Carbon-Fullys für GrammfuchserDie 25 leichtesten Marathon-Rahmen

Jan Timmermann

 · 02.02.2026

Bei BIKE wiegen wir die Rahmen der leichtesten Race-Fullys im eigenen Test-Labor. Unsere Liste zeigt 25 Rahmengewichte von superleicht bis pfundig.
Foto: Max Fuchs
Unter Racebikes ist ein leichter Rahmen keine Kür, sondern Pflicht. Nur ein gewichtsoptimierter Carbon-Rahmen bietet die Ausgangsbasis, um im Cross-Country- und Marathon-Bereich ganz vorne mitzuspielen. Wir haben 25 aktuelle Modelle einem Gewichts-Ranking unterzogen und sind auf große Unterschiede im Rahmengewicht der Fullys gestoßen.

Während das Gewicht eines Mountainbikes in vielen anderen Disziplinen über die letzten Jahren in den Hintergrund gerückt war, steht im Marathon- und Cross-Country-Sport ein leichter Rahmen immer noch im Lastenheft der meisten Entwicklungsabteilungen. Obwohl - oder gerade weil - auch diese Bike-Gattung an Federweg und Trail-Potential zugelegt hat, gilt ein besonders leichtes Chassis unter den Race-Fullys immer noch als Meisterleistung der Ingenieurskunst. Nur, wer es schafft den Einsatz des Carbon-Materials zu optimieren, ohne dabei die Funktion des Hinterbaus, die Steifigkeit oder gar die Haltbarkeit eines Rahmens zu torpedieren, kann ein richtig leichtes vollgefedertes Fahrgestell bauen.

Junioren-Weltmeister Paul Schehl legt das Arc8 Evolve FS flach. Kein modernes Race-Fully kann mit einem leichteren Rahmengewicht punkten.Foto: Max FuchsJunioren-Weltmeister Paul Schehl legt das Arc8 Evolve FS flach. Kein modernes Race-Fully kann mit einem leichteren Rahmengewicht punkten.

Das Ranking: Platz 1 bis 25 der Race-Fully-Rahmengewichte

Rankings bedürfen immer einer Relativierung. So ist weitgehend bekannt, dass große 29er Laufräder, lang-flache Geometrien, mehr Federweg und der gestiegene Anspruch an die Belastbarkeit eines Racebikes Carbonrahmen nicht unbedingt leichter gemacht haben. Aus diesem Grund reicht unsere Liste nicht weiter in die Vergangenheit als bis ins Modelljahr 2022. Alle Kandidaten sind für 29 Zoll Laufräder und den Cross-Country- beziehungsweise Marathon-Einsatz ausgelegt. Deshalb kommt auch keines der Bikes mit mehr als 120 Millimetern Federweg - auch wenn es selbst im Bereich der Trailbikes durchaus leichtere Rahmen gäbe.

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Bei BIKE betreiben wir einen unvergleichlichen Aufwand, um Mountainbikes zu testen. Kein anderes MTB-Medium weltweit betreibt ein solch umfangreiches Test-Labor. Ganz nach dem Motto “Echte Daten statt Werte raten” verlassen uns im Test-Prozess nicht auf Herstellerangaben. Gerade im Bereich der Race-Bikes sprechen Marketing-Claims bekanntlich gerne vom “leichtesten Rahmen”. Unsere Messungen schaffen vergleichbare Fakten. Zwecks Vergleichbarkeit fanden nur Bikes mit Carbonrahmen in Größe L Einzug in unsere Liste. Gewogen haben wir die Rahmen stets ohne jegliche Züge, ohne Dämpfer und Tret- oder Steuersatzlager aber mit Steckachse, Schaltauge und Schrauben, etwa zur Befestigung von Flaschenhaltern. Bei Rahmen mit verpressten Steuersatzschalen sind diese in den Messungen inkludiert.

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Im BIKE-Testlabor geschieht weltweit einzigartiges. Hier vermessen wir Testbikes nach unseren eigenen kontrollierten Standards. Hier zum Beispiel den Sitzkomfort eines Race-Hardtails.Foto: Georg GrieshaberIm BIKE-Testlabor geschieht weltweit einzigartiges. Hier vermessen wir Testbikes nach unseren eigenen kontrollierten Standards. Hier zum Beispiel den Sitzkomfort eines Race-Hardtails.

​Platz 1: Arc8 Evolve FS - 1536 g

Nicht nur, dass es Arc8 mit seiner speziellen Hinterbau-Konstruktion mittels Slidern statt Umlenkwippe schafft den leichtesten Race-Fully-Rahmen der letzten vier Jahre zu bauen. Unsere Tester zeigten sich auch vom Fahrverhalten begeistert. Noch nie war ein Race-Fully so leicht, vortriebsstark und gleichzeitig derart souverän bergab. Das ermöglicht im Wettkampf Bestzeiten bergauf und spart Körner in der Abfahrt. Doch damit nicht genug: Dank der komfortablen Sitzposition und der progressiven Geometrie kann das Bike auch abseits der Rennstrecke punkten. Auf zehrenden Trail-Touren zum Beispiel. Volltreffer!

