Beim 24-Stunden-Rennen kam mir der zurückhaltende Charakter des Bergamonts sehr entgegen: Unaufgeregt und spurtreu zog das Fastlane seine Runden über den Olympiakurs. Das empfand ich vor allem dann als Vorteil, wenn die Beine schon etwas müde wurden und die Konzentration nachließ. Dabei wirkte das Fastlane nie langweilig oder behäbig, bringt es doch auch rassige Rennsportgene mit: extrem leichter Rahmen, sportliche Sitzposition und ein Gesamtgewicht von unter elf Kilo. Dass es beim Schluss-Sprint auf der Zielgeraden dennoch den Kürzeren zieht, hat seine Gründe: Die etwas schweren Reynolds-Alu-Laufräder verhindern, dass das Fastlane allzu zackig beschleunigt. Dazu kommt, dass der wenig progressive Hinterbau im Wiegetritt leicht mitnickt. Auch die Fox-Gabel reagiert zwar sehr feinfühlig, für Renneinsätze könnte sie aber ruhig etwas straffer arbeiten.
Etwas Körpereinsatz verlangt das Fastlane in Kurven: Die großen Laufräder lassen sich in Verbindung mit dem 690 Millimeter schmalen Lenker doch sehr in die Kurvenlage bitten. Die Stärken des Hanseaten-Renners liegen eher auf der Geraden. Einmal beschleunigt, zieht das Fastlane gelassen seine Bahn. Geringe Tempowechsel lassen sich mit der fein abgestuften Zweifach-Schaltung wunderbar ausgleichen. Über Wurzelteppiche und grobschottrige Pisten flutscht das Bike wie ein Hovercraft über windzerzauste See. Bergamonts Versprechen "mehr geht nicht" (MGN) können wir nicht voll unterschreiben. Leichtere Laufräder, Gabel- und Dämpfer-Lockout und etwas bissigere Bremsen könnten das Fastlane zu einem noch besseren Race-Bike machen .
Fazit Leichtgewichtiger Edel-Tourer mit sportlicher Sitzposition. Zum ausgezehrten Race-Bike fehlt es dem Fastlane MGN etwas an Agilität und Sprinter-Qualitäten.
PLUS Durchdachte Ausstattung, etwas schwerer, dafür aber deutlich günstiger als die Marathon-Konkurrenz dieses Tests
MINUS Relativ schmaler Lenker