| Eigenschaft | Note |
|---|---|
| Fahrverhalten | 1,8 |
| Labor | 1,3 |
| Ausstattung | 0,9 |
| Endnote | 1,5 |
Die Gesamtbewertung des Bikes findest du hier
| Federweg | 120 mm |
| Laufradgröße | 29"/622mm |
| Gewicht | 10.05 kg |
| Gabel | Rock Shox SID Ultimate Flight Attendant |
| Dämpfer | RockShox SIDLuxe Ultimate Flight Attendant |
| Schaltung | SRAM XX SL Eagle AXS Transmission |
| Bremse vorne | SRAM Motive Ultimate |
Am brandneuen Scott Spark RC hat niemand anderes mitentwickelt als der erfolgreichste Cross Country Fahrer aller Zeiten, Nino Schurter. Nach dem Ende seiner World-Cup-Karriere ist es in der Saison 2026 nun Fahrtechnik-Gott Bjorn Riley, der das Scott Spark RC World Cup Evo mit unvergleichlicher Leichtigkeit über den Racetrack scheucht. Typisch Scott kommt auch das neue Spark RC mit einem im Rahmen versteckten Dämpfer und einer ganzen Wagenladung an Detaillösungen. Doch wird ein Cross Country Racebike deshalb schneller? Am Ende zählen nur die Ergebnisse auf der Strecke. Wie gut das neue Scott Spark RC wirklich ist, haben wir in einem aufwändigen Test selbst herausgefunden.
Mit dem neuen Spark RC hat Scott eine fast perfekte World-Cup-Rennmaschine erschaffen und verpasst den Testsieg im High-End-Vergleichstest nur hauchknapp. Fahrwerk und Geometrie glänzen bei harter Gangart. Das Downhill-Handling ist eine Wucht und kaum zu schlagen. Scott beweist außerdem, dass Leichtbau und Features mit Mehrwert kein Widerspruch sein müssen. Achtung: brutal sportliche Sitzposition! - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Auch wenn die Summe auf dem Preisschild im ersten Moment erschrecken mag, relativiert sie sich doch im Vergleich mit anderen High-End-Cross-Country-Fullys, die gerne nochmal 3000 Euro mehr kosten können. Tatsächlich handelt es sich beim Modell World Cup Evo offiziell gar nicht um das Topmodell der Spark-RC-Familie. Für Grammfuchser, die bereit sind 1500 Euro Aufpreis für eine Umlenkung aus Kohlenstoff und noch weiter optimiertem Carbon-Material zu investieren, platziert Scott ein Bike mit identischer Ausstattung aber nochmals circa 140 Gramm leichteren Rahmen an der Spitze des Lineups.
So oder so: Der HMX-Carbon-Rahmen unseres Testbikes wiegt in Größe XL gerade einmal 1773 Gramm. Damit liegt das Scott auf Augenhöhe mit anderen topaktuellen World-Cup-Racebikes und muss sich in der Ingenieurs-Wertung nur Leichtbau-Spezialisten, wie dem Specialized Epic 9 oder dem Arc8 Evolve FS geschlagen geben. Besonders beeindruckend ist das Rahmengewicht angesichts der zahlreichen Features, die Scott dem Bike gönnt. Das Chassis besitzt zwei große, abgedeckte Öffnungen im Unterrohr, die Zugang zu Federbein, Minitool und Rahmenstaufach mit Werkzeugtasche gewähren. Ähnlich wie bei Cabrios machen große Löcher ein Fahrgestell normalerweise schwerer, nicht leichter, da die fehlende Struktur zwecks Stabilität an anderer Stelle mit mehr Material ausgeglichen werden muss. Tatsächlich erreicht der Spark-Rahmen nur verhältnismäßig niedrige Steifigkeitswerte. Laut den Entwicklern sei das aber Kalkül: Der gewollte Rahmenflex soll dem Racebike mehr Komfort und Traktion bescheren. Im Test beklagten sich auch 90 Kilo schwere Testfahrer nicht über zu wenig Steifigkeit.
