Die Ähnlichkeit mit dem kleinen Bruder lässt sich nicht verbergen, das Edict Nine ist dem 26er wie aus dem Gesicht geschnitten. Aber sehr gut sieht es aus, das neue Top-Modell. Und sehr gut sind auch die Werte, die das BIKE-Testlabor liefert. Der Kohlefaser-Rahmen mit Dämpfer wiegt 2608 Gramm (20-Zoll-Größe), die Steifigkeit geht für die Zielgruppe in Ordnung (67 Nm/Grad). Die Laufräder wiegen komplett nur 3,6 Kilo und sind mit Top-Reifen bestückt. Durch die leichte SRAM-XX-Gruppe zeigt die Waage eine Elf vor dem Komma, damit liegt Felt im klassenüblichen Bereich. Der Rahmen ist gegen äußere Einflüsse gut geschützt durch Kettenstrebenschutz und ein Carbon-Blech gegen Kettenklemmer. Schon beim ersten Aufsitzen dringen die Race-Gene zum Fahrer vor. Die lange, gestreckte Geometrie und der steile Lenkwinkel machen das Bike aggressiv und wendig. Die Vorgabe, das 29er ähnlich agil wie das 26er zu halten, scheint geglückt: Das Edict will Gas geben, hinter Flatterband attackieren oder zumindest durchs Mittelgebirge gegen die Uhr kämpfen. Der steile Sitzwinkel verbessert die Kraftübertragung bergauf, Sonntagsradler haben jedoch an der strammen ZweifachÜbersetzung wenig Freude. Der 28/36-Berggang reicht definitiv nicht aus. Wo wir beim Thema Kritik sind: Die Plattform am Dämpfer könnte etwas strammer sein, das würde die gefühlte Wipptendenz des Hinterbaus reduzieren. Durch das tiefe Tretlager setzen die Pedale früh auf. Felt bietet das Edict Nine auch in preisgünstigeren Varianten an, vier mit Carbon-Rahmen, zwei mit Alu-Rahmen.
Fazit: Das Edict Nine tritt in die Fußstapfen seines kleinen Bruders. Ein schnelles, agiles Race-Fully für Marathons und sportliche Touren. Luxuriös ausgestattet und entsprechend teuer.
PLUS Agiles Handling, wettkampftauglich, gute Rahmen-Details
MINUS Schwere Übersetzung