Mathias und Lukas Flückiger mischen als Brüderpaar den Mountainbike-Worldcup ordentlich auf. Mit seinem vierten Rang beim Worldcup-Rennen in Cairns hat sich der jüngere Mathias für Olympia qualifiziert. Bei der starken Schweizer Konkurrenz nicht gerade selbstverständlich.
Das Bike von Mathias Flückiger ist purer Luxus. Sein Sponsor hat eigens für ihn und seine Bedürfnisse ein Rad gebaut. Ergebnis der Zusammenarbeit von Schweizer Ingenieuren, Rennfahrern und deutschen Carbon-Spezialisten: ein leichtes Racefully ohne Kompromisse. In Würzburg fertigte Bike Ahead Components wenige Prototypen des Fullys in Größe S, die Serienproduktion soll aus Kostengründen allerdings in Asien erfolgen.
Auf dem Trail beweist das Stöckli eindrucksvoll seine Race-Gene. Das Fahrwerk ist auf Effizienz getrimmt. In der Abfahrt ist es straff, dafür wippt es unter Kettenlast kaum. Das bisschen Bewegung, das an den Fox-Federelementen noch übrig bleibt, wird mit elektronischem Lockout an Heck und Front gleichzeitig eliminiert.
Auch Shimanos XTR-Di2-Schaltung wechselt die elf Gänge blitzschnell mit Hilfe von Strom. Beide Systeme nutzen den gleichen Akku, den die Mechaniker geschickt im Oberrohr integriert haben. Carbon-Felgen mit 24 Millimetern breiter Maulweite lassen selbst die schwach profilierten CC-Pneus voluminös erscheinen und hauchen dem Morion etwas Komfort ein.
Der 735 Millimeter breite Lenker und der 90 Millimeter lange Vorbau sorgen für verspieltes Handling auf engen Kursen. Die negative 25-Grad-Neigung des Vorbaus bringt zusätzliche Sattelüberhöhung. Der Bike-Ahead-Components-Lenker wurde speziell für Mathias für mehr Steifigkeit und Präzision verstärkt. Das ganze Bike des Schweizers ist eine Maßanfertigung für den Rennsport. Eine, die auch uns verdammt gut gefallen hat.
Das sagt Flückigers Team-Mechaniker
"Mathias ist ein halber Ingenieur. Oft setzt er sich mehr mit dem Material als mit seinem Training auseinander. Er hinterfragt jede Schraube und optimiert alles, was es am Rad zu optimieren gibt. Er hat sehr viel Input für den neuen Morion-Rahmen von Stöckli geliefert, zum Beispiel für Geometrie und Hinterbau-Kinematik. Die Zugführung habe ich noch optimiert. Aber auch bei Anbauteilen ist Math ein Freak. Er hat sich eine eigene Carbon-Kettenführung gebaut. Eine Teleskopstütze Marke Eigenbau liegt in der Schublade. Dafür hat er aber erst nach Olympia wieder Zeit."
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