Cannondale Bad HabitDas neue Fully hat bereits den Enduro-Weltcup gewonnen!

Max Fuchs

 · 07.04.2026

Die Eckdaten: 160 Millimeter Federweg an der Gabel, 155 Millimeter am Hinterbau – kombiniert mit einem Mullet-Laufrad-Setup: 29 Zoll vorne, 27,5 Zoll hinten.
Foto: Cannondale
Cannondale bricht das Schweigen im Enduro-Segment und meldet sich mit dem neuen Bad Habit zurück – eine komplett neue Plattform, entwickelt gemeinsam mit Cannondales Profi-Racern. Enduro-Weltcup-Gesamtsiegerin Ella Conolly hat den Neuling die gesamte letzte Saison als Prototypen bewegt und damit einen Sieg nach dem anderen geholt. Ab sofort ist Cannondales neues Enduro-Bike auch für alle anderen erhältlich – in zwei Komplettbike-Varianten sowie als Frameset.

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Fazit von Max Fuchs, BIKE-Redakteur

Nimmt man es ganz genau, ist das neue Bad Habit den Fakten nach gar kein vollwertiges Enduro-Bike, sondern vielmehr ein All-Mountain- oder gar Trail-Bike. Nur 160 Millimeter Hub, kurzes Heck und Mullet-Bereifung – da treten im Enduro-Weltcup deutlich potentere Bikes an. Doch dass das Konzept auch auf der Rennstrecke funktioniert, hat die Profi-Racerin Ella Conolly mit ihren Erfolgen ausreichend unter Beweis gestellt. Und wer weiß: Vielleicht steckt in dem Bike ja tatsächlich mehr Enduro, als man glaubt. Ein ausführlicher Praxistest wird das klären – Ihr dürft gespannt sein!

Kein Nachfolger, sondern ein komplett neues Bike

Das Bad Habit ist keine Weiterentwicklung des aktuellen Habit oder des Habit LT – es ist eine eigenständige, neue Plattform. Cannondale positioniert es zwischen dem wuchtigen Jekyll, dem dicksten Enduro im Portfolio, das sogar für Doppelbrückengabeln freigegeben ist, und dem klassischen Habit-Trailbike.

Entwickelt wurde das Bike nach Downhill- und Gravity-Standards – nicht nach Trail-Normen. Und weil es auch den härtesten Bedingungen im Enduro-Racing standhalten soll, gibt Cannondale eine lebenslange Garantie auf den Rahmen.

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160 mm vorne, 155 mm hinten – im Mullet-Setup

Die Eckdaten: 160 Millimeter Federweg an der Gabel, 155 Millimeter am Hinterbau – kombiniert mit einem Mullet-Laufrad-Setup: 29 Zoll vorne, 27,5 Zoll hinten. Cannondale sieht das als den optimalen Kompromiss aus Laufruhe und Agilität für den Enduro-Einsatz und hat das Bike ausschließlich auf dieses Setup ausgelegt. Ein Umbau auf ein 29er-Hinterrad ist nicht möglich.

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Der Rahmen besteht vollständig aus Carbon – neu entwickelt, von vorne bis hinten, ohne Cannondale-eigene Standards. Die Produktmanager haben außerdem ein geschraubtes BSA-Tretlager spezifiziert, einen metrischen Dämpfer, ein UDH-Schaltauge und einen 55-Millimeter-Kettenlinienstandard. Kein Ai-Versatz mehr, weil die Industrie mit dem 55-mm-Standard inzwischen nachgezogen hat.

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Proportional Response: Größenspezifische Kinematik und Geometrie

Die Kernkompetenz des Bad Habit ist die Proportional-Response-Technologie: Kinematik und Geometrie sind je nach Rahmengröße individuell abgestimmt. Ziel ist ein einheitliches Fahrgefühl – unabhängig von der Körpergröße des Fahrers. Wer auf einem SM sitzt, soll dieselbe Charakteristik erleben wie jemand auf einem XL-Bike. So lautet der Ansatz von Cannondale.