  • Federweg: 120 / 110 mm
  • Preis Rahmen: 2999 Euro
  • Preis Komplettbikes: ab 5499 Euro
Der Titel für das leichteste Rahmengewicht geht an Arc8. Das Evolve FS spart sich das Gewicht einer Umlenkwippe und steuert den Dämpfer mittels eines Slider-Systems an.Foto: Max FuchsDer Titel für das leichteste Rahmengewicht geht an Arc8. Das Evolve FS spart sich das Gewicht einer Umlenkwippe und steuert den Dämpfer mittels eines Slider-Systems an.

Platz 2: Specialized S-Works Epic World Cup - 1577 g

Die World Cup Version des Racebike-Dauerbrenners Specialized Epic wurde speziell für schnelle Kurse und explosive Sprints in der Cross-Country-Shorttrack-Disziplin entwickelt. Der extraleichte S-Works-Rahmen ist ein faszinierendes Stück Technik, das die Grenzen zwischen antriebseffizientem Hardtail und kräfteschonendem Fully verschwimmen lässt. Bei den Worldcup-Erfolgen des regulären Epic-Modells trat die Relevanz der Federwegs-gedrosselten Version zuletzt etwas in den Hintergrund.

  • ​Federweg: 110 / 75 mm
  • Preis Rahmen: 2999 Euro
  • Preis Komplettbikes: ab 6349 Euro
Das Specialized S-Works Epic World Cup versprüht Rennfieber und ist ein Spezial-Tool für die schnellsten Strecken der Welt.Foto: Max FuchsDas Specialized S-Works Epic World Cup versprüht Rennfieber und ist ein Spezial-Tool für die schnellsten Strecken der Welt.

Platz 3: Giant Anthem Advanced SL - 1640 g

Das Giant Anthem Advanced SL ist brandneu und darf sich zur Markteinführung direkt “schnellstes Mountainbike der Welt” nennen. Alan Hatherly raste auf einem seriennahen Rahmen des Anthems zum Cross-Country-Weltmeistertitel 2025. Das erstaunlich leichte Gewicht des Flexpivot-Chassis mit 120 Millimetern Federweg erreicht Giant unter anderem durch einen hohen Grad der Automatisierung während des Fertigungsprozesses. In den Produktionsstätten der Taiwanesen arbeiten Roboter präziser als es Menschen jemals könnten und schaffen es überflüssiges Gewicht einzusparen. Trotzdem liegt die Gewichtsfreigabe für den Carbon-Rahmen (138 Kilo für Fahrer und Gepäck) erfreulich hoch.

Giant darf sich dank des brandneuen Anthem Advanced SL Weltmeister nennen. Der federleichte Carbonrahmen schafft es aufs Treppchen des BIKE-Gewichtsrankings.Foto: GiantGiant darf sich dank des brandneuen Anthem Advanced SL Weltmeister nennen. Der federleichte Carbonrahmen schafft es aufs Treppchen des BIKE-Gewichtsrankings.

Platz 4: Trek Supercaliber - 1672 g

​Als Trek 2019 die Neoprenabdeckung an Jolanda Neffs Worldcup-Bike lüftete und der Öffentlichkeit das erste Supercaliber präsentierte, war die Überraschung perfekt: Ist es ein Hardtail? Ist es ein Fully? Die Dämpfungstechnologie mit in den Rahmen teilintegriertem Federbein hatte die Welt an einem Racebike bisher noch nicht gesehen. Die aktuellste Interpretation verfügt über mehr Federweg aus einem neuen Fahrwerk von Rockshox und eine modernisierte Geometrie. Noch immer gilt das Trek Supercaliber mit seinem superleichten Carbonrahmen als eines der schärfsten Racebikes des Planeten.

Der Name Trek Supercaliber steht für den Rennsport, wie kaum ein anderes Bike der letzten fünf Jahre. Knapper Federweg und ein superleichter Rahmen ergeben eine explosive Mischung.Foto: Max FuchsDer Name Trek Supercaliber steht für den Rennsport, wie kaum ein anderes Bike der letzten fünf Jahre. Knapper Federweg und ein superleichter Rahmen ergeben eine explosive Mischung.

​Platz 5: Yeti ASR - 1675 g

Seit über 40 Jahren verdreht Yeti leidenschaftlichen Mountainbikern mit ihren charismatischen Bikes den Kopf. Das ASR gilt als eines der kultigsten Modelle der Amerikaner. Als es plötzlich aus dem Lineup verschwand trauerten viele Fans. Umso erfreulicher die Rückkehr nach zehn Jahren Abstinenz aus dem Rennzirkus. Laut eigenen Angaben ist der Rahmen des neuen Yeti ASR das ambitionierteste Carbon-Projekt der Firmengeschichte. Der Aufwand zahlt sich aus und das Chassis schafft es in die Top-Five der leichtesten Race-Bikes.

