Wer an Bord des Aper KOMPace um die Ecke biegt, kann sich staunender Blicke gewiss sein. Das Enduro-Bike mit vollständig CNC-gefrästem Aluminiumrahmen ist ein absolutes Hingucker-Mountainbike. Große Augen bekommen Technik-Fans beim kleinen griechischen Label Aper aber nicht nur wegen der Fräsformen und dem bunten Eloxal, sondern auch wegen der verschachtelten Hinterbau-Konstruktion. Manege frei für das Aper KOMPace!
Hinter Aper Bikes stecken die zwei Maschinenbauingenieure Nikos und Giorgos, selbst Enduro-Biker und Tüftler mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Bike-Industrie. Als Nikos an seiner Abschlussarbeit als Maschinenbauer für Luftfahrttechnik arbeitete, hatte er die Vision einen maximal effizienten Downhill-Hinterbau zu entwickeln. Jahre später kam die Idee auf die Konstruktion für den Enduro-Einsatz zu adaptieren. Bei der Entwicklung trieb die Konstrukteure nichts geringer an als der Anspruch das ultimative Enduro aus hochwertigsten Materialien auf den Markt zu bringen. Inspiriert wurden sie durch das raue Gelände des Erymanthus-Gebirges , das ihre Heimat umgibt. Das Aper KOMPace ist das erste serienreife Komplettbike der Ingenieure und ein aufregender Exot.
Der Rahmen des Aper KOMPace entsteht auf CNC-Fräsen aus 7075er Aluminium in der griechischen Stadt Patras. Der aus der Luftfahrt und von anderen hochwertigen Mountainbikes bekannte Werkstoff soll eine lange Haltbarkeit garantieren. In dieselbe Kerbe schlägt die doppelte Lagerung des Hinterbaus. Rahmengewichte ab 4080 Gramm sind das Ergebnis konsequent massiv konstruierter Hardware. Verbunden werden die Aluminiumteile via eines Hochleistungs-Klebstoffs. Ein Flip-Chip erlaubt zwei unterschiedliche Geometrien. In der flachen Einstellung und mit 170 Millimeter Federgabel liegt der Lenkwinkel bei 63,6 Grad. Der Sitzwinkel steht auffällig steil und ist Rahmengrößen-spezifisch angelegt. Die Kettenstreben fallen mit 430, beziehungsweise 426 Millimetern besonders kurz, die Reach-Werte bis zu 535 Millimeter lang aus.
Fürs KOMPace hat Aper ein komplett eigenständiges Hinterbau-System entwickelt. Im Enduro-Segment werden High-Pivot-Systeme für ihre optimierte Raderhebungskurve gefeiert. Bei den meisten Bikes ist jedoch limitiert, wie weit das Hinterrad wandern kann. Aper spricht für den Großteil der Konkurrenz von einem Bewegungsradius über rund 25 Millimetern fürs Hinter- und 70 Millimetern fürs Vorderrad. Das patentierte Rising-Pivot-Design soll es dem Hinterrad ermöglichen einem Hindernis in Kraftrichtung auszuweichen und bis zu 45 Millimeter nach hinten zu wandern. Dafür sitzt die untere Dämpferaufnahme auf einem beweglichen Schlitten. Aper verspricht mit dem Rising Pivot System eine geschmeidigere Fahrt in ruppigem Gelände zu erreichen.
Im Online-Shop können Kunden entweder ein Rahmenset für 3969 Euro ohne Dämpfer oder Komplettbikes ab 7769 Euro ordern. Soll es eine andere Elox-Farbe sein als SChwarz, kostet das 300 Euro Aufpreis. Das hier gezeigte Aper KOMPace MY2026 Special-Edition mit Fox Podium Federgabel und CNC-Frästeilen von Hope sowie Alugear schlägt mit 12.969 Euro zu Buche. Drei verschiedene Rahmengrößen stehen zur Wahl.
Als Symbol für ihre junge Firma wählte man bei Aper den Erymanthos-Eber, ein Symbol für die wilde, ungezähmte Natur aus der antiken griechischen Mythologie. In der Gegenwart assoziiert Aper mit dem lateinischen Wort für “wilder Eber” den Nervenkitzel beim Mountainbiken. Im Geiste des mythischen Wildtiers sollen Aper Bikes ihre Fahrer auf die Trails der Wildnis tragen und ihnen ein unverfälschtes Fahrerlebnis voll Adrenalin in anspruchsvollem Gelände bieten.
Aus den vollen gefrästen Aluminiumrahmen kann ich nur schwer widerstehen. Das Aper KOMPace ist definitiv ein Hingucker. Aber das lokal gefertigte Bike ist nicht nur optisch, sondern auch technisch interessant. Mit einer sehr progressiven Geometrie und der eigenen Rising Pivot Technologie präsentiert es sich als ein krasses Enduro für richtig wildes Gelände. Cool! - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

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