Chiru SavageOh la la, ein Titan-Fully!

Jan Timmermann

 · 05.09.2026

Titan küsst Carbon: Das Chiru Savage rollt mit Titan-Hauptrahmen und Carbon-Hinterbau auf die Trails.
Foto: Chiru
Das Chiru Savage ist ein Vertreter einer seltenen Gattung Fahrräder. Vollgefederte Mountainbikes mit Titanrahmen gibt es am Markt nur wenige. Die Franzosen aber glauben an die Vorteile des Leichtmetalls - auch im Trail- und Enduro-Einsatz. Hier verraten wir alle Infos zum Chiru Savage Titan-Fully.

Themen in diesem Artikel

​Das Chiru Savage ist ein ungewöhnliches Mountainbike-Fully, das zwei Werkstoffe gezielt miteinander kombiniert: Das vordere Rahmendreieck besteht aus handbearbeitetem Titan, während der Hinterbau aus Carbon gefertigt ist. Chiru verfolgt damit einen klaren funktionalen Ansatz: Der Hauptrahmen aus Titan soll ein komfortables, zugleich torsionssteifes und präzises Fahrgefühl vermitteln, während der Carbon-Hinterbau ein direktes Ansprechverhalten und ein präzises Handling verspricht. Wir schauen auf die Details.

Fazit

Mit dem Chiru Savage fallen Biker ohne Zweifel auf. Die Kombination aus Titan-Hauptrahmen und Carbon-Hinterbau ist nicht neu aber definitiv ein seltener Anblick. Das Konzept verspricht die Vorteile beider Materialien zu vereinen und die Basis für ein vielseitiges Fully zu stellen. Am zeitlos schönen Chiru Savage dürften Liebhaber viele Jahre Gefallen finden. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

Das Chiru Savage im Detail

  • Einsatzgebiet: Enduro / All Mountain / Trail
  • Federweg: 140-160 / 120-150 mm
  • Laufradgröße: 29”
  • Rahmenmaterial: Titan / Carbon
  • Gewicht Rahmen: ca. 2,5 kg
  • Preis Rahmen ab 4000 Euro

Chiru Bikes: Ziwschen Tibet und Frankreich

Der Name Chiru verweist auf die gleichnamige tibetische Antilope, die in extremen Höhen und unter widrigen Bedingungen lebt – ein passendes Symbol für die Markenidee, sich abseits gewöhnlicher Wege zu bewegen und auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig voranzukommen.​ Die Geschichte von Chiru Bikes ist eng mit der Person ihres Gründers Pierre-Arnaud Le Magnan verbunden. Bereits 2005 entwickelte der französische Ingenieur und Ausdauersportler sein erstes Ultra-Bike, bevor er 2009 Chiru Endurance Bikes gründete. Die frühen Modelle waren noch auf Carbon und klassische Cross-Country-Konzepte ausgerichtet. Chiru sammelte jedoch schon früh Erfahrungen bei extremen Adventure-Rennen. 2017 folgte schließlich der strategische Wendepunkt: Das kleine französische Label konzentrierte sich zunehmend auf Ultra-Endurance und Bikepacking. Titan wurde zum zentralen Werkstoff der Rahmen.

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Chiru versteht das Fahrrad nicht primär als möglichst leichtes Sportgerät, sondern als zuverlässige und leistungsfähige Maschine für lange Distanzen und anspruchsvolle Abenteuer. Der Ansatz „Dream, Design, Craft, Ride“ beschreibt dabei einen Entwicklungsprozess, bei dem die Fahrräder nicht nur am Computer entstehen, sondern auf realen Strecken und unter extremen Bedingungen erprobt und anschließend weiterentwickelt werden. Dahinter steht die Überzeugung, dass ein Fahrrad, das weit, lange und schnell gefahren werden soll, seinen Fahrer möglichst wenig belasten darf. Deshalb spielt insbesondere die gezielte Ausformung der Titanrohre eine wichtige Rolle für den gewünschten Komfort.

Variable Plattform

​In der Entwicklung des Titan-Carbon-Hybrid-Fullys Savage wollte Chiru Gewicht, Komfort und Robustheit nicht isoliert betrachten, sondern ein möglichst vielseitiges und langlebiges Mountainbike schaffen. Chiru beschreibt das Einsatzgebiet ausdrücklich von alpinen Trails bis hin zu Bikepark-Sprüngen und anspruchsvollen Lines im Hochgebirge. Auch die Ausstattung lässt sich entsprechend anpassen: Beim Dämpfer stehen beispielsweise ein FOX Float X mit stärkerem Trail-Fokus oder ein Float X2 für eine eher Enduro-orientierte Abstimmung zur Verfügung. Damit ist das Savage weniger ein kompromissloses Leichtbauprojekt als ein charakterstarkes All-Mountain-Bike, bei dem die Kombination aus Titan und Carbon einen eigenständigen Ansatz verfolgt.

​Je nach Dämpferlänge stellt der Hinterbau des Chiru Savage zwischen 120 und 150 Millimeter Federweg bereit. Diese lassen sich mit 140 bis 160 Millimeter Hub an der Gabel kombinieren. Geometrisch positioniert sich das Savage deutlich auf der aggressiveren Seite des All-Mountain-Spektrums. Der Lenkwinkel beträgt 64°, der Sitzwinkel 76,5°, während die Kettenstreben mit 435 mm vergleichsweise kompakt ausfallen. Ein integrierter Flip-Chip ermöglicht eine leichte Veränderung des Lenkwinkels und senkt gleichzeitig das Tretlager, wodurch sich das Fahrverhalten zwischen einer etwas moderateren Trail-Abstimmung und einer abfahrtsorientierten Ausrichtung verändern lässt.

Was meint ihr: Seht ihr die Vorteile eines Titan-Rahmens auch für ein vollgefedertes Mountainbike? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

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Jan Timmermann

Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

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