Mit dem neuen KAOZ bringt Mondraker seine Forward-Geometry-Handschrift ins Dirtbike-Segment. Spannend ist weniger der Spec-Zettel als die Detailarbeit am Rahmen: das geteilt geschmiedete Tretlager, die Sliding Dropouts mit mitwandernder Bremsaufnahme, die verlängerte Bremsleitung für Tailwhips. Das klingt nach Leuten, die wissen, wofür ein Dirt-Bike gebaut wird. – Max Fuchs, BIKE-Testredakteur
| Rahmen | Stealth Aluminium EVO, 6061-T6, hydrogeformt, Sliding Dropouts, Singlespeed |
| Gabel | RockShox Pike DJ, 100 mm, Charger-Dämpfer, 15x100 mm, 40 mm Offset |
| Kurbel | SRAM Truvativ Descendant 6K, 165 mm, Direct Mount |
| Kettenblatt / Ritzel | 30T / 12T (max. 30T möglich) |
| Bremse hinten | SRAM DB8, 4-Kolben-Sattel |
| Laufräder | DT Swiss D1900 Classic Singlespeed (ASTM 5, 120 kg Systemgewicht) |
| Naben | DT Swiss 370 – vorn 15x100 mm, hinten 10x135 mm, 36T Ratchet |
| Reifen | Maxxis DTH 26x2,3“, tubeless-ready, faltbar (max. 2,40“) |
| Cockpit | Onoff S6 Lenker (38 mm Rise, 800 mm), S3 Vorbau |
| Stütze / Sattel | Onoff S3 DH / Ergon SM10 DH |
| Größen (Reach) | M: 415 mm / L: 440 mm |
| Lenk- / Sitzwinkel | 68,5° / 72° |
| Kettenstrebe / Radstand | 385 mm / 1057–1082 mm |
| Gewicht | 11,2 kg (Größe M) |
| Farbe | Superblack |
| Preis (DE/AT) | 2.199 € Komplettbike / 699 € Frameset |
Mondraker inszeniert den KAOZ-Launch als Duell: Sam Hockenhull, sonst im Gravity- und Freeride-Terrain unterwegs, trifft auf Street- und Dirt-Mann Sergio Layos. Zwei Disziplinen, ein Bike. Dahinter steckt eine klare Ansage – das KAOZ reiht sich in Mondrakers Gravity-Collection ein, neben dem Summum als DH-Renngerät und dem überarbeiteten Anark für Freeride. Der Neuzugang zielt nach unten: auf Dirt Jumps, Pumptracks und Skateparks, wo nicht Federweg zählt, sondern Pop, Style und ein Rahmen, der heftige Kompressionen und harte Landungen wegsteckt.
Das Herzstück – der Rahmen – heißt Stealth Aluminium EVO. Mondraker setzt auf 6061-T6-Aluminium und hydrogeformte Rohre mit variabler Wandstärke – Material dort, wo Kräfte angreifen, schlanke Profile dort, wo nicht. Die auffällige Verstrebung hinter dem Steuerrohr ist kein reines Designspiel: Es arbeitet als Versteifungsstrebe und soll unerwünschten Flex aus der Front nehmen. So bleibt die Lenkung direkt.
Den größten konstruktiven Aufwand steckt Mondraker ins Tretlager. Dort, wo bei Kompressionen die heftigsten Lasten zusammenlaufen, sitzt ein zweiteilig geschmiedetes „Split-Forged“-Gehäuse. Der Clou: Es geht ohne abrupte Schweißnaht in die Kettenstreben über. Weniger Spannungsspitzen, mehr laterale Steifigkeit, höhere Ermüdungsfestigkeit – auf dem Papier die Versicherung gegen harte Landungen. Dazu kommt die Silent-Core genannte interne Kabelführung mit cleanem Eingang am Steuerrohr. Kein Klappern, lautlose Landungen.
Das spannendste Detail sitzt hinten bei den Ausfallenden. Die Sliding Dropouts verstellen die Kettenstrebenlänge und nehmen die Bremsaufnahme gleich mit. Heißt: Wer die Kette nachspannt oder die Geometrie anpasst, muss den Bremssattel nicht neu ausrichten – die Bremsgeometrie bleibt erhalten. Ein überdimensioniertes Einstellrad soll die Feinjustierung zur Fingerübung machen. Mitgedacht hat Mondraker auch die Hinterrad-Bremsleitung: Sie ist bewusst zu lang gewählt, damit Barspins und Tailwhips die Leitung nicht abreißen.
Beim Antrieb gibt es keine Diskussion: Das KAOZ kommt Dirt-typisch als Singlespeed. Ein Schaltwerk lässt sich nicht montieren. Maximal 30 Zähne passen aufs Kettenblatt (26, 28 oder 30T), was auf Pumptrack und im Bowl für Bodenfreiheit sorgt. Serienmäßig trifft ein 30T-Blatt auf ein 12T-Ritzel.
Die Geometrie ist Dirt-Jump-spezifisch und in zwei Größen zu haben. M und L trennen exakt 25 mm Reach (415 zu 440 mm) und 25 mm Radstand (1057 zu 1082 mm) – alle anderen Maße sind identisch, das Fahrgefühl bleibt größenübergreifend ähnlich. Der Lenkwinkel steht bei 68,5 Grad, der Sitzwinkel bei 72 Grad, die Tretlagerhöhe bei 315 mm. Die Kettenstrebe misst kurze 385 mm und lässt sich über die Sliding Dropouts variieren. Die Lenkerhöhe wandert in 5- oder 10-mm-Schritten über Spacer – 20 mm Spielraum insgesamt.
Vorne federt eine RockShox Pike DJ mit 100 mm Federweg und Charger-Dämpfung, montiert auf einer 15x100-mm-Steckachse mit 40 mm Offset. Die Kraft überträgt eine SRAM Truvativ Descendant-Kurbel in 165 mm Länge mit Direct-Mount-Blatt. Hinten verzögert eine SRAM DB8 mit 4-Kolben-Sattel – für ein Dirt-Bike ordentlich Reserve.
Die Laufräder kommen von DT Swiss: D1900 Classic in Singlespeed-Ausführung, hinten mit 36T-Ratchet-Freilauf. Mondraker gibt sie mit ASTM-5-Klassifizierung und 120 kg maximalem Systemgewicht an. Drauf sitzen Maxxis DTH Reifen in 26x2,3 Zoll, tubeless-ready und faltbar; bis 2,40 Zoll Breite bleibt genug Reifenfreiheit. Das Cockpit liefert Onoff: S6-Lenker aus 7050-Aluminium mit 38 mm Rise und 800 mm Breite, S3-Vorbau, S3-DH-Stütze. Den Abschluss macht ein Ergon SM10 DH-Sattel. Komplett wiegt das KAOZ 11,2 kg in Größe M.
Das komplette KAOZ kostet in Deutschland und Österreich 2.199 Euro, das Frameset allein 699 Euro. Zu haben ist es in der Farbe Superblack. Marktstart ist der 4. Juni.
Auf dem Papier macht das KAOZ vieles richtig: durchdachter Rahmen, sinnvolle Detaillösungen, eine Ausstattung ohne offensichtliche Schwachstelle. Mit 2.199 Euro ruft Mondraker einen Preis auf, der im Dirt-Segment kein Schnäppchen ist, aber auch nicht aus der Reihe tanzt. Wie sich das Split-Forged-Tretlager und die variablen Ausfallenden in der Praxis bemerkbar machen, klären wir, sobald das KAOZ bei uns auf dem Hof steht.

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