On top zum außergewöhnlichen Rahmen kommen Integrationslösungen, wie eine eingelassene Sattelklemme, ein Tool-Mount unter dem Oberrohr, ein Lenkanschlagsbegrenzer und ein SAG-Indikator an der linken Kurbelseite. Dass das Scott Spark RC World Cup in der größten Rahmengröße ohne Zubehör nur ganz knapp die Zehn-Kilo-Latte reißt ist also durchaus beachtlich. Für ihr Geld bekommen Kunden eine lebenslange Garantie auf die verbauten Ceramic-Speed-Lager, silberne Naben mit schönem Sound und eine Gabel in Rahmenlackierung - so mögen wir das! Jeder Lack wird von Hand getupft. Kein Bike gleicht dem anderen. Eine Highend-Ausstattung versteht sich beim fünfstelligen Preisschild von selbst.
Scott baut am neuen Spark RC auf eine extrem sportliche, gestreckte Sitzposition. Ein langes Oberrohr trifft auf einen verhältnismäßig langen Vorbau und ein kurzes Steuerrohr. Der Stack-Wert fällt deutlich niedriger aus als beispielsweise an aktuellen Racebikes von Canyon oder Specialized und spannt den Körper weit übers Bike. Für Vollblut-Racer wirkt das vertraut. Sie fühlen sich auf dem Spark RC gut ins Chassis integriert. Für alle anderen besteht die Gefahr des “Streckbank-Gefühls”. Vor allem, weil der Sitzwinkel verhältnismäßig flach steht. Die hecklastige Tretposition schmeckte längst nicht jedem Tester. Ungeachtet dessen beschleunigen die neuen Syncros-Laufräder mit Carbonspeichen vorbildlich und bringen das Scott schnell auf Tempo.
Geschickt klettert das Scott gen Gipfel. Die Traktion liegt auf hohem Niveau und selbst mit blockiertem Fahrwerk bietet sich ein angenehmer Komfort. Die Abstimmung von Chassis-Flex, Fahrwerk und Laufrad-System ist den Schweizern offensichtlich gelungen. Marathon-Kurse mit langen Schotter-Rampen und Trail-Klettereien liegen dem komfortablen Spark RC World Cup Evo. Allerdings schoben wir für mehr Treteffizienz den Sattel in die vorderste mögliche Position. Mit 75 Grad liegt der Sitzwinkel im Vergleich mit modernen Artgenossen nämlich auf der flacheren Seite. Mit offenem Fahrwerk beginnt der Hinterbau im Wiegetritt schon mal leicht zu schaukeln. Die Plattformdämpfung ist im Rennen Pflicht! Zum Glück sperrt Rockshox Flight Attendant System zuverlässig und vollautomatisch.
Während das Scott Spark RC Vibrationen und kleine Schläge gut vom Fahrer fernhält, ist der mittlere Federwegsbereich merklich straffer abgestimmt. Auf flachen Trails mit vielen Wurzeln und Steinen erreicht die Arme des Piloten viel Feedback vom Untergrund. Tempo machen fällt zwar auch auf dem Trail leicht, die Ermüdung stellt sich in ruppigem Terrain aber etwas früher ein als bei manch anderem Racebike der jüngsten Generation. Ein stimmiges Setup der Rockshox Flight Attendant Automatik für diese Situationen zu finden stellte sich im Test knifflig heraus. Auffällig oft mussten wir mit dem Bias-Setting herumspielen.
