Im Cross-Country-Worldcup ist kaum jemand für seinen Style und seine Kreativität bekannt, wie der junge Amerikaner Bjorn Riley. Was das Ausnahmetalent auf dem XC-Fully an radikalen Manövern abliefert, kennt man sonst nur von BMX-Fahrern. Dass Riley sein Scott Spark RC beherrscht steht außer Frage: Im July 2024 krönte er sich in der U23-Klasse gleich doppelt zum schnellsten Cross-Country-Fahrer der USA und stand bei den Landesmeisterschaften sowohl in der XCO- als auch in der XCC-Shorttrack-Wertung ganz oben auf dem Podium.
Die Kreativität von Bjorn Riley ist jedoch längst nicht nur aufs Biken begrenzt. Wenn er mit dem Worldcup-Zirkus um die Welt tourt, hat er stets sein Skizzenbuch zur Hand und zaubert abgefahrene Sketches aufs Papier. Riley ist nicht nur Racer, er ist auch Künstler. Um den US-Champion gebührend zu ehren verpasste sein Team ihm ein Scott Spark RC mit Custom-Paintjob. Das pfeilschnelle Cross-Country-Fully trägt seine ganz persönliche Handschrift, denn der Rahmen wird von Rileys eigenen Zeichnungen geschmückt.
Das ist wirklich mein ganz eigenes Bike. Von diesem Moment habe ich geträumt, seitdem ich ein kleines Kind war. Kein Zweifel: Wenn ich in der letzten Runde so richtig leide, wird mir dieses Bike den letzten Schub geben. - Bjorn Riley, Scott Sram MTB Racing
Wer auf so meisterlich fährt, wird von seinen Sponsoren natürlich auch mit meisterlichen Teilen versorgt. Der Custom-Rahmen von Bjorn Rileys Scott Spark RC ist mit allerlei edler Ware von Sram und Syncros bestückt. Natürlich sind auch die Zubehörteile am Bike mit allerlei Sponsoren-Logos versehen.
>> Zu teuer? Das Scott Spark konnten wir in der Trail-Variante testen und waren vom Preis überzeugt.
Am Racebike von Bjorn Riley hängen die neusten Teile vom Komponententriesen Sram. Darunter natürlich die edelste Funkschaltung aus der Transmission-AXS-Baureihe. Das passende Kurbel-Powermeter liefert die entscheidenden Watt-Werte und ist mit einem sportlichen 36er-Kettenblatt bestückt. Die Daten bieten die Grundlage für das Rockshox Flight Attendant XC System. Das elektronische Fahrwerk entscheidet vollautomatisch über die effizienteste Einstellung, um Colombos Beinkraft in Vortrieb zu verwandeln und ihn gleichzeitig von den Erschütterungen des Cross-Country-Kurses abzuschirmen.
Verzögert wird das Profi-Bike von den brandneuen Sram Motive Bremsen mit Mineralöl. Für die nötige Beinfreiheit auf technisch anspruchsvollen Abfahrten sorgt die ebenfalls neue Sram Reverb AXS Funk-Sattelstütze - allerdings mit minimalistischen 100 Millimetern Hub. Apropos minimalistisch: Für den Durchschnittsbiker erscheinen die 690 Millimeter Breite der Syncros Cockpit-Einheit schmal, im dichten Gedränge des Cross-Country-Startblocks sind diese Maße allerdings Standard. Extra schnelle Maxxis-Reifen lassen kaum ein Watt liegen.
BIKE: Woher kommt diese Leidenschaft für Malerei und Radfahren?
BJORN RILEY: Für mich haben beide Leidenschaften denselben Ursprung – Neugier und die Liebe zur Bewegung. Beim Radfahren geht es um den körperlichen Fluss und darum, Grenzen auszuloten; beim Malen geht es eher um inneres Erleben, aber dennoch um den Fluss – darum, sich in etwas zu verlieren. Farben, Formen und Texturen haben mich schon immer angezogen, genauso wie Feldwege und Adrenalin. So sehe und fühle ich die Welt.
Malen und Radrennen scheinen zwei gegensätzliche und zeitintensive Beschäftigungen zu sein. Wie schaffst du es, sie zu kombinieren?
Sie sind total unterschiedlich, ergänzen sich aber auf eine seltsame Weise. Radfahren ist intensiv, schnell und voller Energie. Malen gibt mir Ausgleich. Nach einem langen Rennen oder einem harten Trainingsblock helfen mir ein paar Stunden im Atelier, mich zu entspannen. Ich versuche nicht, mir Zeit für das eine oder das andere zu nehmen – beides gehört einfach zu mir. Es geht um Rhythmus und darum, bei Bedarf umzuschalten.
Ist Radfahren eine Möglichkeit, sich auszudrücken, so wie man es beim Malen tut?
Absolut. Beim Rennen habe ich das Gefühl, in Bewegung zu malen – ich finde Linien auf der Strecke, fliege durch Kurven und treffe schnelle Entscheidungen. In der Art, wie man fährt, steckt Kreativität, genauso wie in der Art, wie man malt, Struktur und Strategie steckt. Von außen betrachtet mag es anders aussehen, aber beides drückt zu 100 % meine Persönlichkeit aus.

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