​Leiser rasenCommencal schärft das Supreme DH

Dimitri Lehner

 · 15.10.2026

Eins unser All-Time-Favorit-Fotos: Dylan Maples scrubt das Commencal Supreme DH über einen Jump. Der Bike-Versender hat dem Dh’ler ein Facelift verpasst. Also dem Bike!
Foto: Boris Beyer
Mehr Tempo, mehr Kontrolle, weniger Geklapper: Beim neuen Supreme DH V5.2 baut Commencal nicht alles neu – sondern anscheinend vieles besser. Die jüngste Evolutionsstufe des Weltcup-Downhillers soll präziser beschleunigen, souveräner bremsen und endlich Ruhe in den Hinterbau bringen.

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Kleine Änderung, große Wirkung

55 Elite-Weltcupsiege sammelte das Supreme DH laut Commencal zwischen 2000 und 2025. Für das V5.2 rissen die Andorraner ihre Alu-Rennmaschine deshalb nicht ein. Sie schärften sie, nach eigenen Worten.

Die wichtigste Änderung steckt im HVCS-Hinterbau: Der achsnahe Drehpunkt wandert von der Ketten- an die Sitzstrebe. Das soll dem Bike mehr Gegenhalt und Dynamik verleihen, ohne den Komfort im groben Gelände zu opfern. Übersetzt: schneller aus dem Loch, ruhiger durchs Geröll.

Bremsen, ohne einzuknicken

Auch der Bremssattel zieht um. Er sitzt nun zwischen Ketten- und Sitzstrebe. Dadurch soll das Fahrwerk beim harten Ankern aktiver bleiben, das Hinterrad länger Bodenkontakt halten und weniger Gewicht abrupt nach vorn wandern. Das V5.2 verträgt Bremsscheiben von 200 bis 223 Millimetern – denn im Downhill gilt: Wer später bremst, ist länger schnell. Oder früher im Fangnetz.

Ruhe im Karton

Neu sind auch die „Silent Mode“-Protektoren an Ketten- und Sitzstreben. Ihre zweigeteilte Konstruktion kombiniert eine feste Basis mit weichen Gummilamellen. Sie soll Kettenschläge und Antriebsgeräusche dämpfen – gut für die Nerven und fürs Ansprechverhalten des Fahrwerks.

Die Leitungen verschwinden durch das Steuerrohr in geführten Innenhüllen. Das hält Wasser, Staub und Schlamm besser draußen und soll Wartungsarbeiten beschleunigen. Ein Downhiller muss schließlich Geräusche machen. Nur möglichst nicht wie eine Besteckschublade auf der Treppe.

Einstellen statt hinnehmen

Das Supreme DH V5.2 rollt als Mullet auf 29 Zoll vorn und 27,5 Zoll hinten. Ein Flip-Chip bietet vier Kennlinien für die Federung: vorn montiert arbeitet sie linearer, hinten progressiver. Ein zweiter Flip-Chip verändert Tretlagerhöhe, Lenkwinkel, Reach und Kettenstrebenlänge. Hoch bedeutet wendiger, tief bedeutet stabiler. Zusätzlich lassen sich Lenkwinkel und Hinterbausteifigkeit anpassen. Kurz: Wer hier kein passendes Set-up findet, muss weitersuchen – vermutlich bei sich selbst.

Dank UDH-Schaltauge arbeitet der Rahmen mit aktuellen SRAM-T-Type-Antrieben einschließlich XX DH. Die überarbeitete Dämpferaufnahme schafft Platz für moderne Downhill-Dämpfer wie den Fox Float X2.

Die wichtigsten Daten

  • Aluminiumrahmen mit 220 Millimetern Federweg
  • Gabeln mit 200 Millimetern Federweg
  • Mullet-Setup: 29/27,5 Zoll
  • Größen S bis XL, eigene XS-Version mit 27,5-Zoll-Laufrädern
  • Bremsscheiben: 200 bis 223 Millimeter
  • UDH- und SRAM-T-Type-kompatibel
  • EFBE-5-zertifizierter Rahmen
  • Lebenslange Garantie gegen Herstellungsfehler für den Erstkäufer
  • Vier Komplettmodelle mit Fox- oder RockShox-Fahrwerk sowie ein Rahmenset

Fazit: Das Supreme DH V5.2 ist keine Revolution. Es ist etwas Sinnvolleres: eine gründliche Modellpflege für Menschen, denen Zehntelsekunden wichtig und klappernde Ketten zu laut sind.

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Dimitri Lehner ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihn fasziniert fast jede Disziplin des Funsports – neben Biken ganz vorne: Windsurfen, Skifahren und Fallschirmspringen. Seine neueste Leidenschaft: das Gravelbike. Damit fuhr er kürzlich von München an die Ostsee – und fand es herrlich. Und anstrengend. Herrlich anstrengend!

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