Lieber traten wir noch etwas fester in die Pedale und sorgten für mehr Schwung. Deutlich besser funktioniert das Fahrwerk des Spark RC nämlich bei hohem Tempo. Wer mit ordentlich Schmackes durchs Gelände pflügt, wird vom Scott belohnt. Während des Tests hatten wir in mit Stufen durchsetzten Steilabfahrten so manchen Wow-Moment. Der Hinterbau inhaliert grobe Einschläge förmlich und besitzt eine grenzgeniale Endprogression. Hier zollen die Schweizer modernen Cross-Country-Kursen Tribut und rüsten das Racebike für die harte Gangart. Drops ins Flat und garstige Wurzelkanten frisst das Spark RC zum Frühstück. So konnte das selten ein 120-Millimeter-Fahrwerk und der direkte Vorgänger schon lange nicht. Wenn das Rennen mal länger dauert und der Fahrer müde ist, das Tempo aber nicht abreißen lassen will, verzeiht das Konzept noch den ein oder anderen Fahrfehler. Bergab ist das neue Spark eine echte Rakete: zielstrebig, fahrsicher und verdammt schnell.
Unterstützt wird das Downhill-Potential des neuen Scott Spark RC durch einen geräumigen Radstand und einen 66,4 Grad flachen Lenkwinkel. Dabei ließe sich letzterer durch variable Steuersatzschalen in zwei Schritten noch um ein volles Grad absenken. Wir fuhren mit dem steilen Setting jedoch bereits sehr gut und auch die Scott-World-Cup-Profis vertrauen größtenteils auf diese Einstellung. Trotz langem Hauptrahmen und tiefer Front geht das leichte Racebike noch mühelos aufs Hinterrad, den nur 431 Millimeter kurzen Kettenstreben sei Dank. Durch den integrierten Dämpfer liegt der Schwerpunkt tief im Bike. In Kombination mit drehfreudigen Laufrädern und einer selbstbewussten Bekenntnis zur Ideallinie läuft das Scott auch durch enge Kurven souverän. Die Maxxis Aspen Reifen fallen voluminös aus, dämpfen gut und rollen an trockenen Tagen schnell, bieten aber nur wenig Stollen-Grip.
Sprünge und kleine Gaps liegen dem neuen Scott Spark RC ausgezeichnet. Kaum vorzustellen, was für einen Handling-Musterschüler die Schweizer mit einem kürzeren Sitzrohr und einer längeren Dropper-Post hätten schaffen können. Das Potential wurde vermutlich zugunsten der zweiten Flaschenhalteraufnahme und dem Dämpfer-Zugriff von oben geopfert. Nichtsdestotrotz ist der Fahrspaß auf dem Spark RC World Cup Evo hoch für ein Wettkampf-Bike. Kein Wunder also, dass Bjorn Riley Fans weltweit mit radikalen Fahrmanövern an Bord des Scotts verzückt.
| Kategorie XC-Fullys | Gewichtung | Note |
| Uphill Fahrverhalten | 15 % | 2,0 |
| Uphill Effizienz Fahrwerk | 15 % | 2,0 |
| Spieltrieb | 8 % | 2,0 |
| Downhill Fahrverhalten | 12 % | 1,5 |
| Downhill Fahrwerk | 15 % | 1,5 |
| Note Fahrverhalten | 65 % | 1,8 |
| Gewicht | 6 % | 0,8 |
| Trägheit Laufräder | 4 % | 2,0 |
| Note Labor | 10 % | 1,3 |
| Ausstattungsqualität | 5 % | 0,8 |
| Usability / Mehrwert | 5 % | 1,3 |
| Transportvolumen Flaschenhalter | 5 % | 1,0 |
| Versenkbarkeit Sattel | 5 % | 1,0 |
| Qualität / Verarbeitung | 5 % | 0,5 |
| Note Ausstattung | 25 % | 0,9 |
| BIKE-Note | 100 % | 1,5 |
Das BIKE-Bewertungssystem ist preisunabhängig und richtet sich nach dem Schulnotensystem.
Wie seht ihr das: Ist das neue Scott Spark RC ein würdiger Nachfolger für das Arbeitsgerät von Nino Schurter? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

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