Die Geometrie ist klar für den Enduro-Einsatz ausgelegt: 64 Grad Lenkwinkel, ein effektiver Sitzwinkel von 77,7 bis 77,8 Grad (je nach Größe) und ein Reach von 430 Millimetern (SM) bis 515 Millimetern (XL). Der Radstand wächst von 1.195 auf 1.295 Millimeter – ausreichend Bandbreite für unterschiedliche Fahrerstaturen. Die Kettenstreben fallen für Enduro-Standards sehr kurz aus und messen je nach Rahmengröße 430 oder 425 Millimeter

Coil-kompatibel ab Werk und erstmals mit Staufach

Das Bad Habit ist ab Werk sowohl mit Luft- als auch mit Stahlfederdämpfern kompatibel. Cannondale liefert sogar entsprechende Anhaltspunkte für die richtige Federhärte im Benutzerhandbuch mit. Obendrein ist das Bad Habit das erste Mountainbike von Cannondale mit einem Staufach im Unterrohr – bisher war dieses Feature Rennrädern und Gravelbikes vorbehalten. Beide Komplettbikes und das Frameset kommen mit zwei Taschen speziell für das Staufach in unterschiedlicher Größe. Zusätzlich gibt es Befestigungspunkte an der Unterseite des Oberrohrs, um Werkzeug oder eine Pumpe zu montieren.

Optionaler Winkelsteuersatz

Serienmäßig kommt das Bad Habit mit einem normalen Acros-Steuersatz. Wer die Geometrie feintunen möchte, kann auf einen Acros-Angle-Adjust-Steuersatz mit plus/minus 0,5 Grad wechseln – als Aftermarket-Nachrüstsatz erhältlich. Das ermöglicht eine gezielte Veränderung von Lenk- und Sitzwinkel.

Die Modelle und Ausstattung im Überblick

Bad Habit 1 – 7.999 Euro

Das Topmodell setzt auf ein vollständiges Highend-Setup: RockShoxs nagelneue Lyrik Ultimate (160 mm) an der Front, RockShox Vivid Ultimate am Hinterbau – jeweils mit dem passenden Custom-Bad-Habit-Tune. Der Antrieb kommt von SRAM: 12-fach XO Eagle AXS T-Type, kabellos per AXS-Pod-Controller bedient. Gestoppt wird mit TRP EVO Pro Vierkolben-Bremsen und 220/200-mm-Scheiben. Die Laufräder stammen von DT Swiss (350er-Naben, Reserve-30-HD-Felgen in Aluminium) mit Sapim-D-Light-Speichen. Als Bereifung setzt Cannondale auf Continental-Kryptotal-Pneus in der Enduro-Soft-Mischung: 29x2,4 Zoll vorne, 27,5x2,4 Zoll hinten. Variostütze: OneUp V3 mit 180 mm Hub (S) bzw. 240 mm (M–XL). Gewicht: 15,6 Kilogramm.

Bad Habit 2 – 4.999 Euro

Das Einstiegsmodell verfügt über dieselbe Rahmenplattform aus Carbon, spart aber an Gabel und Dämpfer: RockShox Lyrik Select+ (160 mm) vorne, RockShox Vivid Select+ hinten – ebenfalls mit Custom-Tune. Der Antrieb kommt von SRAM: Eagle 90 T-Type. Grebremst wird mit der SRAM Maven Base. Variostütze: Cannondale DownLow Dropper mit 170 mm (S) bzw. 210 mm (M–XL). Gewicht: 16,0 Kilogramm.

Bad Habit Frameset – 3.499 Euro

Das Frameset umfasst den Rahmen, einen RockShox Vivid Ultimate Dämpfer sowie den Acros-Steuersatz. Der Carbonrahmen bringt laut Hersteller ohne Dämpfer etwa 3.370 Gramm auf die Waage und ist in den Größen SM bis XL erhältlich.

Max Fuchs

Max Fuchs

Redakteur

Max Fuchs hat seine ersten Mountainbike-Kilometer bereits mit drei Jahren gesammelt. Zunächst Hobby-Rennfahrer und Worldcup-Fotograf im Cross-Country-Zirkus, jetzt Testredakteur und Fotograf bei BIKE. Sein Herz schlägt für Enduros und abfahrtsstarke Trailbikes – gern auch mit Motor. Bei der Streckenwahl gilt: je steiler und technischer, desto besser.

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