Gewichts soll in der Carbon-Kompetenz der Spanier liegen. Denn die Firma hat sich auf superleichte Anbauteile für Fahrräder spezialisiert - und will dieses Know-How jetzt in den leichten Rahmen des Empor-E gegossen haben. Das zeigt schon die Optik, bei der Eiros flächendeckend auf Sichtcarbon setzt. So fällt auch gleich ins Auge, dass der komplette Rahmen, bis hin zum Umlenkhebel, aus Kohlefaser besteht. Auch das einteilige Carbon-Cockpit von Eiros soll Gewicht sparen.
Der Mahle M40 ist kein Leichtantrieb, sondern ein ausgewachsener Full-Power-Mittelmotor. Die Herstellerangaben klingen vielversprechend: 105 Nm maximales Drehmoment und bis zu 850 Watt Spitzenleistung. Der Antrieb bietet außerdem Funktionen wie Auto Hold am steilen Berg, einen dynamischen Motornachlauf und eine drahtlose Bedieneinheit mit Head Unit+ und Trio Remote.
Unsere bisherigen Erfahrungen mit dem M40 bestätigen die grundsätzliche Leistungsfähigkeit des Systems. Im BIKE-Test des Mahle M40 wog der Motor auf der Laborwaage 2,64 statt der von Mahle genannten 2,5 Kilogramm. In einem standardisierten Uphill-Vergleich war er mit 2:01 Minuten deutlich schneller als ein Bosch Performance CX mit Power-Update, der 2:25 Minuten benötigte. Gleichzeitig gehören das deutlich hörbare Arbeitsgeräusch und die bisher noch geringe Modellvielfalt zu den Schwächen des Systems.
18,5 Kilogramm für ein vollgefedertes Enduro-E-MTB mit 105-Nm-Motor, großem Akku, 170-mm-Gabel und robusten Reifen wären eine Ansage. Zum Vergleich: In unserem Test leichter Full-Power-E-MTBs lagen ein Amflow Carbon PL mit 160/150 mm Federweg bei 19,8 Kilogramm, ein Cannondale Moterra SL bei 20,2 Kilogramm und ein BH iLynx+ bei 21,2 Kilogramm.
Das Empor-E läge damit rund 1,3 Kilogramm unter dem leichtesten dieser drei Vergleichsbikes. Und zwar trotz besonders belastbarer Komponenten: eine Öhlins-38-mm-Gabel, Downhill-Hinterreifen und Brembo-Bremsen sind keine Gewichtstuning-Teile für den Schotterweg. Eiros nennt für den Carbon-Hauptrahmen 1,2 Kilogramm. Das ist leicht, erklärt den außerordnetlichen Wert aber nicht. Denn auch das Mahle-Antriebssystem ist nicht bedeutend leichter als die Antriebe in den oben genannten Bikes.
Das Eiros Empor-E ist ein ungewöhnlich konsequent gedachtes Projekt. Die Ausstattung passt zum Anspruch eines harten, leistungsstarken Enduro-E-MTBs, der Mahle M40 zählt nach unserem Praxistest zu den stärksten und kompaktesten aktuellen Motoren. Und wenn Eiros die 18,5 Kilogramm in einer seriennahen Konfiguration bestätigt, würde das Empor-E in seiner Klasse einen bemerkenswerten neuen Richtwert setzen.
Bis dahin ist die nüchterne Einordnung wichtig: 18,5 Kilo sind keine gemessene BIKE-Tatsache, sondern eine noch zu überprüfende Herstellerangabe. Für eine endgültige Bewertung fehlen außerdem Preis, verfügbare Rahmengrößen, Geometriedaten, das tatsächliche Hinterradfederwegmaß sowie Informationen zu Service, Garantie und Liefertermin. Bei weltweit nur 100 geplanten Exemplaren dürfte das Empor-E ohnehin vor allem ein exklusives Technologiestatement bleiben. Ob es darüber hinaus auch auf dem Trail überzeugt, kann nur ein ausführlicher Test zeigen.
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Redakteur CvD
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