  • ​​Federweg: 120 / 115 mm
  • Preis Rahmen: 4300 Euro
  • Preis Komplettbikes: ab 6200 Euro
Der Turq-Rahmen des Yeti ASR ist nicht nur sündhaft teuer, sondern auch richtig schön leicht. Bei der Entwicklung hat die Kultmarke keine Kosten und Mühen gescheut.Foto: Max FuchsDer Turq-Rahmen des Yeti ASR ist nicht nur sündhaft teuer, sondern auch richtig schön leicht. Bei der Entwicklung hat die Kultmarke keine Kosten und Mühen gescheut.

Platz 6 bis 10

Auch auf den Rängen sechs bis zehn unseres Gewichts-Rankings der leichtesten Racebike-Rahmen bleiben alle Kandidaten noch unter 1900 Gramm. Darunter das erfolgreichste Bike der vergangenen Cross-Country-Saison, das neue Specialized Epic 8 und das Arbeitsgerät von XC-Superstar Nino Schurter, das Scott Spark RC.

Das Specialized Epic 8 dürfte eines der heißdiskutiertesten Cross-Country-Bikes des vergangenen Jahres sein. Erst recht in der sündhaft teuren S-Works-Version mit Rockshox Flight-Attendant-Fahrwerk.Foto: Max FuchsDas Specialized Epic 8 dürfte eines der heißdiskutiertesten Cross-Country-Bikes des vergangenen Jahres sein. Erst recht in der sündhaft teuren S-Works-Version mit Rockshox Flight-Attendant-Fahrwerk.

Platz 11 bis 15

Außerhalb der Top Ten der leichtesten Fully-Rahmen aus dem BIKE-Testlabor wird die magische Zwei-Kilo-Marke überschritten. Auch das extrem fahrstarke Cannondale Scalpel liegt über diesem Rahmengewicht. Mit dem Megamo Track landet der BIKE-Testsieger unseres letzten Vergleichstests dreier Marathon-Bikes auf Platz 13.

Das Megamo Track Race schaut nicht nur optisch modern aus. Die Spanier schieben ein absolut konkurrenzfähiges Racebike an den Start.Foto: Max FuchsDas Megamo Track Race schaut nicht nur optisch modern aus. Die Spanier schieben ein absolut konkurrenzfähiges Racebike an den Start.

Platz 16 bis 20

Auf den Rängen 16 bis 20 finden sich nicht nur preisattraktive Race-Bikes, wie das Bulls Wild Edge, sondern auch Modelle mit hohen Fahrwerks- sowie Geometrie-Reserven, wie das Canyon Lux Trail oder das Mondraker F-Podium ein.

Das Mondraker F-Podium rollte bereits mit Federwegs-Plus und einer langen Geometrie auf die Marathon-Strecke, da fuhren andere Marken noch “oldschool”.Foto: Georg GrieshaberDas Mondraker F-Podium rollte bereits mit Federwegs-Plus und einer langen Geometrie auf die Marathon-Strecke, da fuhren andere Marken noch “oldschool”.

Platz 21 bis 25

Auf den hinteren Rängen unseres Gewichts-Rankings platzieren sich Carbon-Rahmen, die teilweise auf ein leichtes Hinterbau-Design á la Flex-Pivot verzichten oder denen sehr eigenwillige Konstruktionen zugrunde liegen, wie das Berria Mako mit integriertem Dämpfer oder das Celtic Chadh aus individueller Kleinserien-Konstruktion.

Storck hat sich vor allem mit hochwertigen Rennrädern und Gravelbikes einen Namen gemacht. Die Neuauflage des Marathon Fullys Rebel ist dennoch ein Herzensprojekt der deutschen Marke.Foto: Georg GrieshaberStorck hat sich vor allem mit hochwertigen Rennrädern und Gravelbikes einen Namen gemacht. Die Neuauflage des Marathon Fullys Rebel ist dennoch ein Herzensprojekt der deutschen Marke.

Fazit - die leichtesten MTB-Rahmen der Welt

Als Marathon-Fahrer kann ich mich auch 2026 noch für leichte Rahmengewichte begeistern. Ein richtig leichtes Chassis mit genügend Reserven in Steifigkeit und Federweg zu konstruieren ist eine Ingenieurs-Meisterleistung. Deshalb ist es umso beeindruckender, dass gerade die Top Five der leichtesten Racebike-Rahmen auch in unseren Praxis-Tests überzeugen konnten. Chapeau! - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
BIKE-Redakteur Jan TimmermannFoto: Marketa NavratilovaBIKE-Redakteur Jan Timmermann

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