TestDas Trek Remedy 29 glänzt mit Laufruhe

Stefan Frey

 · 12.04.2015

Test: Das Trek Remedy 29 glänzt mit LaufruheFoto: Robert Niedring
Test: Das Trek Remedy 29 glänzt mit Laufruhe
Viel hilft viel, dachte sich Tester Frey, bis die ersten Spitzkehren dem potenten Trek Remedy seine Grenzen aufzeigten. Die Laufruhe auf schnellen Abfahrten könnte sogar Enduros Konkurrenz machen.

Dauertest-Leistung: 3.120 Kilometer / 48.000 Höhenmeter

Auf der Suche nach dem passenden Dauertest-Bike fühlte ich mich vom komplett überarbeiteten Remedy sofort angesprochen. 29-Zoll-Räder, 140 Millimeter Federweg und flacher Lenkwinkel: Der neu aufgelegte Klassiker versprach, ein Bike für alle Fälle zu sein. Üppig dimensioniert rollte das 21-Zoll-Test-Bike in die Redaktion. Etwas sperrig, doch nach wenigen Einführungsrunden kam ich mit den Abmessungen des Remedy erstaunlich gut zurecht. Die Sitzposition passte mit dem kürzeren Vorbau perfekt. Klar: Der lange Radstand forderte in engen Kehren immer etwas mehr Einsatz. Sobald ich die knapp 14 Kilo aber erst mal auf Touren gebracht hatte, gab es kein Halten mehr.

Auf schnellen Abfahrten zeigte das 29er-Fully mit seinen 140 Millimetern Federweg sein wahres Talent. Gelockt von den Abfahrtstalenten, ließ ich mich sogar zu Bikepark-Besuchen hinreißen – und wurde nicht enttäuscht. Erstaunlich gelassen verschluckte das Remedy ganze Wurzelteppiche. Die Fox-Gabel arbeitete feinfühlig und bot stets ausreichend Reserven. Der spezielle DRCV-Dämpfer glättete auch kleinste Unebenheiten, brachte aber beim gewichtsbedingt gemächlichen Gipfelsturm oft etwas Unruhe ins Heck. Zudem hätte ich mir am Heck etwas mehr Progression gewünscht.

  Mino Link: Über einen kleinen Flip-Chip lässt sich die Geometrie des Trek Remedy  minimal flacher oder steiler einstellen. Ich entschied mich für die flache Variante.Foto: Robert Niedring Mino Link: Über einen kleinen Flip-Chip lässt sich die Geometrie des Trek Remedy  minimal flacher oder steiler einstellen. Ich entschied mich für die flache Variante.

Die komplette XT-Ausstattung konnte mich dagegen vollkommen überzeugen. Auch mit minimalem Wartungsaufwand kletterte die Kette bis zum Schluss flink von Ritzel zu Ritzel. Die XT-Bremse war, wie auch nicht anders zu erwarten, über jeden Zweifel erhaben. Enttäuscht war ich eigentlich nur von der Lagerung: lautes Knacken bereits nach gut 1000 Kilometern, das sollte in diesem Preisbereich eigentlich nicht der Fall sein.

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Fazit zum Test des Trek Remedy 9 29:

Mit schier endloser Laufruhe und enormen Federwegsreserven macht das Remedy auch gestandenen Enduros Konkurrenz. Enge Kurven und Ziel-Sprints sind zumindest in der Testgröße nicht sein Revier.


Funktionalität ****
Haltbarkeit ****
(max. 6 Sterne)

TUNING


• 50 km – Sattel getauscht: Weichen Evoke-2-Originalsattel gegen Bontrager RXL Carbon getauscht
• 120 km – Vorbau/Reifen: 80-mm-Vorbau gegen 50-mm-Version und Bontrager XR3 Team Issue gegen SE4 Team Issue getauscht

  Lagerspiel: Die Lager am Hinterbau des Trek Remedy 9 waren eine lautstarke Schwachstelle und liefen schon nach gut 1000 Kilometern nicht mehr richtig rund.    Foto: Robert Niedring Lagerspiel: Die Lager am Hinterbau des Trek Remedy 9 waren eine lautstarke Schwachstelle und liefen schon nach gut 1000 Kilometern nicht mehr richtig rund.  

DEFEKTE


• 1150 km – Hinterbau knackt: Komplett zerlegt, gereinigt und neu geschmiert; einige schwer laufende Lager mit deutlich erhöhter Reibung
• 1700 km – Reverb defekt: Eingeschickt zum Service; YEP Components Uptimizer montiert
• 1800 km – Innenlager: Knacken im Kurbelbereich; Press-Fit-Tretlager ausgewechselt

  Rider: Stefan Frey; BIKE-Testredakteur. Fährt Bike seit 1998; Gewicht/Größe 81 kg/1,88 m; Fahrertyp All Mountain/Enduro; Lieblingsrevier Gröden/SüdtirolFoto: Robert Niedring Rider: Stefan Frey; BIKE-Testredakteur. Fährt Bike seit 1998; Gewicht/Größe 81 kg/1,88 m; Fahrertyp All Mountain/Enduro; Lieblingsrevier Gröden/Südtirol


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Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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