Jan Timmermann
· 25.09.2026
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Cross Country ist eine der wenigen Disziplinen des Mountainbike-Sports, in dem noch Fahrräder ohne Motor gefragt sind. Die leichten und schnellen Fullys der World Cup Profis faszinieren. Leider ist gutes Material für ambitionierte Racer auch besonders teuer. Trotzdem haben Bike-Hersteller auch günstigere XC-Mountainbikes für deutlich unter 4000 Euro im Angebot. Wir ziehen zehn davon ins Rampenlicht und liefern eine Einschätzung, ob sich die Einstiegs-Modelle der Cross-Country-Disziplin wirklich lohnen können.
Im Cross Country Sport ist es besonders schwierig günstige Preise zu erreichen. Gewicht und Ausstattungspaket können auf der Rennstrecke über Sieg oder Niederlage entscheiden. Die günstigsten Modelle am Markt bieten XC-Einsteigern eine solide Basis für Training und erste Wettkampf-Erfahrungen, werden aber leider wohl nur in den seltensten Fällen aufs Podium fahren. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Mit Vollfederung und einem besonders günstigen Preis lockt das Einstiegs-Modell der deutschen fachhandels-Marke. Im Test des teureren Bruders lobten wir ein geringes Gewicht und athletische Fahreigenschaften. Auf das einfach ausgestattete Bulls Wild Edge dürfte das nur in Teilen übertragbar sein. Besonders die starre Sattelstütze und eine schmale Felgen-Reifen-Kombination setzen in anspruchsvollem Gelände die Limits.
Auch das Cannondale Scalpel 4 wirbt mit einem hochwertigen Carbonrahmen zum fairen Preis. Die Amerikaner inkludieren sogar eine Dropper-Post und hochwertige Breitreifen in den Spar-Deal. Im Test der Topversion konnten wir uns fürs leistungsstarke Fahrwerk des neusten Scalpel begeistern. Die Modellvariante 4 geht mit einer einfachen Rockshox SID Base Gabel Kompromisse bei der Dämpfungsqualität ein.
Der Rahmen des Canyon Lux World Cup CF 9 basiert auf demselben topmodernen Konzept, wie das aktuelle Race-Bike von Cross-Country-Star Luca Schwarzbauer, basiert jedoch auf einer etwas schwereren Carbon-Konstruktion. Der tollen Geometrie konnten wir im Test eines teureren Bikes viel abgewinnen. Das Ausstattungsniveau der Einstiegs-Version ist vergleichsweise hoch, dafür fehlt die Anbindung an einen Fachhändler.
Das Giant Anthem Advanced SL3 darf sich nicht mehr wirklich als “günstiges” Bike bezeichnen, dafür baut der Carbonrahmen unserer Erfahrung nach leicht und bietet eine schnelle Geometrie inklusive Flip-Chip-Anpassung. Unser Test bescheinigt dem Giant Anthem Advanced SL einen schönen Rennsport-Charakter. Die Basis-Version muss mit Kompromissen bei Federgabel und Anbauteilen leben.
Unschlagbar günstig erscheint das Orbea Oiz H30. Das liegt zum einen am Rahmen aus Aluminium, zum anderen an der reduzierten Ausstattungsgüte. Im Alu-Trimm setzt das Oiz nicht ganz auf die aktuellste Geometrie seines World-Cup-Vorbildes und schlägt bei Reifenwahl sowie Fahrwerk eher schwere Klänge an. Das H30 ist mehr günstiger Tourer als leichtes Racebike.
Die Eigenmarke des Sportartikel-Giganten Decathlon bestückt den World-Cup-erprobten Carbonrahmen bereits zum Einstiegs-Preis mit leichten Carbon-Laufrädern. Insgesamt baut das Rockrider Cross-Country-Fully damit vergleichsweise leicht. Abstriche muss man dafür bei Federgabel und Reifenbreite machen. Die Geometrie ist etwas “oldschool” und würde ein Update vertragen.
Bereits das günstigste Modell des neuen Santa Cruz Blur basiert auf dem hochwertigen CC-Carbonrahmen mit Staufach und kommt mit lebenslanger Garantie. Die Geometrie ist topaktuell und vielseitig. Das alles bezahlen Kunden natürlich mit Die Ausstattung ist funktional aber nicht wirklich leicht und eher auf Trail-Spaß als auf athletische Renneinsätze getrimmt.
Das neue Scott Spark ist nicht nur schön, sondern auch technisch voll auf der Höhe der Zeit. Viele Rahmen-Features und ein versteckter Dämpfer machen das Bike der Schweizer einzigartig. Unseren Eindrücken zufolge ist der neue Hinterbau sehr leistungsstark und auch die Geometrie passt hervorragend zu modernen Cross Country Kursen. Bei der günstigen Comp-Version dürfen Racer von einfachen Fahrwerks- und Antriebs- Komponenten aber nicht zu viel erwarten.
Das Specialized Epic ist eine Benchmark des Cross-Crountry-Sports. In der neusten Ausbaustufe baut der Rahmen besonders leicht und auch das Fahrwerk konnte in unseren Tests bereits überzeugen. Dsa günstigste Epic 9 kommt selbstverständlich ohne federleichte Carbon-Laufräder und muss auch bei einigen Komponenten kürzer treten. Dafür ist die Geometrie topmodern und das Fahrgestell dürfte eine lohnenswerte Basis für spätere Upgrades bieten. Ab Werk schaltet bereits ein Funk-Antrieb.
Das Trek Supercaliber steht voll für Rennsport. Im Test der teureren Version lobten wir die Effizienz des kurzen Fahrwerks. Geometrie und Gewicht des Rahmens gehören leider nicht mehr zur Weltspitze. Das günstige Trek Supercaliber SL 9.6 Gen 2 rollt mit einfachen Komponenten, vor allem an Federgabel und Anbauteilen, auf die Rennstrecke.
Wie seht ihr das: Schlagt ihr bei einem günstige Cross Country Bike zu oder investiert ihr lieber etwas mehr, um bessere Komponenten und ein leichteres Gewicht zu erreichen?

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